⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 05.07.2026
Die jüngsten Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben kaum Auswirkungen auf die Tagesgeldzinsen der Banken. Nur eine Handvoll Anbieter gibt die Erhöhung an ihre Kunden weiter.
- EZB hebt Zinsen um 0,25 Prozentpunkte an.
- Nur 12 Banken erhöhen ihre Tagesgeldzinsen merklich.
- Durchschnittliche Zinsen liegen unter der Inflationsrate.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat kürzlich den Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent angehoben. Diese Maßnahme sollte theoretisch dazu führen, dass Banken und Sparkassen diese Zinsanhebung an ihre Kunden weitergeben. Doch die Realität sieht anders aus: Eine aktuelle Untersuchung des Vergleichsportals Biallo zeigt, dass nur 12 von 800 untersuchten Banken und Sparkassen ihre Tagesgeldzinsen in den zwei Wochen nach der EZB-Zinsanhebung um mindestens 0,20 Prozentpunkte erhöht haben. Unter diesen Anbietern sind keine Sparkassen oder Volksbanken.
Was sind die aktuellen Zinssätze?

Die Analyse von Biallo zeigt, dass überregionale Banken im Durchschnitt einen Zinssatz von 1,36 Prozent pro Jahr anbieten. Volks- und Raiffeisenbanken liegen im Schnitt bei 0,49 Prozent, während Sparkassen mit 0,44 Prozent noch niedriger sind. Diese Werte sind nicht nur enttäuschend, sondern liegen auch unter der aktuellen Inflationsrate von 2,3 Prozent, was bedeutet, dass das Geld der Sparer im Laufe der Zeit an Wert verliert.
Warum ist die Zinsweitergabe so gering?
Die Zurückhaltung der Banken, die Zinsanhebungen der EZB weiterzugeben, könnte mehrere Gründe haben. Zum einen könnte es an der Wettbewerbssituation im Bankensektor liegen, wo viele Banken versuchen, ihre Margen zu schützen. Zum anderen könnte die Unsicherheit über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung dazu führen, dass Banken vorsichtiger agieren. Die Tatsache, dass keine Sparkassen oder Volksbanken unter den Anbietern sind, die die Zinsen erhöht haben, könnte auch darauf hindeuten, dass diese Institute weniger flexibel sind, wenn es um die Anpassung ihrer Zinssätze geht.
Die besten Tagesgeldangebote im Vergleich
- EZB-Zinserhöhung: 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent
- Nur 12 von 800 Banken haben Zinsen erhöht
- Durchschnittlicher Zinssatz überregionaler Banken: 1,36 Prozent
- Inflationsrate im Juni: 2,3 Prozent
Unter den 12 Anbietern, die die EZB-Zinsanhebung weitgehend weitergegeben haben, sticht die Ascory Bank hervor, die derzeit den besten Standard-Zinssatz von 2,50 Prozent pro Jahr für einen Anlagebetrag von 10.000 Euro bietet. Auf dem zweiten Platz folgen die Bigbank und Revolut mit 2,25 Prozent, gefolgt von Cosmos Direkt mit 2,20 Prozent. Diese Angebote sind besonders für Sparer attraktiv, die nach Möglichkeiten suchen, ihre Erträge zu maximieren.
Die Bedeutung des Zinsvergleichs für Sparer
In der aktuellen Situation ist es für Verbraucher wichtiger denn je, die Zinssätze verschiedener Banken zu vergleichen. Ein Vergleich kann nicht nur helfen, den besten Zinssatz zu finden, sondern auch dazu beitragen, die Auswirkungen der Inflation auf das Ersparte zu minimieren. Wer beispielsweise 10.000 Euro zu einem Zinssatz von 0,44 Prozent anlegt, erhält am Jahresende lediglich 44 Euro Zinsen. Bei einem Zinssatz von 2,5 Prozent hingegen wären es 250 Euro, was einen erheblichen Unterschied ausmacht.
Wie sollten Sparer reagieren?
Fazit

Die aktuelle Situation zeigt, dass trotz der Zinserhöhungen der EZB nur wenige Banken bereit sind, diese an ihre Kunden weiterzugeben. Sparer sollten sich bewusst sein, dass die durchschnittlichen Zinssätze unter der Inflationsrate liegen und aktiv nach besseren Angeboten suchen. Ein Vergleich der Tagesgeldzinsen kann entscheidend sein, um die Erträge zu maximieren und den Wert des Ersparten zu sichern.
Häufige Fragen
Warum geben Banken die EZB-Zinserhöhungen nicht weiter?
Welche Banken haben die Zinsen erhöht?
Wie hoch sind die durchschnittlichen Tagesgeldzinsen?
Was bedeutet die Inflationsrate für Sparer?
Wie sollten Sparer auf die aktuelle Zinssituation reagieren?
Quellen: Google News
Symbolbild: Enttäuschende Tagesgeldzinsen im Vergleich · Foto: Stephen Leonardi / Pexels


