⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 27.08.2026
Das DIW-Konjunkturbarometer hat im August 2026 einen Anstieg auf 96,4 Punkte verzeichnet, was auf eine Stabilisierung der deutschen Wirtschaft hindeutet.
- DIW-Konjunkturbarometer steigt um 5 Punkte
- Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent im zweiten Quartal
- Geopolitische Risiken und Inflation belasten weiterhin
Das DIW-Konjunkturbarometer hat im August 2026 einen Anstieg um gut fünf Punkte auf 96,4 Punkte verzeichnet. Dieser Anstieg bringt den Index näher an die neutrale 100-Punkte-Marke, die ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft anzeigt. Nach einem Rückgang im Vormonat zeigt sich damit eine gewisse Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland. DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik kommentierte, dass das schwankende Barometer das insgesamt instabile konjunkturelle Bild widerspiegelt, jedoch Anzeichen einer Erholung erkennbar sind.
Wirtschaftswachstum und Exportzahlen

Im zweiten Quartal 2026 wuchs die Wirtschaftsleistung Deutschlands um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Diese positive Entwicklung wird durch Rekordexporte unterstützt, die jedoch von anhaltenden geopolitischen Risiken und steigenden Energiepreisen belastet werden. Insbesondere der Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie die damit verbundenen Unsicherheiten in der Straße von Hormus haben Auswirkungen auf die Energiekosten und die Verbraucherpreise. Diese Faktoren könnten die Kaufkraft der Verbraucher und somit auch den privaten Konsum beeinträchtigen.
Die deutschen Exporteure profitieren jedoch von einer stabilen Nachfrage im Ausland, was sich positiv auf die Industrie auswirkt. Die Aufträge im Verteidigungssektor haben sich als besonders robust erwiesen, was zu einer Stabilisierung der Produktionszahlen führt. Diese Entwicklung könnte auch den DAX, den deutschen Aktienindex, positiv beeinflussen, da Unternehmen in diesen Sektoren von den gestiegenen Aufträgen profitieren.
Öffentliche Investitionen und ihre Auswirkungen
Öffentliche Investitionen spielen eine entscheidende Rolle für die Stabilität der deutschen Wirtschaft. Die Bundesregierung hat in den letzten Monaten verstärkt in Infrastruktur und Verteidigung investiert, was zu einem Anstieg der Aufträge in der Industrie geführt hat. DIW-Expertin Laura Pagenhardt betont, dass diese Investitionen zwar kurzfristig stabilisierende Effekte haben, jedoch auch langfristig private Investitionen und eine höhere Produktivität erforderlich sind, um ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu gewährleisten.
Die Notwendigkeit, private Investitionen zu fördern, ist besonders wichtig, da die Binnennachfrage im zweiten Quartal nur um 0,1 Prozent gestiegen ist. Ein Anstieg der privaten Investitionen könnte nicht nur die wirtschaftliche Dynamik stärken, sondern auch das Vertrauen der Anleger in den Aktienmarkt erhöhen, was sich positiv auf die Börsenkurse auswirken könnte.
Inflation und ihre Herausforderungen
- Indexstand: 96,4 Punkte
- Anstieg um 5 Punkte im August
- Wirtschaftswachstum: 0,3 Prozent im Q2 2026
Trotz der positiven Entwicklungen gibt es weiterhin Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf die Inflation. Die Verbraucherpreise sind durch die gestiegenen Ölpreise und die geopolitischen Spannungen unter Druck geraten. Diese Inflation könnte die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigen und somit den privaten Konsum dämpfen. Ein Anstieg der Inflation könnte auch die Zinsen beeinflussen, was wiederum Auswirkungen auf die Kreditaufnahme und Investitionen hat.
Die aktuelle Inflationsrate in Deutschland ist ein zentrales Thema für die Wirtschaftspolitik. Sollten die Preise weiter steigen, könnte dies die Zentralbank dazu veranlassen, die Zinspolitik zu straffen, was sich negativ auf die Aktienmärkte auswirken könnte. Anleger sollten daher die Entwicklungen in diesem Bereich genau beobachten, um fundierte Entscheidungen zu treffen.
Die Rolle der Industrie und der Dienstleistungssektor
Die deutsche Industrie zeigt Anzeichen einer Erholung, insbesondere durch kräftige Auftragseingänge und eine stabilere Produktionslage. Diese positive Entwicklung könnte den DAX und andere Aktienmärkte unterstützen, da Unternehmen in der Industrie von den gestiegenen Aufträgen profitieren. Gleichzeitig bleibt der Dienstleistungssektor gespalten. Während unternehmensnahe Dienstleistungen optimistisch stimmen, dämpfen die trübe Verbraucherlaune und die gestiegene Inflation die Entwicklung im konsumnahen Bereich.
Die Unsicherheiten im Dienstleistungssektor könnten sich auch auf die Aktienkurse auswirken, insbesondere bei Unternehmen, die stark vom privaten Konsum abhängen. Eine Stabilisierung der Verbraucherlaune ist daher entscheidend für die weitere wirtschaftliche Entwicklung und die Performance der Aktienmärkte.
Ausblick und Fazit

Der Anstieg des DIW-Konjunkturbarometers auf 96,4 Punkte im August 2026 deutet auf eine Stabilisierung der deutschen Wirtschaft hin, auch wenn weiterhin Herausforderungen bestehen. Die positive Entwicklung im Exportsektor und die öffentlichen Investitionen könnten kurzfristig für Stabilität sorgen, während die Inflation und geopolitische Risiken weiterhin im Fokus bleiben. Anleger sollten die Entwicklungen genau verfolgen, um die Auswirkungen auf den Aktienmarkt und die Wirtschaft insgesamt zu verstehen.
Häufige Fragen
Was ist das DIW-Konjunkturbarometer?
Wie wird das DIW-Konjunkturbarometer berechnet?
Was bedeutet ein Anstieg des Konjunkturbarometers?
Wie beeinflusst das Konjunkturbarometer den Aktienmarkt?
Welche Faktoren beeinflussen das DIW-Konjunkturbarometer?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Anstieg des DIW-Konjunkturbarometers im August · Foto: Christina & Peter / Pexels


