⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 08.08.2026
In der aktuellen Debatte um ein umfassendes PFAS-Verbot auf EU-Ebene appelliert Drägerwerk-Chef Stefan Dräger an die Bundesregierung, sich stärker einzubringen.
- Dräger fordert politische Initiative der Bundesregierung.
- PFAS-Verbot könnte existenzbedrohend für die Industrie sein.
- Diskussion über die Regulierung von PFAS läuft seit 2023.
In der aktuellen Debatte um ein umfassendes PFAS-Verbot auf EU-Ebene appelliert Drägerwerk-Chef Stefan Dräger an die Bundesregierung, sich stärker einzubringen. Die Diskussion über die Regulierung von PFAS, die seit 2023 läuft, könnte weitreichende Auswirkungen auf die deutsche Industrie haben, insbesondere auf Unternehmen wie Dräger, die auf diese Chemikalien angewiesen sind.
Was sind PFAS?

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, eine Gruppe von Chemikalien, die für ihre wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften bekannt sind. Diese Stoffe sind in vielen Produkten des täglichen Lebens zu finden, von Lebensmittelverpackungen bis hin zu technischen Anwendungen in der Industrie. Aufgrund ihrer Beständigkeit in der Umwelt werden sie auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, da sie sich kaum abbauen und sich in der Umwelt und im menschlichen Körper anreichern können.
Die gesundheitlichen Risiken, die mit PFAS verbunden sind, haben in den letzten Jahren zunehmend Aufmerksamkeit erregt. Studien zeigen, dass bestimmte PFAS gesundheitsschädlich sein können, was zu einem wachsenden Druck auf Regierungen und Unternehmen führt, diese Chemikalien zu regulieren oder sogar zu verbannen.
Dräger und die Auswirkungen des PFAS-Verbots
Stefan Dräger, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, äußerte sich besorgt über die geplante EU-Regelung, die als existenzbedrohend für Dräger und andere Unternehmen der Branche angesehen wird. „Die diskutierte PFAS-Regelung ist existenzbedrohend, nicht nur für Dräger“, erklärte er. Dräger fordert, dass die Industrie weiterhin Zugang zu besonders nützlichen Stoffen haben sollte, solange diese als ungiftig und nicht wasserlöslich gelten.
Er betont, dass eine kontrollierte Verwendung dieser Chemikalien unter strengen Auflagen für Produktion, Gebrauch und Entsorgung notwendig sei. Dies könnte es der Industrie ermöglichen, weiterhin innovative Produkte zu entwickeln, ohne die Umwelt zu gefährden.
Die Rolle der Bundesregierung
- Datum: 08.08.2026
- Umsatz Dräger: 3,5 Milliarden Euro
- Mitarbeiterzahl: über 16.000
Dräger wartet auf eine Initiative der Bundesregierung, die sich stärker in die Debatte um das PFAS-Verbot einbringen sollte. Er kritisierte, dass der Vorstoß zur Regulierung von PFAS nicht auf einem Beschluss des Bundestags beruht, was seiner Meinung nach an Legitimation fehlt. „Die Bundesregierung könnte noch immer eingreifen und sagen, wir haben jetzt eine politische Bewertung auch der gesellschaftlichen Auswirkungen vorgenommen und wir wollen den Vorschlag ändern“, so Dräger.
Die Bundesregierung hat die Möglichkeit, die Diskussion über die Regulierung von PFAS zu beeinflussen und sicherzustellen, dass die Interessen der Industrie gewahrt bleiben. Dies könnte entscheidend für den Erhalt des deutschen Industriestandorts sein, der stark von Unternehmen wie Dräger abhängt.
Aktuelle Entwicklungen und Ausblick
Die Diskussion über das PFAS-Verbot auf EU-Ebene läuft seit 2023 und wird voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. In dieser Zeit werden verschiedene Varianten der Regulierung diskutiert, wobei ein Totalverbot als voraussichtlich nicht umsetzbar gilt. Die EU hat bereits Schritte unternommen, um die Verwendung von PFAS in bestimmten Anwendungen zu regulieren, was für Unternehmen wie Dräger von großer Bedeutung ist.
Die Auswirkungen eines möglichen Verbots könnten nicht nur die Produktionskosten erhöhen, sondern auch die Innovationskraft der Unternehmen beeinträchtigen. Daher ist es für Investoren und Marktbeobachter wichtig, die Entwicklungen in dieser Debatte genau zu verfolgen, um die potenziellen Auswirkungen auf die Aktienkurse von Unternehmen wie Dräger zu verstehen.
Fazit

Die Debatte um das PFAS-Verbot ist ein zentrales Thema für die deutsche Industrie, insbesondere für Unternehmen wie Dräger, die auf diese Chemikalien angewiesen sind. Die Forderung von Stefan Dräger an die Bundesregierung, sich stärker in die Diskussion einzubringen, könnte entscheidend für die Zukunft des Unternehmens und des deutschen Industriestandorts sein. Investoren sollten die Entwicklungen in dieser Angelegenheit aufmerksam verfolgen, da sie erhebliche Auswirkungen auf die Aktienkurse und die wirtschaftliche Stabilität der Branche haben könnten.
Häufige Fragen
Was sind PFAS?
Warum ist das PFAS-Verbot für Dräger wichtig?
Wie viele Mitarbeiter hat Dräger?
Wann wurde das PFAS-Verbot diskutiert?
Was fordert Dräger von der Bundesregierung?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Dräger und das PFAS-Verbot im Fokus · Foto: Tom Fisk / Pexels


