⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 30.07.2026
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und steigender Inflation ist es entscheidend, die richtigen Anlagestrategien zu verfolgen. Die drei Regeln von Benjamin Graham bieten wertvolle Leitlinien, um dein Depot vor einem möglichen Crash zu schützen.
- Benjamin Graham gilt als Vater des Value Investing.
- Seine Regeln helfen, unterbewertete Aktien zu identifizieren.
- Eine Sicherheitsmarge schützt vor Verlusten in Krisenzeiten.
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und steigender Inflation ist es entscheidend, die richtigen Anlagestrategien zu verfolgen. Die drei Regeln von Benjamin Graham bieten wertvolle Leitlinien, um dein Depot vor einem möglichen Crash zu schützen. Graham, der als Vater des Value Investing gilt, hat Prinzipien formuliert, die auch heute noch für Anleger von Bedeutung sind.
Wer ist Benjamin Graham?

Benjamin Graham war ein amerikanischer Investor und Ökonom, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebte. Er gilt als einer der einflussreichsten Investoren der Geschichte und ist bekannt für seine Philosophie des Value Investing. Graham lehrte, dass Anleger Aktien nicht nur als kurzfristige Handelsobjekte betrachten sollten, sondern als Anteile an einem Unternehmen. Seine Ansätze zur Aktienanalyse und -bewertung haben Generationen von Investoren, darunter Warren Buffett, inspiriert.
Die erste Regel: Sicherheitsmarge
Eine der zentralen Ideen von Graham ist die Sicherheitsmarge. Diese beschreibt die Differenz zwischen dem inneren Wert eines Unternehmens und seinem aktuellen Marktpreis. Das Ziel ist es, Aktien zu kaufen, deren geschätzter Wert deutlich über dem Preis liegt, den man bezahlt. Graham empfahl, eine Sicherheitsmarge von mindestens 25 % bis 40 % anzustreben. Dies bedeutet, dass der Marktpreis der Aktie mindestens 25 % bis 40 % unter dem berechneten inneren Wert liegen sollte.
Diese Strategie schützt Anleger vor Verlusten, insbesondere in Krisenzeiten. Wenn der Markt irrational reagiert oder das Unternehmen vorübergehende Schwierigkeiten hat, bietet die Sicherheitsmarge einen Puffer, der das Kapital der Anleger schützt. In einer Zeit, in der Inflation und wirtschaftliche Unsicherheiten zunehmen, ist dieser Ansatz besonders relevant.
Die zweite Regel: Wertbestimmung
Die zweite Regel von Graham bezieht sich auf die Wertbestimmung von Aktien. Anleger sollten einen realistischen inneren Wert berechnen, bevor sie investieren. Graham empfahl, einfache Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) zu verwenden. Ein KGV von maximal 15 und ein KBV von maximal 1,5 gelten als gute Indikatoren für unterbewertete Aktien.
Für den unternehmerischen Anleger, auch als „Enterprising Investor“ bekannt, gelten noch strengere Maßstäbe. Graham empfahl, Aktien zu suchen, die unter ihrem Nettoumlaufvermögen notieren oder ein KGV von unter 10 aufweisen. Diese Kriterien helfen, echte Substanz-Schnäppchen zu identifizieren, die in einem volatilen Markt stabiler sind.
Die dritte Regel: Langfristiger Fokus
Die dritte Regel von Graham betont die Bedeutung eines langfristigen Fokus beim Investieren. Value Investing ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Anleger sollten Geduld haben und darauf warten, dass der Markt den wahren Wert eines Unternehmens erkennt. Graham sagte einmal: „Der Markt ist kurzfristig eine Wahlmaschine, langfristig eine Waage.“
Um das Risiko eines Fehlers bei einer Einzelaktie zu minimieren, empfiehlt Graham, das Portfolio zu diversifizieren. Eine Diversifikation auf zehn bis dreißig verschiedene Aktien kann helfen, das Risiko zu streuen. Allerdings erfordert die gründliche Analyse und Überwachung dieser Unternehmen erheblichen Zeitaufwand. Daher ist es oft besser, sich auf zehn bis fünfzehn gut verstandene Positionen zu konzentrieren.
Die Relevanz von Grahams Regeln in der heutigen Zeit
In der aktuellen wirtschaftlichen Lage, geprägt von steigenden Zinsen und Inflation, sind Grahams Prinzipien relevanter denn je. Viele Anleger sind verunsichert und suchen nach sicheren Anlagemöglichkeiten. Die Anwendung von Grahams Regeln kann helfen, das Risiko zu minimieren und gleichzeitig das Potenzial für langfristige Gewinne zu maximieren.
Die Unsicherheiten auf dem Aktienmarkt, insbesondere im Hinblick auf Technologieaktien und Kryptowährungen, erfordern eine fundierte Analyse. Anleger sollten sich nicht von kurzfristigen Trends leiten lassen, sondern sich auf die fundamentalen Werte der Unternehmen konzentrieren, in die sie investieren.
Tipp: So setzt du Grahams Regeln um
Um die Regeln von Benjamin Graham erfolgreich anzuwenden, ist es wichtig, eine systematische Strategie zu entwickeln. Beginne mit einer gründlichen Fundamentalanalyse der Unternehmen, in die du investieren möchtest. Achte auf finanzielle Stabilität, stetige Gewinne und eine klare Wettbewerbsposition. Setze dir feste Kaufpreis-Maximalwerte, die dir eine Sicherheitsmarge bieten.
Nutze einfache Kennzahlen als erste Filter, um potenzielle Investitionen zu identifizieren. Halte dich an die von Graham empfohlenen KGV- und KBV-Werte und sei bereit, Geduld zu zeigen. Der Markt wird letztendlich den wahren Wert der Unternehmen erkennen, und deine Investitionen werden davon profitieren.
Fazit

Die drei Regeln von Benjamin Graham bieten eine solide Grundlage für jeden Anleger, der sein Depot vor den Unsicherheiten des Marktes schützen möchte. Durch die Anwendung der Sicherheitsmarge, die sorgfältige Wertbestimmung und den langfristigen Fokus können Anleger nicht nur ihr Kapital schützen, sondern auch von den Chancen profitieren, die der Markt bietet. In einer Zeit, in der wirtschaftliche Unsicherheiten zunehmen, sind diese Prinzipien ein wertvolles Werkzeug für jeden Investor.
Häufige Fragen
Wer war Benjamin Graham?
Was ist die Sicherheitsmarge?
Wie berechnet man den inneren Wert einer Aktie?
Warum ist Geduld beim Investieren wichtig?
Wie kann ich mein Portfolio diversifizieren?
Quellen: Google News
Symbolbild: Strategien für sicheres Investieren · Foto: RDNE Stock project / Pexels


