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ETF-Sparplan in der Krise: So profitieren Sie von fallenden

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⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 24.08.2026

In Zeiten fallender Märkte kann ein ETF-Sparplan eine wertvolle Strategie sein. Anleger, die ruhig bleiben und nicht verkaufen, können von den niedrigeren Preisen profitieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Krisen führen zu niedrigeren Einstiegspreisen
  • Durchschnittskosten-Effekt senkt den Einstiegspreis
  • Langfristige Investoren profitieren von Erholungen

In der aktuellen wirtschaftlichen Lage, in der viele Märkte unter Druck stehen, stellt sich für viele Anleger die Frage, wie sie mit ihren ETF-Sparplänen umgehen sollen. Die Erfahrung zeigt, dass in Krisenzeiten oft die besten Kaufgelegenheiten entstehen. Wer in fallenden Märkten ruhig bleibt und nicht verkauft, kann von den niedrigeren Preisen profitieren und langfristig Gewinne erzielen.

Was passiert mit einem ETF-Sparplan in der Krise?

Anlegerstrategien in Krisenzeiten
Symbolbild: Anlegerstrategien in Krisenzeiten · Foto: AlphaTradeZone / Pexels

Wenn die Märkte fallen, geschieht etwas Interessantes mit einem ETF-Sparplan. Anleger, die regelmäßig einen festen Betrag investieren, kaufen in Krisenzeiten mehr Anteile für denselben Geldbetrag. Dies führt dazu, dass der durchschnittliche Einstiegspreis sinkt. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Wenn ein ETF im Januar 100 Euro kostet und der Anleger 200 Euro investiert, erwirbt er zwei Anteile. Fällt der Preis im März auf 60 Euro, kann er für denselben Betrag 3,33 Anteile kaufen. Dies bedeutet, dass er am Ende für 600 Euro insgesamt 7,55 Anteile besitzt, was zu einem durchschnittlichen Einstiegspreis von rund 79 Euro führt.

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Diese Strategie, auch bekannt als Cost-Average-Effekt, nimmt dem Timing die Macht. Anleger, die in Krisenzeiten automatisch kaufen, ohne emotional zu reagieren, profitieren langfristig von den Erholungen der Märkte.

Die psychologischen Herausforderungen in Krisenzeiten

Eine der größten Herausforderungen für Anleger in Krisenzeiten ist die emotionale Reaktion auf fallende Kurse. Oft neigen Anleger dazu, in Panik zu verkaufen, wenn sie Verluste sehen. Historische Daten zeigen jedoch, dass diejenigen, die in Krisen verkaufen und auf eine Erholung warten, langfristig schlechtere Renditen erzielen. Eine Analyse von JP Morgan über einen Zeitraum von zwanzig Jahren zeigt, dass Anleger, die die zehn besten Börsentage verpasst haben, am Ende rund 50 Prozent weniger Kapital besitzen als diejenigen, die durchgehend investiert waren.

Die besten Kaufzeitpunkte fallen häufig in die emotional schwierigsten Phasen. Wer in Krisen ruhig bleibt und investiert, hat die Möglichkeit, von den Erholungen zu profitieren, die oft schnell nach den schlimmsten Tagen kommen.

Strategien für den ETF-Sparplan in Krisenzeiten

Fakten auf einen Blick

  • Marktverfall: 35% Rückgang im März 2020
  • Durchschnittlicher Einstiegspreis sinkt bei fallenden Märkten
  • MSCI World erholt sich innerhalb von fünf Monaten

Eine bewährte Strategie in Krisenzeiten ist es, den Sparplan einfach weiterlaufen zu lassen. Dies bedeutet, dass Anleger weiterhin regelmäßig investieren, auch wenn die Märkte fallen. Wer auf Erholung wartet, kauft in der Regel teurer, da die Preise nach einer Krise oft wieder steigen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Entscheidung, den Sparplan aufrechtzuerhalten, idealerweise vor einer Krise getroffen werden sollte. Wenn diese Entscheidung schriftlich festgehalten wird, bleibt sie auch in schwierigen Zeiten bestehen.

Zusätzlich sollten Anleger ihre Anlagestrategie regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Eine Diversifizierung über verschiedene Anlageklassen kann helfen, das Risiko zu minimieren. Ein ausgewogenes Portfolio, das sowohl Aktien-ETFs als auch sicherere Anlagen umfasst, kann in Krisenzeiten stabilisierend wirken.

Langfristige Perspektive und historische Daten

Die langfristige Perspektive ist entscheidend für den Erfolg eines ETF-Sparplans. Historische Daten zeigen, dass der MSCI World, ein beliebter Index für ETF-Anleger, in der Vergangenheit nach massiven Kursstürzen immer wieder Erholungen erlebt hat. Wer in der Vergangenheit in den MSCI World investiert hat und seine Anteile über einen Zeitraum von 15 Jahren gehalten hat, hat nie Verluste gemacht. Die niedrigste Rendite lag bei 1,3 Prozent pro Jahr, während die höchste bei 14,46 Prozent pro Jahr lag. Der Durchschnitt über alle 15-Jahreszeiträume betrug 8,3 Prozent pro Jahr.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass Geduld und eine langfristige Anlagestrategie in Krisenzeiten von entscheidender Bedeutung sind. Anleger sollten sich bewusst machen, dass die Verluste, die sie in ihrem Depot sehen, nur virtuell sind und erst real werden, wenn sie verkaufen.

Schutz der Anlagen in Krisenzeiten

Ein weiterer wichtiger Aspekt für Anleger ist der Schutz ihrer Anlagen. ETF-Anteile sind als Sondervermögen geschützt und werden von einer Depotbank verwaltet. Dies bedeutet, dass im Falle einer Insolvenz des ETF-Anbieters die Anteile an eine andere Bank übertragen werden. Anleger können sich also darauf verlassen, dass ihre Investitionen auch in Krisenzeiten sicher sind.

Zusätzlich sollten Anleger darauf achten, nicht mehr als 3 Prozent des Startwerts pro Jahr aus ihrem Depot zu entnehmen. Dies hilft, das Risiko zu minimieren und die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass das Kapital auch in Krisenzeiten erhalten bleibt.

Fazit

Anlegerstrategien in Krisenzeiten
Symbolbild: Anlegerstrategien in Krisenzeiten · Foto: RDNE Stock project / Pexels

In Krisenzeiten ist es entscheidend, einen kühlen Kopf zu bewahren und den ETF-Sparplan weiterlaufen zu lassen. Anleger, die in fallenden Märkten investieren, profitieren von niedrigeren Preisen und können langfristig von den Erholungen der Märkte profitieren. Die Entscheidung, in Krisenzeiten investiert zu bleiben, sollte im Voraus getroffen werden, um emotionale Entscheidungen zu vermeiden. Mit einer langfristigen Perspektive und einer gut durchdachten Anlagestrategie können Anleger auch in schwierigen Zeiten erfolgreich sein.

Häufige Fragen

Was passiert mit meinem ETF-Sparplan in einer Krise?
In einer Krise kaufen Sie für denselben Betrag mehr Anteile, was den durchschnittlichen Einstiegspreis senkt.
Sollte ich meinen Sparplan in Krisenzeiten pausieren?
Es ist ratsam, den Sparplan nicht zu pausieren, da Sie sonst von höheren Preisen nach der Erholung betroffen sind.
Wie lange sollte ich in ETFs investieren?
Langfristige Investitionen von mindestens 15 Jahren haben in der Vergangenheit nie zu Verlusten geführt.
Was ist der Cost-Average-Effekt?
Der Cost-Average-Effekt beschreibt, dass bei konstanten Investitionen in fallenden Märkten mehr Anteile gekauft werden, was den Einstiegspreis senkt.
Wie sicher sind meine Anlagen in Krisenzeiten?
Ihre ETF-Anteile sind als Sondervermögen geschützt und werden von einer Depotbank verwaltet, was Ihr Risiko minimiert.

Quellen: Google News

Symbolbild: Anlegerstrategien in Krisenzeiten · Foto: Arturo Añez. / Pexels

Stefan Wagner
Stefan Wagner
Stefan Wagner widmet sich den Themen Altersvorsorge und Versicherungen. Er erklärt verständlich, welche Vorsorgemodelle es gibt und worauf man bei langfristigen Entscheidungen achten sollte. Bei Finanz-Echo möchte er dazu beitragen, dass auch trockene Themen wie Renten- und Absicherungsfragen greifbar werden.
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