StartImmobilien & FinanzierungDie Grundstücksbewertung bleibt ein Engpass für Immobilienunternehmen

Die Grundstücksbewertung bleibt ein Engpass für Immobilienunternehmen

⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 25.06.2026

Die Grundstücksbewertung stellt für viele Immobilienunternehmen einen erheblichen Engpass dar, der sich negativ auf den Markt und die Wirtschaft auswirkt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Grundstücksbewertung wird ab 2026 nach neuen Kriterien durchgeführt.
  • Experten warnen vor Verzögerungen und ungenauen Daten bei der Preisfestlegung.
  • Steigende Grundstückskosten könnten die Immobilienpreise weiter anheben.

Die Grundstücksbewertung bleibt ein zentrales Thema für die Immobilienwirtschaft, insbesondere im Kontext der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Ab dem 1. Januar 2026 wird die Bewertung von Grundstücken in Vietnam nach neuen Kriterien erfolgen, die sich auf die Art, Fläche und Lage der Grundstücke stützen. Diese Reform soll eine marktgerechte Preisgestaltung ermöglichen, doch viele Unternehmen sehen sich weiterhin mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert.

Was ist die Grundstücksbewertung?

Immobilienbewertung und Marktanalyse
Symbolbild: Immobilienbewertung und Marktanalyse · Foto: Jakub Zerdzicki / Pexels

Die Grundstücksbewertung ist der Prozess, durch den der Wert eines Grundstücks ermittelt wird. Diese Bewertung ist entscheidend für verschiedene Aspekte der Immobilienwirtschaft, einschließlich der Finanzierung von Projekten, der Festlegung von Steuern und der Durchführung von Grundstücksauktionen. In Vietnam hat sich der Rechtsrahmen für die Grundstücksbewertung seit dem Inkrafttreten des neuen Landgesetzes 2024 erheblich verändert, doch die Umsetzung dieser neuen Regelungen gestaltet sich als schwierig.

Die Herausforderungen der Grundstücksbewertung

Ein zentrales Problem bei der Grundstücksbewertung ist die Verzögerung bei der Festlegung von Preisen. Laut Dr. Nguyen Van Khoi, dem Vorsitzenden des vietnamesischen Immobilienverbands, dauert die Datenerhebung und Genehmigung oft zu lange, was dazu führt, dass die Marktbedingungen sich ändern, bevor die Preise offiziell bekannt gegeben werden. Diese Unsicherheit kann die Finanzplanung von Unternehmen erheblich beeinträchtigen und zu einem Rückgang der Investitionen führen.

Zusätzlich sind die verwendeten Marktdaten häufig inkonsistent. Die ungenauen Grundstückspreise können zu Beschwerden bei Entschädigungs- und Räumungsverfahren führen, was die Situation weiter verkompliziert. Experten fordern daher eine Verbesserung der Datenbank und eine Erhöhung der Transparenz, um die Ängste vor Verantwortlichkeit zu verringern und die Effizienz der Preisermittlung zu steigern.

Die Auswirkungen auf den Immobilienmarkt

Fakten auf einen Blick

  • Ab 1. Januar 2026 werden Grundstückspreise nach Art, Fläche und Lage bestimmt.
  • Die Immobilienbewertung beeinflusst direkt Projektfortschritt und Finanzierungsmöglichkeiten.
  • HoREA warnt vor steigenden Grundstückskosten und deren Auswirkungen auf Immobilienpreise.

Die Schwierigkeiten bei der Grundstücksbewertung haben direkte Auswirkungen auf den Immobilienmarkt. HoREA, der Immobilienverband von Ho-Chi-Minh-Stadt, warnt, dass steigende Grundstückskosten das Risiko bergen, die Immobilienpreise auf neue Höchststände zu treiben. In einigen Gebieten wurden Preisanpassungen von bis zu 39-fach im Vergleich zur alten Preisliste verzeichnet, was zu erheblichen Mehrkosten für Unternehmen und Käufer führt.

Diese Entwicklung könnte die Erschwinglichkeit von Wohnraum weiter einschränken, insbesondere in einer Zeit, in der die Inflation steigt und die Baukosten zunehmen. Die Teuerungsrate hat sich von 1,7 Prozent im Januar auf 3,2 Prozent im Mai erhöht, was die Situation auf dem Immobilienmarkt zusätzlich kompliziert.

Die Rolle der Regierung und notwendige Reformen

Die Regierung steht unter Druck, die Grundstücksbewertungsmechanismen zu reformieren, um den Markt zu stabilisieren. Experten empfehlen, dass die zuständigen Behörden den Mechanismus zur Ermittlung der Grundstückspreisanpassungskoeffizienten verbessern, um sicherzustellen, dass dieser den tatsächlichen Marktwert widerspiegelt. Eine transparente und unabhängige Bewertung könnte dazu beitragen, das Vertrauen der Investoren zu stärken und den Immobilienmarkt als Motor des Wirtschaftswachstums zu etablieren.

Ein weiterer Vorschlag ist die Durchführung von Pilotstudien in Regionen mit entwickelten Immobilienmärkten, um neue Bewertungsmechanismen zu testen. Dies könnte den Unternehmen helfen, frühzeitig mit Projekten zu beginnen, während die endgültige Abrechnung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt.

Fazit

Immobilienbewertung und Marktanalyse
Symbolbild: Immobilienbewertung und Marktanalyse · Foto: Mike van Schoonderwalt / Pexels

Die Grundstücksbewertung bleibt ein kritischer Engpass für Immobilienunternehmen in Vietnam. Die Herausforderungen bei der Preisfestlegung und die steigenden Grundstückskosten könnten die Erschwinglichkeit von Wohnraum weiter gefährden und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen beeinträchtigen. Um den Immobilienmarkt zu stabilisieren und das Vertrauen der Investoren zu stärken, sind umfassende Reformen und eine Verbesserung der Datenbasis unerlässlich.

Häufige Fragen

Was sind die neuen Regelungen zur Grundstücksbewertung?
Ab dem 1. Januar 2026 werden Grundstückspreise nach Art, Fläche und Lage bestimmt, um eine marktgerechte Bewertung zu gewährleisten.
Wie beeinflusst die Grundstücksbewertung die Immobilienpreise?
Die Grundstücksbewertung hat direkte Auswirkungen auf die Projektfinanzierung und kann zu höheren Immobilienpreisen führen, wenn die Kosten steigen.
Welche Herausforderungen bestehen bei der Grundstücksbewertung?
Hauptprobleme sind Verzögerungen bei der Datenerhebung und ungenaue Marktinformationen, die die Finanzplanung der Unternehmen beeinträchtigen.
Was empfiehlt HoREA zur Verbesserung der Situation?
HoREA fordert eine Überarbeitung der Berechnungsmethoden für Grundstückspreise, um Kostenschocks zu vermeiden und bezahlbaren Wohnraum zu fördern.
Wie wirkt sich die Inflation auf den Immobilienmarkt aus?
Die steigende Inflation erhöht die Baukosten und damit die Immobilienpreise, was die Erschwinglichkeit für Käufer weiter einschränkt.

Quellen: Google News

Symbolbild: Immobilienbewertung und Marktanalyse · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Sebastian Stehle
Sebastian Stehlehttps://finanz-echo.de
Sebastian Stehle beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit den Aktien- und Kapitalmärkten. Bei Finanz-Echo schreibt er über Börsentrends, Unternehmenszahlen und wirtschaftliche Entwicklungen und legt dabei Wert darauf, komplexe Zusammenhänge verständlich aufzubereiten. Sein Ziel ist es, Leserinnen und Lesern eine solide Grundlage für eigene Entscheidungen zu geben – ohne reißerische Versprechen.
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