⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 07.09.2026
In Zeiten des digitalen Wandels und Fachkräftemangels wird Weiterbildung für Unternehmen immer wichtiger. Doch wie lässt sich der tatsächliche Nutzen dieser Maßnahmen objektiv bewerten?
- Die Mehrheit der Unternehmen misst den Erfolg von Weiterbildungen nicht systematisch.
- Kleine und mittlere Unternehmen investieren mehr in Weiterbildung als Großunternehmen.
- Eine klare Zielsetzung und geeignete Methoden sind entscheidend für den Erfolg.
In Zeiten des digitalen Wandels und anhaltenden Fachkräftemangels wird Weiterbildung für Unternehmen immer wichtiger. Doch wie lässt sich der tatsächliche Nutzen dieser Maßnahmen objektiv bewerten? Eine aktuelle Studie des eLearning Journals in Zusammenarbeit mit GoodHabitz zeigt, dass nur 43 Prozent der befragten Unternehmen ihre Weiterbildungsmaßnahmen bewerten. Lediglich 8 Prozent berechnen den Return on Investment (ROI) quantitativ, während 35 Prozent qualitative Methoden wie Feedbackgespräche oder Zufriedenheitsumfragen nutzen. Die Mehrheit der Unternehmen verzichtet jedoch auf eine strukturierte Erfolgsmessung.
Was ist der Return on Investment (ROI) von Weiterbildungen?

Der ROI von Weiterbildungen ist ein Maß für den wirtschaftlichen Nutzen, den Unternehmen aus ihren Investitionen in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter ziehen. Eine präzise Erfolgskontrolle ist entscheidend, um den tatsächlichen Mehrwert von Qualifizierungsmaßnahmen zu erkennen und zu optimieren. Der ROI wird häufig als Verhältnis zwischen den Kosten der Weiterbildung und den daraus resultierenden finanziellen Vorteilen dargestellt. In vielen Unternehmen fehlt jedoch eine systematische Erfassung dieser Kennzahlen, was die Bewertung der Effektivität von Weiterbildungsprogrammen erschwert.
Herausforderungen bei der Erfolgsmessung von Weiterbildungen
Trotz der wachsenden Bedeutung von Weiterbildungen stehen Unternehmen vor spezifischen Herausforderungen bei der Erfolgsmessung. Eine Studie von bwcon Research identifiziert vier Hauptkategorien von Hindernissen: unmittelbarer Weiterbildungsbedarf und Qualifikationslücken, Schwierigkeiten bei der Implementierung von Weiterbildungen, fehlende strategische Planung und Anpassungsfähigkeit sowie Probleme bei der Erfolgsmessung und dem Nachweis des ROI von Weiterbildungsprogrammen. Diese Herausforderungen können dazu führen, dass Unternehmen den tatsächlichen Nutzen ihrer Investitionen in die Weiterbildung nicht erkennen.
Strategische Weiterbildung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)
- 43 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Weiterbildungsmaßnahmen.
- Nur 8 Prozent berechnen den ROI quantitativ.
- KMU investieren im Durchschnitt 1.492 Euro pro Mitarbeiter in Weiterbildung.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zeigen eine bemerkenswerte Bereitschaft zur Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden. Laut der KOFA-Studie 1/2024 investieren KMU im Durchschnitt mehr Zeit und Geld pro Mitarbeiter in Weiterbildungen als Großunternehmen. So betrugen die Investitionen pro Beschäftigtem in kleinen Unternehmen durchschnittlich 1.492 Euro, während es in mittelgroßen Unternehmen 1.288 Euro und in Großunternehmen 1.267 Euro waren. Diese Investitionen sind entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern und den Fachkräftemangel zu bekämpfen.
Erfolgsfaktoren für effektive Weiterbildung
Für eine erfolgreiche Weiterbildung sind klare Zielsetzungen und die Auswahl geeigneter Methoden entscheidend. Unternehmen sollten den spezifischen Qualifizierungsbedarf ihrer Mitarbeitenden analysieren und darauf abgestimmte Lernformate wählen. Zudem ist die Einbindung der Mitarbeitenden in die Planung und Umsetzung von Weiterbildungsmaßnahmen ein wichtiger Erfolgsfaktor. Eine offene Lernkultur, die Feedback und kontinuierliches Lernen fördert, trägt maßgeblich zur Effektivität von Weiterbildungen bei.
Politische Initiativen und Fördermöglichkeiten
Die Bedeutung von Weiterbildungen wurde auch auf politischer Ebene erkannt. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil betont die Notwendigkeit von Weiterbildungen in Deutschland aufgrund der ökologischen Transformation, Digitalisierung und Nutzung Künstlicher Intelligenz, die viele Berufe verändern. 93 Prozent der deutschen Unternehmen sehen Weiterbildung als wichtig an, jedoch haben nur 29 Prozent eine schriftliche Weiterbildungsstrategie. Dies zeigt, dass es noch viel Raum für Verbesserungen gibt.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Weiterbildung ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen ist, um den Herausforderungen des Fachkräftemangels und der Digitalisierung zu begegnen. Die systematische Messung des ROI von Weiterbildungsmaßnahmen ist entscheidend, um den tatsächlichen Nutzen zu erkennen und zu optimieren. Unternehmen sollten klare Zielsetzungen definieren und geeignete Methoden zur Erfolgsmessung wählen, um die Effektivität ihrer Weiterbildungsprogramme zu steigern.
Häufige Fragen
Warum ist Weiterbildung wichtig für Unternehmen?
Wie messen Unternehmen den Erfolg von Weiterbildungen?
Was sind die Herausforderungen bei der Erfolgsmessung von Weiterbildungen?
Wie viel investieren Unternehmen in Weiterbildung?
Welche Rolle spielt die Politik bei der Weiterbildung?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Mitarbeiter in einer Weiterbildungssitzung · Foto: Anna Shvets / Pexels


