⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 07.08.2026
Eine aktuelle Analyse zeigt, dass Gold als Inflationsschutz nicht die erhoffte Sicherheit bietet. Historische Daten belegen, dass Anleger in Zeiten hoher Inflation oft Verluste erlitten.
- Gold hat in den letzten 50 Jahren eine geringe Korrelation zur Inflation gezeigt.
- In bestimmten Zeiträumen verloren Goldanleger trotz hoher Inflation an Wert.
- Experten empfehlen diversifizierte Portfolios anstelle von Gold als Inflationsschutz.
Eine neue Analyse von Amy Arnott, Portfolio-Strategin bei Morningstar, stellt die gängige Meinung in Frage, dass Gold ein verlässlicher Schutz gegen Inflation ist. Die Studie zeigt, dass die Korrelation zwischen dem Goldpreis und der Inflation in den letzten 50 Jahren lediglich bei 0,16 liegt. Dies bedeutet, dass es kaum eine Beziehung zwischen den beiden Werten gibt, was die Annahme, Gold sei ein sicherer Hafen in Zeiten steigender Preise, stark infrage stellt.
Was ist die aktuelle Erkenntnis über Gold als Inflationsschutz?

Die Analyse von Arnott bezieht sich auf verschiedene Zeiträume mit hoher Inflation in den USA. So erlebte Gold zwischen 1973 und 1979 eine positive Entwicklung, als die Inflationsrate im Durchschnitt 8,8% betrug und Goldanleger Erträge von 35% erzielten. Doch in den darauffolgenden Jahren, insbesondere zwischen 1980 und 1984, verloren Goldanleger im Schnitt 10%, obwohl die Inflationsrate weiterhin hoch war. Diese Diskrepanz wirft Fragen auf, ob Gold tatsächlich als Inflationsschutz geeignet ist.
Ein weiterer Zeitraum, der in der Analyse betrachtet wurde, ist von 1988 bis 1991, als die Inflationsrate bei 4,6% lag. In dieser Zeit verlor Gold etwa 7,6% an Wert. Diese historischen Daten zeigen, dass Gold nicht immer die erhoffte Sicherheit bietet, die viele Anleger erwarten.
Die Volatilität von Gold und ihre Auswirkungen auf Anleger
Ein zentraler Punkt, den Arnott und andere Experten ansprechen, ist die hohe Volatilität von Gold. In den letzten zehn Jahren war die realisierte Volatilität von Gold doppelt so hoch wie die von US-Staatsanleihen und sogar höher als die von US-Aktien. Diese Schwankungen können für Anleger riskant sein, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit.
Die Analyse von „Seeking Alpha“ unterstützt diese Sichtweise und zeigt, dass Gold zwischen 1978 und 1995 nur 71% Gewinn erzielte, während der Verbraucherpreisindex (CPI) um 127% stieg. Dies deutet darauf hin, dass Gold nicht nur hinter den Erwartungen zurückblieb, sondern auch als Inflationsschutz versagte.
Empfehlungen für Anleger: Diversifikation statt Gold
- Korrelation zwischen Goldpreis und Inflation: 0,16
- Goldanleger verloren zwischen 1980 und 1984 im Schnitt 10%
- Gold erzielte zwischen 1978 und 1995 nur 71% Gewinn, während CPI um 127% stieg
Angesichts der unzureichenden Performance von Gold in Zeiten hoher Inflation empfehlen Experten wie Arnott, dass Anleger ihre Portfolios diversifizieren sollten. Michael McClary, CIO von Valmark Financial Group, rät dazu, nicht nur in Gold zu investieren, weil man glaubt, dass Inflation bevorsteht. Stattdessen sollten Anleger ein gemischtes Portfolio in Betracht ziehen, das Aktien, Immobilienfonds (REITs), Rohstoffe wie Öl und inflationsgeschützte Anleihen (TIPS) umfasst.
Die Rolle von Gold in einem modernen Portfolio
Obwohl Gold in der Vergangenheit nicht immer als verlässlicher Inflationsschutz fungierte, bleibt es dennoch ein wichtiger Bestandteil vieler Portfolios. Experten betonen, dass Gold nicht als vollständiger Ersatz für Anleihen betrachtet werden sollte. In Zeiten, in denen die Märkte unter Druck stehen, kann Gold jedoch helfen, Schwankungen zu reduzieren und Verluste abzufedern.
Die historische Betrachtung zeigt, dass Gold in bestimmten Phasen, insbesondere während der Stagflation in den 1970er Jahren, eine positive Rendite erzielte. Dennoch ist es wichtig, die aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen und die eigene Anlagestrategie zu berücksichtigen, bevor man in Gold investiert.
Fazit: Gold als Inflationsschutz ist fraglich

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die aktuelle Analyse von Amy Arnott und anderen Experten darauf hinweist, dass Gold kein verlässlicher Inflationsschutz ist. Die geringe Korrelation zwischen Goldpreisen und Inflation sowie die hohe Volatilität machen es zu einer riskanten Anlageform. Anleger sollten daher in Erwägung ziehen, ihre Portfolios zu diversifizieren und alternative Anlageformen zu nutzen, um sich besser gegen Inflation abzusichern.
Häufige Fragen
Warum gilt Gold als Inflationsschutz?
Was sagen die aktuellen Studien über Gold und Inflation?
Welche Alternativen gibt es zu Gold als Inflationsschutz?
Wie hat sich der Goldpreis in der Vergangenheit während hoher Inflation entwickelt?
Was sollten Anleger beachten, wenn sie in Gold investieren?
Quellen: Google News
Symbolbild: Gold und Inflation: Eine kritische Analyse · Foto: Pixabay / Pexels


