⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 20.07.2026
Goldman Sachs hat das HALO-Konzept eingeführt, das Unternehmen mit hohem Sachwertanteil in den Fokus rückt. Diese Aktien könnten im Zuge der KI-Revolution besonders profitieren.
- HALO-Aktien sind Unternehmen mit hohem physischem Kapital.
- Europa zeigt eine hohe Gewichtung an HALO-Unternehmen im Vergleich zu den USA.
- Beispiele für HALO-Unternehmen sind BMW, Rio Tinto und Equinor.
Goldman Sachs hat kürzlich das HALO-Konzept eingeführt, das für ‚Heavy Assets, Low Obsolescence‘ steht. Dieses Konzept zielt darauf ab, Unternehmen zu identifizieren, die über einen hohen Anteil an physischem Kapital verfügen und somit eine dauerhafte wirtschaftliche Relevanz besitzen. In einer Zeit, in der die künstliche Intelligenz (KI) zunehmend an Bedeutung gewinnt, könnte dieser Ansatz für Anleger von großem Interesse sein.
Was sind HALO-Aktien?

HALO-Aktien sind Unternehmen, die sich durch einen hohen Sachwertanteil auszeichnen. Diese Unternehmen sind in Sektoren tätig, die weniger anfällig für technologische Veränderungen sind, wie beispielsweise Energie, Verkehrsinfrastruktur und Maschinenbau. Der Begriff wurde erstmals von Josh Brown, dem CEO von Ritholtz Wealth Management, geprägt und hat seit seiner Einführung im Februar 2026 an Bedeutung gewonnen.
Die Idee hinter HALO-Aktien ist, dass Unternehmen mit physischem Kapital in einer zunehmend digitalisierten Welt stabiler und weniger anfällig für Marktveränderungen sind. Dies könnte insbesondere für Anleger von Vorteil sein, die in einem volatilen Marktumfeld nach Sicherheit suchen.
Warum sind europäische HALO-Aktien attraktiv?
Ein wesentlicher Aspekt des HALO-Trends ist die unterschiedliche Gewichtung von Unternehmen in den Märkten der USA und Europas. Laut Siddhi Purohit, Portfoliomanager bei RBC BlueBay Asset Management, besteht der europäische Markt zu etwa 38 Prozent aus Unternehmen mit hohem Sachwertanteil, während dieser Anteil in den USA nur bei 18 Prozent liegt. Diese Gewichtungsunterschiede machen europäische HALO-Aktien besonders attraktiv für Anleger, die von der Stabilität dieser Unternehmen profitieren möchten.
Goldman Sachs hat in seinen Analysen festgestellt, dass ein Korb aus mehr als 130 kapitalintensiven europäischen Unternehmen seit Anfang 2025 eine Outperformance von 35 Prozent gegenüber kapitalarmen Werten erzielt hat. Dies zeigt, dass Anleger zunehmend das Potenzial dieser Unternehmen erkennen und in sie investieren.
Beispiele für HALO-Unternehmen
- HALO steht für ‚Heavy Assets, Low Obsolescence‘.
- Goldman Sachs identifiziert über 130 kapitalintensive europäische Unternehmen.
- Outperformance von 35% seit Anfang 2025 für HALO-Unternehmen.
Zu den Unternehmen, die als HALO-Aktien gelten, zählen namhafte Firmen wie BMW, Rio Tinto, Holcim und der Energiekonzern Equinor. Diese Unternehmen haben nicht nur einen hohen Sachwertanteil, sondern profitieren auch von der wachsenden Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen in einer sich verändernden Wirtschaft.
Ein herausragendes Beispiel ist der norwegische Energiekonzern Equinor, dessen Aktie im Morningstar Europe Index mit einem Plus von 88 Prozent zu den stärksten Werten zählt. Solche Unternehmen sind nicht nur weniger anfällig für technologische Veränderungen, sondern profitieren auch von der zunehmenden Nachfrage nach nachhaltigen Energiequellen.
Der Einfluss von KI auf den Aktienmarkt
Die Einführung von KI-Technologien hat das Potenzial, die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten, grundlegend zu verändern. Während viele kapitalarme, margenstarke Geschäftsmodelle in der Vergangenheit eine Stärke des US-Marktes waren, könnten sie im Zeitalter der KI zu einem Nachteil werden. Anleger sollten daher besonders auf Unternehmen achten, die sowohl von der KI-Revolution profitieren als auch nicht durch sie ersetzt werden können.
Halbleiterunternehmen sind ein gutes Beispiel für diese Dynamik. Ihre Produkte sind zwar physischer Natur, aber für den Ausbau von KI-Infrastrukturen unverzichtbar. Goldman Sachs hebt in seinen Empfehlungen unter anderem den Chiphersteller STMicroelectronics hervor, der als extrem HALO gilt. Solche Unternehmen könnten in den kommenden Jahren eine entscheidende Rolle spielen, wenn es darum geht, die Vorteile der KI zu nutzen.
Fazit

Der HALO-Trend, wie von Goldman Sachs beschrieben, bietet Anlegern eine interessante Perspektive auf den Aktienmarkt. Unternehmen mit hohem Sachwertanteil könnten in einer von KI geprägten Zukunft besonders gut abschneiden. Die Unterschiede in der Marktstruktur zwischen Europa und den USA machen europäische HALO-Aktien zu einer attraktiven Investitionsmöglichkeit. Anleger sollten sich daher intensiv mit diesem Konzept auseinandersetzen und die potenziellen Chancen, die sich daraus ergeben, nutzen.
Häufige Fragen
Was sind HALO-Aktien?
Warum sind europäische HALO-Aktien attraktiv?
Welche Unternehmen gelten als HALO-Unternehmen?
Wie hat sich der HALO-Trend entwickelt?
Was bedeutet ‚Heavy Assets, Low Obsolescence‘?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: HALO-Aktien und die Zukunft der Wirtschaft · Foto: Vlada Karpovich / Pexels


