⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 05.08.2026
Die Übernahme der Commerzbank durch UniCredit hat einen entscheidenden Schritt gemacht. Die Bafin hat den Antrag auf eine Mehrheitsbeteiligung als vollständig eingestuft und an die EZB weitergeleitet.
- Bafin genehmigt Antrag von UniCredit
- EZB prüft innerhalb von 60 Tagen
- UniCredit hält fast 48 % der Stimmrechte
Die Übernahme der Commerzbank durch die italienische UniCredit hat einen entscheidenden Fortschritt gemacht. Am 5. August 2026 wurde bekannt, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) den Antrag von UniCredit auf eine Mehrheitsbeteiligung an der Commerzbank als vollständig eingestuft hat. Dies bedeutet, dass die Bafin den Antrag zur Entscheidung an die Europäische Zentralbank (EZB) weitergeleitet hat, die nun die Verantwortung für die endgültige Genehmigung trägt.
Was geschah bei der Bafin?

Die Bafin hat den Antrag von UniCredit, die Schwelle von 30 % an der Commerzbank zu überschreiten, geprüft und als vollständig befunden. Dies ist ein wichtiger Schritt im Inhaberkontrollverfahren, das sicherstellen soll, dass alle erforderlichen Unterlagen und Informationen vorliegen, bevor die EZB die endgültige Entscheidung trifft. Die Bafin hat damit die nationale Vorprüfung abgeschlossen, und die EZB hat nun 60 Arbeitstage Zeit, um über den Antrag zu entscheiden. Sollte die EZB zusätzliche Informationen benötigen, kann sich diese Frist um bis zu 20 Arbeitstage verlängern.
Die Entscheidung der EZB wird mit Spannung erwartet, da sie nicht nur die Zukunft der Commerzbank, sondern auch die Stabilität des deutschen Bankensektors beeinflussen könnte. UniCredit hat bereits fast 48 % der Stimmrechte an der Commerzbank, was ihnen eine bedeutende Einflussnahme auf die Bank ermöglicht. Die Bundesregierung bleibt mit etwa 13 % der Stimmrechte der zweitgrößte Aktionär.
Die Rolle der EZB in der Übernahme
Die EZB ist als Aufsichtsbehörde für beide Banken zuständig und hat die Aufgabe, die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten. Bei der Prüfung des Antrags wird die EZB insbesondere darauf achten, ob UniCredit die erforderlichen Kriterien erfüllt, um die bestehende Beteiligung von knapp 30 % auf mehr als 30 % auszubauen. Marktbeobachter gehen mehrheitlich davon aus, dass die Genehmigung erteilt wird, da die EZB UniCredit und die Commerzbank aus ihrer laufenden Aufsicht bereits seit Jahren kennt.
Die Genehmigung durch die EZB ist jedoch nur ein Teil des Prozesses. UniCredit benötigt auch die Zustimmung der EU-Kartellbehörden, der deutschen Golden-Power-Regelung, der US-Notenbank Federal Reserve und der polnischen Aufsichtsbehörde. Diese zusätzlichen Genehmigungen könnten den Zeitrahmen für die Übernahme weiter beeinflussen.
Marktreaktionen und Auswirkungen auf die Commerzbank-Aktie
- Bafin hat Antrag von UniCredit auf Mehrheitsbeteiligung genehmigt
- EZB hat 60 Arbeitstage für die Entscheidung
- UniCredit hält bereits fast 48 % der Stimmrechte an der Commerzbank
Die Nachrichten über die Fortschritte bei der Übernahme haben bereits Auswirkungen auf die Commerzbank-Aktie. Der Kurs der Commerzbank-Anteile hat in den letzten Tagen zugelegt und steht auf dem höchsten Stand seit 2010. Dies zeigt das Vertrauen der Anleger in die zukünftige Entwicklung der Bank unter der Kontrolle von UniCredit. Die Commerzbank hat sich seit dem Einstieg von UniCredit im September 2024 mehr als verdreifacht und wird nun mit einem Börsenwert von knapp 43 Milliarden Euro gehandelt.
Die Unicredit-Aktie hat ebenfalls von den positiven Nachrichten profitiert und ist seit dem Spätsommer 2024 um fast 140 % gestiegen. Diese Entwicklungen sind nicht nur für die beiden Banken von Bedeutung, sondern haben auch Auswirkungen auf den gesamten DAX und den deutschen Finanzsektor.
Strategische Überlegungen von UniCredit
UniCredit-Chef Andrea Orcel hat in der Vergangenheit betont, dass er mit der Übernahme der Commerzbank eine strategische Vision für die Bank umsetzen möchte. Die Übernahme könnte es UniCredit ermöglichen, ihre Marktposition in Deutschland zu stärken und Synergien zwischen den beiden Banken zu nutzen. Dies könnte insbesondere in Zeiten von Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit von Vorteil sein, da eine stärkere Marktstellung zu einer besseren Wettbewerbsfähigkeit führen kann.
Die Übernahme könnte auch Auswirkungen auf die Zinslandschaft in Deutschland haben, da eine stärkere Bank möglicherweise in der Lage ist, bessere Konditionen für Kredite und Einlagen anzubieten. Dies könnte sowohl für Verbraucher als auch für Unternehmen von Bedeutung sein, insbesondere in einem Umfeld, in dem die Zinsen steigen und die Inflation ein Thema bleibt.
Fazit

Die Übernahme der Commerzbank durch UniCredit hat einen entscheidenden Schritt gemacht, indem die Bafin den Antrag als vollständig eingestuft hat. Die EZB wird nun innerhalb von 60 Arbeitstagen über den Antrag entscheiden, was für die Zukunft der Commerzbank und des deutschen Bankensektors von großer Bedeutung ist. Die Marktreaktionen zeigen, dass Anleger optimistisch sind, was die Entwicklung der Commerzbank unter UniCredit betrifft. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, wie sich die Übernahme weiterentwickelt und welche Auswirkungen sie auf den Finanzmarkt haben wird.
Häufige Fragen
Was ist die aktuelle Situation der Commerzbank-Aktie?
Wie lange hat die EZB Zeit für die Prüfung?
Wie viel Prozent der Commerzbank-Stimmrechte hält UniCredit?
Welche weiteren Genehmigungen sind für die Übernahme erforderlich?
Wann wird mit einer Entscheidung der EZB gerechnet?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Finanzielle Entwicklungen und Übernahmen · Foto: Fabio Riccobono / Pexels


