⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 02.08.2026
Covered Call ETFs erfreuen sich 2026 wachsender Beliebtheit, doch nicht alle Fonds halten, was sie versprechen. Hier sind die aktuellen Trends und Erkenntnisse.
- Hohe Ausschüttungen von 7-13 % möglich.
- Performance in Bullenmärkten bleibt hinter klassischen ETFs zurück.
- Steuerliche Behandlung in Deutschland erfordert besondere Beachtung.
Im Jahr 2026 erleben Covered Call ETFs einen bemerkenswerten Aufschwung. Diese Anlageprodukte, die eine Kombination aus Aktien und dem Verkauf von Call-Optionen darstellen, bieten Anlegern die Möglichkeit, von hohen Ausschüttungen zu profitieren. Doch während einige Fonds überzeugen, zeigen andere Schwächen, die Anleger unbedingt beachten sollten.
Was sind Covered Call ETFs?

Covered Call ETFs sind Investmentfonds, die in der Regel ein Portfolio von Aktien halten und gleichzeitig Call-Optionen auf diese Aktien verkaufen. Der Verkauf dieser Optionen generiert Prämien, die als monatliche Ausschüttungen an die Anleger weitergegeben werden. Diese Strategie zielt darauf ab, zusätzliche Einkünfte zu erzielen, während das Risiko eines vollständigen Verlusts durch die gehaltenen Aktien begrenzt wird.
Die Prämien, die durch den Verkauf der Optionen erzielt werden, können eine attraktive Rendite von 7 bis 13 % pro Jahr bieten. Diese hohen Ausschüttungen sind jedoch nicht ohne Risiken, da die Performance in Bullenmärkten oft hinter der von klassischen ETFs zurückbleibt.
Die aktuellen Trends bei Covered Call ETFs
In den letzten Jahren hat sich der Markt für Covered Call ETFs stark entwickelt. Besonders in Seitwärtsmärkten erweisen sich diese Fonds als vorteilhaft, da sie durch die Prämieneinnahmen eine bessere Performance als reine Long-Only-Positionen erzielen können. In einem moderat fallenden Markt dämpfen die vereinnahmten Prämien die Verluste im Vergleich zu ungesicherten Long-Positionen, jedoch bleibt der Schutz bei starken Abwärtsbewegungen begrenzt.
Die Wahl des Strike-Preises ist entscheidend für die Rendite. At-the-Money-Positionen maximieren die Prämieneinnahmen, begrenzen jedoch das Potenzial für Kursgewinne. Out-of-the-Money-Positionen bieten einen Aufwärtspuffer, reduzieren jedoch die laufenden Einnahmen. Diese strategischen Überlegungen sind für Anleger von großer Bedeutung, um die richtige Balance zwischen Risiko und Ertrag zu finden.
Die besten Covered Call ETFs 2026
Zu den derzeit beliebtesten Covered Call ETFs gehören der JPM Global Equity Premium Income, der eine Rendite von etwa 7 % bietet, sowie der Global X NASDAQ 100 Covered Call (QYLD), der mit einer Rendite von rund 12 % aufwartet. Diese Fonds sind UCITS-konform und in Deutschland über Xetra und gettex handelbar.
Ein weiterer bemerkenswerter Fonds ist der JPM US Equity Premium Income (JEPI), der ebenfalls eine Rendite von etwa 7 % erzielt. Diese ETFs sind besonders für Anleger geeignet, die einen stabilen Cashflow suchen, jedoch weniger für diejenigen, die auf langfristiges Kurswachstum setzen.
Steuerliche Aspekte von Covered Call ETFs
Ein wichtiger Aspekt, den Anleger berücksichtigen sollten, ist die steuerliche Behandlung von Covered Call ETFs in Deutschland. Die komplette monatliche Ausschüttung wird als Kapitalertrag besteuert und unterliegt der Abgeltungssteuer von 26,375 %. Im Gegensatz zu den US-amerikanischen Varianten, bei denen ein Teil der Ausschüttung als steuerlich aufgeschobene Kapitalrückzahlung behandelt wird, gilt dies für deutsche Anleger nicht.
Die Teilfreistellung, die eine Steuererleichterung für Fonds mit einem hohen Aktienanteil bietet, ist ebenfalls ein entscheidender Faktor. Fonds, die dauerhaft mindestens 51 % Aktien halten, gelten als Aktienfonds, wodurch nur 70 % der Ausschüttung steuerpflichtig sind. Anleger sollten daher vor dem Kauf die steuerlichen Rahmenbedingungen genau prüfen.
Risiken und Herausforderungen
Trotz der attraktiven Renditen sind Covered Call ETFs nicht ohne Risiken. In Bullenmärkten, wie sie zwischen 2012 und 2021 in den USA zu beobachten waren, bleibt die Gesamtrendite dieser Fonds oft hinter dem Basisindex zurück. Dies liegt daran, dass jeder Kursanstieg oberhalb des Strike-Preises eine Renditelücke erzeugt, die sich über längere Haussephasen akkumuliert.
Darüber hinaus sind Covered Call ETFs kein Absicherungsinstrument. Bei starken Marktbewegungen können die vereinnahmten Prämien nicht ausreichen, um Kursverluste zu kompensieren. Anleger sollten sich dieser Risiken bewusst sein und ihre Anlagestrategie entsprechend anpassen.
Fazit

Covered Call ETFs bieten eine interessante Möglichkeit, von hohen Ausschüttungen zu profitieren, sind jedoch nicht für jeden Anleger geeignet. Die Kombination aus attraktiven Renditen und den damit verbundenen Risiken erfordert eine sorgfältige Analyse und Planung. Anleger sollten die steuerlichen Aspekte, die Marktbedingungen und die spezifischen Fondsstrategien berücksichtigen, um die besten Entscheidungen für ihr Portfolio zu treffen.
Häufige Fragen
Was sind Covered Call ETFs?
Wie hoch sind die Renditen von Covered Call ETFs?
Welche Risiken sind mit Covered Call ETFs verbunden?
Wie werden Covered Call ETFs in Deutschland besteuert?
Sind Covered Call ETFs für alle Anleger geeignet?
Quellen: Google News
Symbolbild: Covered Call ETFs im Fokus 2026 · Foto: StockRadars Co., / Pexels


