⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 09.08.2026
Die Geothermie-Branche erlebt einen Boom, angetrieben durch politische Maßnahmen und steigende Nachfrage nach erneuerbaren Energien. Hier sind drei Aktien, die von dieser Entwicklung profitieren könnten.
- Geothermie wird als Schlüssel zur Wärmewende angesehen.
- Politische Unterstützung durch das GeoBG beschleunigt Genehmigungsprozesse.
- Daldrup & Söhne, Climeon und Ormat Technologies sind vielversprechende Investitionen.
Die Geothermie-Branche hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen, insbesondere im Kontext der globalen Wärmewende. Mit dem Inkrafttreten des Geothermiebeschleunigungsgesetzes (GeoBG) Ende 2025 hat die deutsche Regierung einen klaren Rahmen geschaffen, um den Ausbau von Geothermie-Anlagen zu fördern. Dies hat nicht nur das Interesse von Investoren geweckt, sondern auch die Aktienkurse von Unternehmen in diesem Sektor in die Höhe getrieben. In diesem Artikel stellen wir drei vielversprechende Geothermie-Aktien vor, die von dieser Entwicklung profitieren könnten.
Was ist Geothermie?

Geothermie bezeichnet die Nutzung der Erdwärme zur Energiegewinnung. Diese Form der Energiegewinnung ist besonders nachhaltig, da sie unabhängig von Wetterbedingungen ist und das ganze Jahr über betrieben werden kann. In Deutschland stammen bereits 15 Prozent der erneuerbaren Wärme aus Geothermie, wobei die tiefe Geothermie, die Bohrungen in Tiefen von bis zu sechs Kilometern erfordert, eine immer wichtigere Rolle spielt. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 mindestens 100 neue tiefengeothermische Projekte zu initiieren und die Einspeisung von Erdwärme in Wärmenetze zu verzehnfachen.
Politische Unterstützung für die Geothermie
Die politische Unterstützung für die Geothermie ist ein entscheidender Faktor für das Wachstum des Sektors. Das GeoBG, das seit Dezember 2025 in Kraft ist, hat verbindliche Fristen für die Bearbeitung von Genehmigungen eingeführt und Geothermie als von überragendem öffentlichen Interesse eingestuft. Dies bedeutet, dass Projekte schneller genehmigt werden können, was für Investoren und Unternehmen von großer Bedeutung ist. Zudem bietet die KfW Förderbanken Finanzierungsmodelle an, die das Risiko für Projektentwickler minimieren, indem sie eine sogenannte Fündigkeitsversicherung anbieten.
Top-Aktien im Geothermie-Sektor
- Bundestag verabschiedete das Geothermiebeschleunigungsgesetz (GeoBG) Ende 2025.
- Bis 2030 sollen in Deutschland mindestens 100 neue tiefengeothermische Projekte initiiert werden.
- Aktuell sind in Deutschland 44 Geothermie-Anlagen in Betrieb.
In diesem dynamischen Markt gibt es mehrere Unternehmen, die sich als führend in der Geothermie etabliert haben. Drei der vielversprechendsten Aktien sind:
- Daldrup & Söhne: Dieses Unternehmen ist auf Tiefenbohrungen spezialisiert und hat sich gut aufgestellt, um von der steigenden Nachfrage nach Geothermie zu profitieren. Mit einer Eigenkapitalquote von knapp 70 Prozent ist Daldrup finanziell solide aufgestellt. Der Auftragsbestand lag Ende August 2025 bei 140 Millionen Euro, was auf ein starkes Wachstum hindeutet.
- Climeon: Climeon ist bekannt für seine innovativen Technologien zur Nutzung von Geothermie zur Stromerzeugung. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Lösungen spezialisiert, die es ermöglichen, auch bei niedrigeren Temperaturen effizient Strom zu erzeugen. Dies könnte in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, da die Nachfrage nach nachhaltigen Energiequellen weiter steigt.
- Ormat Technologies: Ormat ist ein international tätiges Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und den Betrieb von Geothermie-Anlagen spezialisiert hat. Mit einer starken Präsenz in Nordamerika und Europa ist Ormat gut positioniert, um von der globalen Energiewende zu profitieren.
Risiken und Herausforderungen
Trotz der positiven Entwicklungen gibt es auch Risiken, die Anleger beachten sollten. Die Geothermie ist eine komplexe Technologie, und fehlerhafte Bohrungen können zu hohen Kosten führen. Ein Beispiel hierfür ist der Vorfall in Staufen im Breisgau, wo durch fehlerhafte Bohrungen Schäden an denkmalgeschützten Gebäuden entstanden sind. Solche Vorfälle können das Vertrauen in Geothermie-Projekte beeinträchtigen und zu Protesten führen.
Ein weiteres Risiko ist die Abhängigkeit von politischen Rahmenbedingungen. Änderungen in der Gesetzgebung oder der politischen Unterstützung könnten sich negativ auf die Branche auswirken. Daher ist es wichtig, die Entwicklungen in der Politik genau zu beobachten und die Investitionsstrategien entsprechend anzupassen.
Marktentwicklung und Ausblick
Die Marktentwicklung im Bereich Geothermie zeigt vielversprechende Trends. Analysten erwarten, dass die Nachfrage nach Geothermie bis 2030 erheblich steigen wird, insbesondere in Deutschland, wo die Regierung klare Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien gesetzt hat. Die Kombination aus politischer Unterstützung, technologischen Fortschritten und wachsendem Umweltbewusstsein der Verbraucher könnte dazu führen, dass Geothermie-Aktien in den kommenden Jahren weiter an Wert gewinnen.
Für Anleger, die in den Bereich erneuerbare Energien investieren möchten, bieten Geothermie-Aktien eine interessante Möglichkeit, von der Wärmewende zu profitieren. Die genannten Unternehmen sind gut positioniert, um von den bevorstehenden Veränderungen im Energiemarkt zu profitieren und könnten sich als attraktive Investitionen erweisen.
Fazit

Die Geothermie-Branche steht vor einem bedeutenden Wandel, angetrieben durch politische Unterstützung und technologische Innovationen. Unternehmen wie Daldrup & Söhne, Climeon und Ormat Technologies sind gut aufgestellt, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Trotz der bestehenden Risiken bietet der Sektor vielversprechende Chancen für Anleger, die in die Zukunft der erneuerbaren Energien investieren möchten.
Häufige Fragen
Was ist Geothermie?
Warum sind Geothermie-Aktien interessant?
Welche Unternehmen sind führend im Geothermie-Sektor?
Wie unterstützt die Politik die Geothermie?
Was sind die Risiken bei Investitionen in Geothermie-Aktien?
Quellen: Google News
Symbolbild: Geothermie-Anlage zur Energiegewinnung · Foto: Francesco Ungaro / Pexels


