⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 03.08.2026
Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln hat im zweiten Quartal 2026 erneut zugenommen, was sich in einem Umsatz von 4,75 Milliarden Euro niederschlägt.
- Bio-Umsatz im zweiten Quartal 2026: 4,75 Milliarden Euro
- Wachstum von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
- Drogeriemärkte als Haupttreiber der Nachfrage
Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln hat im zweiten Quartal 2026 erneut zugenommen, was sich in einem Umsatz von 4,75 Milliarden Euro niederschlägt. Laut dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) entspricht dies einem Wachstum von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Im gesamten ersten Halbjahr 2026 belief sich der Umsatz mit Bio-Produkten auf mehr als 9,6 Milliarden Euro. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Bio-Lebensmittel auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten eine hohe Priorität für die Verbraucher haben.
Was geschah im Bio-Markt im zweiten Quartal 2026?

Im Zeitraum von April bis Juli 2026 verzeichnete der Einzelhandel mit Bio-Produkten ein bemerkenswertes Umsatzwachstum. Die BÖLW-Chefin Tina Andres betonte, dass Bio-Lebensmittel auch in Krisenzeiten ganz oben auf der Einkaufsliste der Deutschen stehen. Dies zeigt, dass das Interesse an nachhaltigen und gesunden Lebensmitteln ungebrochen ist, trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheiten, die durch Inflation und steigende Lebenshaltungskosten geprägt sind.
Die Drogeriemärkte, insbesondere dm und Rossmann, haben sich als Haupttreiber der Nachfrage herausgestellt. Diese Einzelhändler haben ihr Bio-Sortiment in den letzten Jahren erheblich ausgeweitet, insbesondere in Kategorien wie Snacks, vegane Produkte, Babykost und Tee. Die Umsätze mit Bio-Produkten in diesen Märkten stiegen um fast 20 Prozent, was die wachsende Beliebtheit von Bio-Produkten unter den Verbrauchern unterstreicht.
Wie beeinflusst die Inflation die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln?
Obwohl die Umsatzsteigerungen im Bio-Segment nicht um die Preissteigerungen im Lebensmitteleinzelhandel bereinigt sind, übersteigen sie diese deutlich. Die allgemeine Teuerung hat zwar auch den Bio-Markt erreicht, jedoch scheinen viele Verbraucher bereit zu sein, für Bio-Produkte mehr auszugeben. Dies könnte auf ein wachsendes Bewusstsein für die gesundheitlichen Vorteile und die Umweltfreundlichkeit von Bio-Lebensmitteln zurückzuführen sein.
Die Inflation hat in vielen Bereichen des Lebens zu einem Umdenken geführt. Verbraucher sind zunehmend bereit, in qualitativ hochwertige und nachhaltige Produkte zu investieren, was sich positiv auf den Bio-Markt auswirkt. Diese Entwicklung könnte auch langfristige Auswirkungen auf die Marktstruktur haben, da immer mehr Verbraucher Bio-Produkte in herkömmlichen Supermärkten und Drogerien kaufen, anstatt in spezialisierten Bio-Fachgeschäften.
Die Rolle der Drogeriemärkte im Bio-Segment
- Umsatz im zweiten Quartal: 4,75 Milliarden Euro
- Wachstum im Vergleich zum Vorjahr: 3,8 Prozent
- Umsatz im ersten Halbjahr: über 9,6 Milliarden Euro
Die Drogeriemärkte haben sich als entscheidende Akteure im Bio-Segment etabliert. Mit einem Marktanteil von rund 12,5 Prozent am gesamten Bio-Lebensmittelhandel zeigen sie ein starkes Wachstumspotenzial. Die kontinuierliche Erweiterung des Bio-Sortiments in diesen Märkten hat dazu beigetragen, dass Verbraucher Bio-Produkte leichter zugänglich sind. Dies könnte auch erklären, warum die Nachfrage in den Bio-Fachgeschäften stagniert, während die Drogeriemärkte florieren.
Die Supermarktketten, auch als Vollsortimenter bekannt, haben ebenfalls von diesem Trend profitiert. Im zweiten Quartal 2026 verzeichneten sie ein Umsatzwachstum von 5 Prozent bei Bio-Produkten. Der Ausbau der Bio-Eigenmarken hat sich als besonders erfolgreich erwiesen, was darauf hindeutet, dass Verbraucher zunehmend bereit sind, auch Eigenmarken zu kaufen, wenn sie die Bio-Zertifizierung tragen.
Marktstruktur und Konsumverhalten
Die stagnierende Nachfrage im Bio-Fachhandel, die bei einem Umsatz von 0,82 Milliarden Euro liegt, könnte auf einen Strukturwandel im Markt hinweisen. Immer mehr Verbraucher entscheiden sich dafür, Bio-Lebensmittel in herkömmlichen Supermärkten oder Drogerien zu kaufen, was die Rolle der spezialisierten Bio-Fachgeschäfte in Frage stellt. Diese Entwicklung könnte auch durch die veränderte Konsumstimmung beeinflusst werden, die durch wirtschaftliche Unsicherheiten geprägt ist.
Das Konsumverhalten zeigt, dass Verbraucher zunehmend nach Bequemlichkeit und Zugänglichkeit suchen. Die Möglichkeit, Bio-Produkte in ihrem regulären Einkauf zu integrieren, könnte dazu führen, dass sie weniger geneigt sind, spezielle Bio-Läden aufzusuchen. Dies könnte langfristig die Marktanteile der Bio-Fachgeschäfte verringern und die Dynamik im Bio-Segment verändern.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln im zweiten Quartal 2026 weiterhin stark ist, mit einem Umsatz von 4,75 Milliarden Euro und einem Wachstum von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Drogeriemärkte und Vollsortimenter spielen eine entscheidende Rolle in diesem Wachstum, während die Bio-Fachgeschäfte stagnieren. Diese Entwicklungen könnten langfristige Auswirkungen auf die Marktstruktur und das Konsumverhalten haben, insbesondere in einem wirtschaftlichen Umfeld, das von Inflation und Unsicherheiten geprägt ist.
Häufige Fragen
Wie hoch war der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln im zweiten Quartal 2026?
Welches Wachstum verzeichnete der Bio-Markt im Vergleich zum Vorjahr?
Welche Einzelhandelskanäle treiben die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln?
Wie hat sich die Nachfrage im Bio-Fachhandel entwickelt?
Was sind die Hauptgründe für das Wachstum im Bio-Segment?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln · Foto: freestocks.org / Pexels


