⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 25.06.2026
Die Bundesregierung hat die Förderung für das Effizienzhaus 55-Plus bis Ende 2026 verlängert, um den Wohnungsbau anzukurbeln und den Bauüberhang abzubauen.
- Effizienzhaus 55-Plus-Förderung bis Ende 2026 verlängert
- Zinsverbilligte Kredite von bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit
- Fossile Energieträger sind ausgeschlossen
Die Bundesregierung hat am 19. Juni 2026 die Verlängerung der Effizienzhaus 55-Plus-Förderung bekannt gegeben. Diese Maßnahme zielt darauf ab, den Wohnungsbau in Deutschland zu fördern und den bestehenden Bauüberhang abzubauen. Die Förderanträge können bis zum Jahresende 2026 gestellt werden, solange die bereitgestellten Mittel nicht vollständig ausgeschöpft sind.
Was ist die Effizienzhaus 55-Plus-Förderung?

Die Effizienzhaus 55-Plus-Förderung ist ein Programm, das von der Bundesregierung ins Leben gerufen wurde, um den Neubau von Wohn- und Nichtwohngebäuden zu unterstützen. Die Förderung erfolgt durch zinsverbilligte Kredite der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), die es Bauherren ermöglicht, bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit zu beantragen. Die Gebäude müssen den Effizienzhausstandard 55 erfüllen, was bedeutet, dass sie nur 55 Prozent der Energie verbrauchen, die ein Standardhaus benötigt.
Ein zentrales Kriterium für die Förderung ist, dass die Wärmeversorgung der Neubauten zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen muss. Fossile Energieträger wie Gas und Öl sind ausgeschlossen. Stattdessen sind Technologien wie Wärmepumpen, Solarwärme und Biomasse förderfähig. Diese Anforderungen unterstützen nicht nur den Klimaschutz, sondern tragen auch zur Reduzierung der Nebenkosten für die Bewohner bei.
Warum wurde die Förderung verlängert?
Die Entscheidung zur Verlängerung der Förderung wurde von Verena Hubertz, der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, getroffen. Sie betonte, dass die Förderung bereits Wirkung zeigt: Bis zum 15. Juni 2026 konnten rund 33.700 Wohneinheiten mit einem Kredit– und Zuschussvolumen von etwa 3,2 Milliarden Euro gefördert werden. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Baubranche vor großen Herausforderungen, insbesondere durch die steigenden Preise infolge des Iran-Kriegs.
Die Ministerin erklärte, dass die Nachfrage nach der Förderung in den letzten Wochen gestiegen sei, was die Notwendigkeit der Verlängerung unterstreicht. Es stehen noch 343 Millionen Euro im Fördertopf zur Verfügung, und die Bundesregierung möchte sicherstellen, dass diese Mittel dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden.
Wie wirkt sich die Förderung auf den Wohnungsbau aus?
- Förderanträge bis Ende 2026 möglich
- Rund 33.700 Wohneinheiten gefördert
- 343 Millionen Euro noch verfügbar
Die Effizienzhaus 55-Plus-Förderung hat das Potenzial, den Wohnungsbau in Deutschland erheblich zu stimulieren. Durch die Bereitstellung zinsverbilligter Kredite wird es für Bauherren attraktiver, in Neubauprojekte zu investieren. Dies könnte dazu führen, dass viele baureife Projekte, die aufgrund finanzieller Unsicherheiten auf Eis gelegt wurden, nun realisiert werden können.
Die Förderung zielt darauf ab, den bestehenden Bauüberhang abzubauen, der in den letzten Jahren aufgrund von steigenden Baukosten und Zinssteigerungen entstanden ist. Indem die Bundesregierung Anreize schafft, sollen mehr Wohnungen geschaffen werden, was auch zur Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes beitragen könnte.
Finanzielle Rahmenbedingungen der Förderung
Die finanziellen Rahmenbedingungen der Effizienzhaus 55-Plus-Förderung sind attraktiv. Der effektive Zinssatz für die Kredite soll bei 1 Prozent pro Jahr liegen, bei einer Laufzeit von zehn Jahren und einer Zinsbindung von ebenfalls zehn Jahren. Diese Konditionen sind besonders vorteilhaft in Zeiten steigender Zinsen und Inflation, da sie Bauherren eine gewisse Planungssicherheit bieten.
Die Förderung ist nicht nur auf Wohngebäude beschränkt; auch Nichtwohngebäude können von den zinsverbilligten Krediten profitieren. Kommunen haben die Möglichkeit, zusätzlich einen Zuschuss von 7,5 Prozent zu beantragen, was die finanzielle Unterstützung weiter erhöht.
Auswirkungen auf den Immobilienmarkt
Die Verlängerung der Effizienzhaus 55-Plus-Förderung könnte auch positive Auswirkungen auf den Immobilienmarkt haben. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten und der Inflation ist es für Investoren entscheidend, sichere und rentable Anlagemöglichkeiten zu finden. Immobilien gelten traditionell als eine solche Anlageform, und die staatliche Förderung könnte dazu führen, dass mehr Kapital in den Wohnungsbau fließt.
Ein aktiverer Wohnungsbau könnte auch die Preise stabilisieren oder sogar senken, was für viele Käufer und Mieter von Vorteil wäre. Zudem könnte die Förderung dazu beitragen, dass der Markt für nachhaltige Immobilien weiter wächst, da die Anforderungen an erneuerbare Energien und Energieeffizienz immer strenger werden.
Fazit

Die Verlängerung der Effizienzhaus 55-Plus-Förderung bis Ende 2026 stellt einen wichtigen Schritt dar, um den Wohnungsbau in Deutschland zu fördern und den Bauüberhang abzubauen. Mit attraktiven finanziellen Rahmenbedingungen und einem klaren Fokus auf erneuerbare Energien bietet die Förderung sowohl Bauherren als auch Investoren zahlreiche Vorteile. In einer Zeit, in der die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen herausfordernd sind, könnte diese Maßnahme entscheidend dazu beitragen, den Immobilienmarkt zu stabilisieren und die Schaffung neuer Wohnräume voranzutreiben.
Häufige Fragen
Was ist die Effizienzhaus 55-Plus-Förderung?
Wie lange läuft die Förderung?
Welche Bedingungen müssen erfüllt sein?
Wie hoch sind die Fördermittel?
Wie wirkt sich die Förderung auf den Immobilienmarkt aus?
Quellen: Google News
Symbolbild: Effizienzhaus 55-Plus: Förderung bis Ende 2026 · Foto: Skyler Ewing / Pexels


