⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 21.07.2026
Der Software-Sektor zeigt sich gespalten: Während einige Unternehmen von der Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz profitieren, kämpfen andere mit dramatischen Verlusten. Analysten sehen in dieser Kluft große Chancen für Investoren.
- Kluft zwischen Gewinnern und Verlierern im Software-Sektor
- Infrastruktursoftware profitiert stark von KI
- Analysten empfehlen gezielte Investitionen in erfolgreiche Unternehmen
Der Software-Sektor zeigt sich derzeit in einem gespaltenen Zustand, der für Anleger sowohl Risiken als auch Chancen birgt. Während einige Unternehmen, wie Datadog, seit Jahresbeginn nahezu eine Verdopplung ihrer Aktienkurse verzeichnen konnten, haben andere, wie Salesforce, rund ein Drittel ihres Wertes verloren. Diese Kluft ist laut dem Analysten Kirk Materne von Evercore-ISI eine der größten, die je innerhalb eines Sektors gemessen wurde. Der Grund für diese Divergenz liegt in der Art und Weise, wie verschiedene Unternehmen versuchen, Künstliche Intelligenz (KI) zu monetarisieren.
Was ist die Ursache für die Kluft im Software-Sektor?

Der Markt behandelt Software-Aktien nicht mehr als eine einheitliche Anlageklasse. Stattdessen konzentriert sich das Anlegerkapital auf Unternehmen, die direkt von der Nachfrage nach KI und dem Ausbau der Dateninfrastruktur profitieren. Materne beschreibt den Software-Sektor als in zwei Lager geteilt: Die Gewinnerseite umfasst Unternehmen, die das technische Fundament bereitstellen, das für den sicheren und großflächigen Einsatz von KI erforderlich ist. Dazu gehören Infrastruktur-, Sicherheits-, Überwachungs-, Daten- und Orchestrierungsplattformen.
Auf der anderen Seite stehen Anwendungs- und Vertikalsoftware-Anbieter, deren Plattformen an feste Nutzerzahlen oder spezifische Arbeitsabläufe gebunden sind. Diese Unternehmen sehen sich dem Verdacht ausgesetzt, dass autonome KI-Agenten die von ihnen angebotenen Aufgaben künftig selbst übernehmen könnten, was sich negativ auf ihre Bewertungen auswirkt.
Die Gewinner im Software-Sektor
Unter den Gewinnern im aktuellen Markt befinden sich Unternehmen wie Datadog, Palo Alto Networks und CrowdStrike, die seit Jahresbeginn Kursgewinne von rund 90%, 94,72% und 73,29% verzeichnen. Diese Unternehmen haben sich durch einen disziplinierten Umgang mit KI-Investitionen ausgezeichnet, im Gegensatz zu anderen Techkonzernen, die massive Kapitalausgaben getätigt haben. Analysten betonen, dass die Sichtbarkeit im Vertriebszyklus für Unternehmen wie Palo Alto Networks stark ist, was zu einer positiven Marktentwicklung beiträgt.
Evercore-Analyst Kirk Materne sieht für Anleger kaum einen Grund, sich von Infrastruktur und Sicherheit als sicherem Hafen inmitten des KI-Sturms abzuwenden. Die starke Performance dieser Unternehmen zeigt, dass sie gut positioniert sind, um von den aktuellen Trends zu profitieren und zukünftiges Wachstum zu sichern.
Die Verlierer im Software-Sektor
- Datadog-Aktien fast verdoppelt seit Jahresbeginn
- Salesforce verliert rund ein Drittel seines Wertes
- Infrastruktursoftware im Plus: 51% seit Jahresbeginn
Auf der Verliererseite stehen Unternehmen wie Salesforce, Adobe, Workday und Atlassian, die seit Jahresbeginn jeweils ein Drittel oder mehr an Wert eingebüßt haben. Diese Unternehmen sind stark von festen Nutzerzahlen abhängig und sehen sich dem Druck ausgesetzt, dass KI-Agenten ihre Aufgaben übernehmen könnten. Diese Unsicherheit hat zu einem Rückgang der Bewertungen geführt und die Anleger verunsichert.
Die Kluft zwischen den Gewinnern und Verlierern im Software-Sektor ist nicht nur eine Momentaufnahme, sondern könnte sich weiter vertiefen, wenn sich die Technologie und die Marktbedingungen weiterentwickeln. Anleger sollten daher genau beobachten, welche Unternehmen in der Lage sind, sich erfolgreich an die Veränderungen anzupassen.
Wie sollten Anleger auf die aktuelle Marktentwicklung reagieren?
Anleger sollten sich auf Unternehmen konzentrieren, die von der Nachfrage nach KI profitieren und in Infrastruktur und Sicherheit investieren. Diese Unternehmen haben sich als widerstandsfähig erwiesen und zeigen starke Kursgewinne. Ein gezielter Fokus auf diese Bereiche könnte es Anlegern ermöglichen, von den aktuellen Markttrends zu profitieren und potenzielle Verluste in anderen Bereichen zu minimieren.
Darüber hinaus ist es wichtig, die Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz und deren Auswirkungen auf den Software-Sektor kontinuierlich zu verfolgen. Die Fähigkeit, sich an neue Technologien und Marktbedingungen anzupassen, wird entscheidend für den zukünftigen Erfolg von Unternehmen in diesem Sektor sein.
Fazit

Der Software-Sektor ist derzeit stark gespalten, was sowohl Risiken als auch Chancen für Anleger mit sich bringt. Während einige Unternehmen von der Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz profitieren, kämpfen andere mit dramatischen Verlusten. Analysten empfehlen, gezielt in Unternehmen zu investieren, die in Infrastruktur und Sicherheit tätig sind, um von den aktuellen Trends zu profitieren und zukünftiges Wachstum zu sichern.
Häufige Fragen
Was sind die Hauptursachen für die Kluft im Software-Sektor?
Welche Unternehmen sind die Gewinner im aktuellen Markt?
Wie sollten Anleger auf die aktuelle Marktentwicklung reagieren?
Was sind die Risiken im Software-Sektor?
Wie sieht die Zukunft des Software-Sektors aus?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Chancen im Software-Sektor erkennen · Foto: cottonbro studio / Pexels


