⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 05.07.2026
Das neue Heizungsgesetz, offiziell als Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) bekannt, bringt bedeutende Änderungen für Immobilienbesitzer und Mieter mit sich. Ab dem 1. November 2026 treten neue Regelungen in Kraft, die sowohl die Heizungswahl als auch die Kostenverteilung betreffen.
- Abschaffung der 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien.
- Einführung einer schrittweisen Bio-Energietreppe.
- Förderung durch die KfW bleibt bestehen.
Das neue Heizungsgesetz, offiziell als Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) bekannt, bringt bedeutende Änderungen für Immobilienbesitzer und Mieter mit sich. Ab dem 1. November 2026 treten neue Regelungen in Kraft, die sowohl die Heizungswahl als auch die Kostenverteilung betreffen. Diese Reform ist besonders relevant in Zeiten steigender Energiepreise und wachsender Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden.
Was sind die Hauptänderungen im Heizungsgesetz 2026?

Eine der zentralen Änderungen des neuen Heizungsgesetzes ist die Abschaffung der 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen. Diese Regelung, die zuvor vorschrieb, dass mindestens 65 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen müssen, wird durch eine flexiblere Regelung ersetzt. Künftig können auch neue Gas- oder Ölheizungen installiert werden, solange sie ab 2029 einen bestimmten Anteil an klimaneutralen Brennstoffen verwenden.
Zusätzlich wird die Bio-Energietreppe eingeführt, die eine schrittweise Beimischung von klimaneutralen Brennstoffen vorsieht. Ab 2029 müssen neue Heizungen mindestens 10 Prozent dieser Brennstoffe nutzen, mit einer geplanten Steigerung auf 60 Prozent bis 2040. Diese Maßnahme soll den Übergang zu nachhaltigeren Heizsystemen erleichtern und gleichzeitig den Eigentümern mehr Entscheidungsfreiheit bei der Wahl ihrer Heiztechnik geben.
Wann tritt das neue Heizungsgesetz in Kraft?
Das neue Heizungsgesetz wird am 1. November 2026 in Kraft treten. Diese Frist gibt sowohl Vermietern als auch Eigentümern Zeit, sich auf die neuen Regelungen einzustellen und gegebenenfalls notwendige Anpassungen an ihren Heizsystemen vorzunehmen. Ursprünglich war ein früherer Termin im Juli 2026 geplant, doch die Bundesregierung hat den Zeitrahmen aufgrund der Komplexität der Reformen verschoben.
Die Verabschiedung des Gesetzes durch das Bundeskabinett fand bereits im Mai 2026 statt, und es wird erwartet, dass es in den kommenden Monaten im Bundestag und Bundesrat beraten wird. Diese politischen Prozesse sind entscheidend, um sicherzustellen, dass die neuen Regelungen rechtzeitig und effizient umgesetzt werden können.
Welche Förderungen gibt es für den Heizungstausch?
- Neues Heizungsgesetz tritt am 1. November 2026 in Kraft.
- Förderung von bis zu 70% für den Austausch alter Heizungen.
- Einführung der Bio-Energietreppe ab 2029.
Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) wird auch weiterhin Förderungen für den Austausch alter Heizungen anbieten. Die Förderung kann bis zu 70 Prozent der Investitionskosten betragen, abhängig von verschiedenen Faktoren wie dem Einkommen des Antragstellers und der Effizienz der neuen Heizungsanlage. Diese finanziellen Anreize sind besonders wichtig, um Eigentümern den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme zu erleichtern und die Kosten für die Umstellung zu senken.
Die KfW-Förderung umfasst verschiedene Boni, darunter einen Klimageschwindigkeits-Bonus für zügige Umsetzungen und einen Einkommens-Bonus für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen bis 40.000 Euro pro Jahr. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass auch einkommensschwächere Haushalte von den Förderungen profitieren können.
Wie wird die Kostenverteilung zwischen Mietern und Vermietern geregelt?
Ein weiterer wichtiger Aspekt des neuen Heizungsgesetzes ist die Regelung zur Kostenverteilung zwischen Mietern und Vermietern. Bisher trugen in der Regel die Mieter die gesamten Kosten für fossile Brennstoffe. Mit den neuen Regelungen sollen die Kosten für CO2-Preise und Netzentgelte künftig hälftig zwischen Mietern und Vermietern aufgeteilt werden. Dies soll Mieter vor steigenden Nebenkosten schützen und eine gerechtere Kostenverteilung schaffen.
Diese Reform ist besonders relevant in Anbetracht der steigenden Energiepreise und der damit verbundenen finanziellen Belastungen für Mieter. Durch die neue Regelung wird erwartet, dass die Nebenkosten für Mieter stabiler und transparenter werden, was zu einer besseren Planbarkeit der monatlichen Ausgaben führt.
Welche Auswirkungen hat das Heizungsgesetz auf den Immobilienmarkt?
Die Änderungen im Heizungsgesetz könnten erhebliche Auswirkungen auf den Immobilienmarkt haben. Eigentümer, die in neue Heizsysteme investieren, könnten von einer Wertsteigerung ihrer Immobilien profitieren, da energieeffiziente Gebäude zunehmend nachgefragt werden. Gleichzeitig könnte die Flexibilität bei der Wahl der Heiztechnik dazu führen, dass mehr Eigentümer bereit sind, in nachhaltige Lösungen zu investieren.
Allerdings besteht auch das Risiko von Fehlinvestitionen, insbesondere wenn die Entwicklungen auf den Energiemärkten und die CO2-Preise nicht ausreichend berücksichtigt werden. Eigentümer sollten daher sorgfältig abwägen, welche Heizsysteme sie installieren und welche Förderungen sie in Anspruch nehmen können, um langfristig wirtschaftlich zu handeln.
Fazit

Das neue Heizungsgesetz 2026 bringt bedeutende Änderungen mit sich, die sowohl für Immobilienbesitzer als auch für Mieter von großer Relevanz sind. Die Abschaffung der 65-Prozent-Pflicht und die Einführung der Bio-Energietreppe bieten mehr Flexibilität bei der Heizungswahl und fördern den Einsatz klimafreundlicher Brennstoffe. Gleichzeitig sorgt die neue Kostenverteilung für mehr Gerechtigkeit zwischen Mietern und Vermietern. Die KfW-Förderungen bleiben ein wichtiger Anreiz für den Umstieg auf nachhaltige Heizsysteme. In Anbetracht der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist es entscheidend, dass Eigentümer und Mieter sich rechtzeitig auf die neuen Regelungen einstellen und die verfügbaren Förderungen optimal nutzen.
Häufige Fragen
Was sind die Hauptänderungen im Heizungsgesetz 2026?
Wann tritt das neue Heizungsgesetz in Kraft?
Welche Förderungen gibt es für den Heizungstausch?
Was ist die Bio-Energietreppe?
Wie wird die Kostenverteilung zwischen Mietern und Vermietern geregelt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Neue Heizungsregelungen für 2026 · Foto: Skylar Kang / Pexels


