⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 05.07.2026
Der Ausbau von großen Batteriespeichern in Deutschland könnte erhebliche volkswirtschaftliche Einsparungen ermöglichen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass der sogenannte 'Sweet Spot' bei 20 Gigawatt liegt.
- Batteriespeicher könnten 5,6 Milliarden Euro Einsparungen ermöglichen.
- Der Sweet Spot liegt bei 20 GW mit vier Stunden Kapazität.
- Regulatorische Hürden müssen abgebaut werden, um den Ausbau zu beschleunigen.
Der Ausbau von großen Batteriespeichern in Deutschland könnte erhebliche volkswirtschaftliche Einsparungen ermöglichen. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE zeigt, dass der sogenannte ‚Sweet Spot‘ bei 20 Gigawatt zusätzlicher Speicherleistung mit einer Speicherdauer von vier Stunden liegt. Diese Maßnahme könnte zwischen Januar 2025 und Mai 2026 volkswirtschaftliche Einsparungen von bis zu 5,6 Milliarden Euro ermöglichen.
Was ist der Sweet Spot bei großen Stromspeichern?

Der Begriff ‚Sweet Spot‘ bezieht sich auf die optimale Kombination von Speicherkapazität und Speicherdauer, die maximale Effizienz und Einsparungen im Stromsystem gewährleistet. In der aktuellen Studie wird festgestellt, dass 20 Gigawatt mit einer Speicherdauer von vier Stunden die ideale Lösung darstellen. Diese Konfiguration ermöglicht es, die Flexibilität im Stromnetz erheblich zu erhöhen und die negativen Auswirkungen von Preisschwankungen abzumildern.
Die volkswirtschaftlichen Einsparungen, die durch den Ausbau von Batteriespeichern erzielt werden können, sind erheblich. Laut der Studie könnten die EEG-Förderkosten um 2,1 Milliarden Euro sinken, was den Bundeshaushalt entlasten würde. Darüber hinaus würden die Stromkosten für Endkunden um etwa 1,9 Milliarden Euro im genannten Zeitraum reduziert, was jährlich rund 1,31 Milliarden Euro entspricht.
Regulatorische Hürden und notwendige Maßnahmen
Trotz der klaren Vorteile, die der Ausbau von Batteriespeichern mit sich bringt, gibt es zahlreiche regulatorische Hürden, die den Fortschritt behindern. Die Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energien, Dr. Ursula Heinen-Esser, fordert daher eine schnellere Umsetzung von Maßnahmen, die den Ausbau von Speichern erleichtern. Dazu gehören beschleunigte und standardisierte Netzanschlussverfahren sowie die Ermöglichung des Multi-Use-Betriebs von Batteriespeichern.
Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Ausbau von 20 Gigawatt Batteriespeicher das deutsche Stromsystem erheblich entlasten und Milliarden Euro einsparen könnte. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Energiewende. Die Zahl der Netzanschluss-Anfragen zeigt, dass der Markt bereit ist, aber es bedarf politischer Unterstützung, um aus Anfragen auch tatsächliche Projekte zu machen.
Einfluss auf die Strompreise und die Wirtschaft
- Sweet Spot: 20 Gigawatt zusätzliche Speicherleistung
- Einsparungen von bis zu 5,6 Milliarden Euro zwischen 2025 und 2026
- Regulatorische Hürden behindern den Ausbau
Ein zentrales Problem im deutschen Strommarkt sind die negativen Strompreise, die häufig in Zeiten hoher Erzeugung von erneuerbaren Energien auftreten. Diese negativen Preise führen dazu, dass viele erneuerbare Anlagen abgeregelt werden müssen, was nicht nur wirtschaftliche Verluste für die Betreiber bedeutet, sondern auch die Marktwerte erneuerbarer Energien drückt. Die Studie zeigt, dass die Stunden mit negativen Börsenstrompreisen von 845 auf 276 Stunden sinken könnten, wenn 20 Gigawatt zusätzliche Speicher installiert werden. Dies entspricht einem Rückgang von 70 Prozent.
Die Verbesserung der Handelsbilanz mit dem Ausland ist ein weiterer positiver Effekt des Speicher-Ausbaus. Die Studie zeigt, dass die Handelsbilanz um 1,6 Milliarden Euro verbessert werden könnte, was einem Rückgang von rund 40 Prozent entspricht. Dies ist besonders wichtig in Zeiten, in denen die Energiepreise auf dem internationalen Markt schwanken und die Abhängigkeit von Importen verringert werden muss.
Die Rolle der Batteriespeicher in der Energiewende
Batteriespeicher spielen eine entscheidende Rolle in der Energiewende, da sie die Flexibilität im Stromsystem erhöhen und die Integration erneuerbarer Energien erleichtern. Mit dem geplanten Zubau von jährlich 20 Gigawatt Photovoltaik und 15 Gigawatt Windenergie wird der Bedarf an Speicherkapazität weiter steigen. Die Studie schätzt, dass jährlich zusätzlich etwa 8 Gigawatt mit einer Speicherdauer von vier Stunden benötigt werden, um den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden.
Die Notwendigkeit, die Erzeugung aus erneuerbaren Quellen zu optimieren und gleichzeitig die Nachfrage zu decken, macht den Ausbau von Batteriespeichern unerlässlich. Diese Technologie kann nicht nur dazu beitragen, die Klimaziele zu erreichen, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität in Zeiten von Inflation und steigenden Energiepreisen zu fördern.
Fazit

Der Ausbau von Batteriespeichern ist ein zentraler Baustein für die zukünftige Energieversorgung in Deutschland. Der identifizierte Sweet Spot von 20 Gigawatt mit einer Speicherdauer von vier Stunden könnte nicht nur erhebliche volkswirtschaftliche Einsparungen ermöglichen, sondern auch die Marktbedingungen für erneuerbare Energien verbessern. Um diese Potenziale zu realisieren, ist es jedoch entscheidend, die regulatorischen Hürden abzubauen und den Ausbau der Speichertechnologien voranzutreiben. Nur so kann die Energiewende erfolgreich gestaltet und die wirtschaftliche Stabilität in Deutschland gesichert werden.
Häufige Fragen
Was ist der Sweet Spot bei großen Stromspeichern?
Wie viel könnte Deutschland durch Batteriespeicher einsparen?
Welche regulatorischen Hürden gibt es beim Ausbau von Batteriespeichern?
Wie beeinflussen Batteriespeicher die Strompreise?
Warum sind Batteriespeicher wichtig für die Energiewende?
Quellen: Google News
Symbolbild: Batteriespeicher für die Energiewende · Foto: Heru Dharma / Pexels


