⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 24.06.2026
Die Zahl der ETF-Schließungen hat in den letzten Jahren zugenommen. Aktuelle Statistiken zeigen, dass Anleger die Risiken und Chancen im ETF-Markt besser einschätzen müssen.
- 230 ETFs wurden 2025 in den USA aufgelöst.
- Die Lebensdauer geschlossener US-Aktiv-ETFs lag bei 1,75 Jahren.
- Die Mehrheit der geschlossenen ETFs hatte weniger als 25 Millionen US-Dollar Vermögen.
Die Welt der börsengehandelten Fonds (ETFs) hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht. Während die Anzahl neuer ETF-Launches stetig steigt, zeigt sich ein besorgniserregender Trend: Die Zahl der ETF-Schließungen nimmt zu. Im Jahr 2025 wurden in den USA insgesamt 230 ETFs aufgelöst, darunter 146 aktive und 86 passive Produkte. Diese Zahlen verdeutlichen, dass ETF-Schließungen keine Seltenheit sind, sondern ein regelmäßiger Bestandteil des Marktes.
Was sind ETF-Auflösungen?

ETF-Auflösungen beziehen sich auf die Schließung von Exchange Traded Funds, die nicht mehr wirtschaftlich tragfähig sind. Diese Schließungen sind keine Seltenheit, sondern ein fester Bestandteil des Marktes. Die Gründe für eine Liquidation sind vielfältig, oft sind es ein dauerhaft niedriges Fondsvolumen, geringes Handelsvolumen oder eine hohe Anzahl von Konkurrenzprodukten, die auf denselben Index abzielen. Diese Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein ETF geschlossen wird.
Die Schließungen von ETFs sind in den letzten Jahren zu einem regelmäßigen Marktprozess geworden. Die Zahlen zeigen, dass die Schließungen im dreistelligen Bereich pro Jahr keine Ausnahme sind. Im Jahr 2024 wurden in den USA 187 ETFs geschlossen, während es 2023 insgesamt 226 Schließungen gab. Diese Entwicklung ist besonders relevant für Anleger, die in ETFs investieren möchten, da sie die Risiken und Chancen besser einschätzen müssen.
Aktuelle Statistiken zu ETF-Schließungen
Die aktuellen Daten zeigen, dass die durchschnittliche Lebensdauer geschlossener US-Aktiv-ETFs im Jahr 2025 bei 1,75 Jahren lag. Dies deutet darauf hin, dass viele Fonds nicht die notwendige Zeit erhalten, um sich am Markt zu etablieren. Im Vergleich dazu liegt die durchschnittliche Lebensdauer liquidierter europäischer ETFs bei rund vier Jahren, was auf eine stabilere Marktstruktur in Europa hinweist.
Von den 150 geschlossenen ETFs in den USA hatten nur sechs zu Jahresbeginn mehr als 50 Millionen US-Dollar an Vermögen. Die Mehrheit der geschlossenen ETFs wies ein Vermögen von weniger als 25 Millionen US-Dollar auf. Dies verdeutlicht, dass Anleger bei der Auswahl von ETFs auf die Größe und das Vermögen des Fonds achten sollten, um das Risiko einer Schließung zu minimieren.
Ursachen für ETF-Schließungen
- Im Jahr 2025 wurden in den USA 230 ETFs aufgelöst.
- Die durchschnittliche Lebensdauer geschlossener US-Aktiv-ETFs betrug 1,75 Jahre.
- Von 150 geschlossenen ETFs hatten nur sechs mehr als 50 Millionen US-Dollar Vermögen.
Die Hauptursache für die Schließung von ETFs ist oft die fehlende Wirtschaftlichkeit. Laut dem Morningstar-Report werden die jährlichen Fixkosten eines US-ETFs auf etwa 250.000 US-Dollar geschätzt. Bei einer durchschnittlichen Verwaltungsgebühr von 0,75 Prozent ergibt sich ein Break-Even-Volumen von rund 33 Millionen US-Dollar. Dies bedeutet, dass ein ETF, der dauerhaft unter dieser Schwelle bleibt, ein hohes Risiko für eine Schließung hat.
Ein weiterer Faktor, der zu ETF-Schließungen beiträgt, sind die Marktbedingungen und die spezifischen Strategien der Fonds. Im Jahr 2025 wurden viele der geschlossenen ETFs als Nischen- oder Kurzzeitstrategien eingestuft. Diese Produkte, die oft gehebelte oder inverse Strategien verfolgen, sind besonders anfällig für Schließungen, da sie häufig nicht die notwendige Anlegerbasis erreichen.
Risiken für Anleger
Die aktuellen Trends bei ETF-Schließungen zeigen, dass Anleger wachsam sein müssen. Mit 230 geschlossenen ETFs in den USA im Jahr 2025 und einer durchschnittlichen Lebensdauer von nur 1,75 Jahren ist es wichtig, die Risiken zu verstehen und informierte Entscheidungen zu treffen. Durch die Auswahl von Fonds mit ausreichendem Vermögen und einer soliden Strategie können Anleger das Risiko von Schließungen minimieren und ihre Investitionen langfristig absichern.
Ein wichtiges Warnsignal für Anleger ist ein Fondsvolumen, das über einen längeren Zeitraum unter 100 Millionen Euro liegt. Wenn ein ETF nach zwei bis drei Jahren nicht mindestens dieses Volumen erreicht hat, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Schließung erheblich. Auch ein geringes Handelsvolumen kann ein Indikator sein, dass der ETF nicht mehr rentabel ist.
Praktische Hinweise für Anleger
Die steuerlichen Folgen einer ETF-Liquidation sind für viele Anleger ebenfalls ein zentrales Thema. Bei einer Liquidation müssen Anleger darauf vorbereitet sein, dass die erzielten Gewinne versteuert werden müssen. Dies geschieht in der Regel zum Zeitpunkt der Liquidation, und Anleger sollten sich im Vorfeld über ihre steuerliche Situation informieren und gegebenenfalls einen Steuerberater konsultieren.
Fazit

Die Schließung von ETFs ist ein ernstzunehmendes Ereignis, das Anleger nicht ignorieren sollten. Die aktuellen Statistiken zeigen, dass ETF-Schließungen zunehmen und dass viele Fonds nicht die notwendige Zeit erhalten, um sich am Markt zu etablieren. Durch die frühzeitige Erkennung von Warnsignalen und das Verständnis der steuerlichen Konsequenzen können Anleger besser auf eine mögliche Schließung reagieren. Es ist entscheidend, sich über die Risiken im Klaren zu sein und informierte Entscheidungen zu treffen, um die eigenen Investitionen langfristig abzusichern.
Häufige Fragen
Was sind ETF-Auflösungen?
Warum werden ETFs geschlossen?
Wie lange leben ETFs im Durchschnitt?
Wie kann ich das Risiko einer ETF-Schließung minimieren?
Was passiert, wenn ein ETF geschlossen wird?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Analyse der ETF-Auflösungen und Trends · Foto: RDNE Stock project / Pexels


