⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 29.06.2026
Goldman Sachs hat seine Prognose für den Goldpreis zum Jahresende 2026 um 500 Dollar gesenkt. Die Entscheidung basiert auf einer veränderten geldpolitischen Lage in den USA und geopolitischen Spannungen.
- Goldpreisprognose für Ende 2026 auf 4.900 Dollar gesenkt
- Restriktive Haltung der US-Notenbank Fed als Hauptgrund
- Zentralbankkäufe und geopolitische Risiken stützen weiterhin den Goldmarkt
Gold bleibt für viele Investoren ein sicherer Hafen, doch die neue Zinssicht der US-Notenbank verändert die Perspektive am Markt. Goldman Sachs hat seine Goldpreisprognose für das Jahresende 2026 deutlich gesenkt. Laut MarketWatch wird nun ein Anstieg auf 4.900 US-Dollar je Feinunze erwartet, während das vorherige Ziel bei 5.400 Dollar lag. Diese Neubewertung wurde von den Rohstoffstrategen Lina Thomas und Daan Struyven vorgenommen und ist das Ergebnis einer veränderten geldpolitischen Lage in den USA.
Was geschah mit der Goldpreisprognose?

Die Entscheidung von Goldman Sachs, die Goldpreisprognose zu senken, ist vor allem auf die restriktive Haltung der US-Notenbank Fed zurückzuführen. Die Analysten gehen nicht mehr davon aus, dass die Federal Reserve im laufenden Jahr die Zinsen senken wird. Stattdessen wurden die erwarteten Zinsschritte von Dezember 2026 und März 2027 auf Juni und Dezember 2027 verschoben. Diese Entwicklung hat zu einem veränderten Marktumfeld geführt, das den Goldpreis unter Druck setzt.
Zusätzlich erzeugt die erste Sitzung unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh Druck auf den Goldpreis. Diese Sitzung wurde von Goldman als überraschend restriktiv eingeordnet, was die Erwartungen an Zinserhöhungen verstärkt hat. Neun Mitglieder des Offenmarktausschusses rechnen sogar mit einer Zinserhöhung noch in diesem Jahr, was die Unsicherheit am Markt weiter erhöht.
Wie beeinflussen Zinserhöhungen den Goldpreis?
Gold gilt traditionell als zinsloses Anlagegut. Mit höheren Zinsen steigt der Opportunitätsverlust beim Halten des Edelmetalls, da festverzinsliche Anlagen attraktiver werden. Dies belastet den Preis von Gold erheblich. Der Goldpreis hat bereits im Zuge des Iran-Kriegs zweistellig nachgegeben, und die Schließung der Straße von Hormus hat zu Inflationssorgen geführt, die Zinssenkungen zusätzlich unwahrscheinlich machen.
Die restriktive Geldpolitik der Fed hat somit direkte Auswirkungen auf die Attraktivität von Gold als Anlageform. Anleger, die in Gold investieren, müssen sich der Tatsache bewusst sein, dass steigende Zinsen die Nachfrage nach Gold als Absicherung gegen makroökonomische Risiken verringern könnten.
Die Rolle der Zentralbanken im Goldmarkt
- Goldpreisprognose für Ende 2026: 4.900 US-Dollar je Feinunze
- Zuvor: 5.400 US-Dollar je Feinunze
- Erwartete Zinssenkungen der Fed auf Juni und Dezember 2027 verschoben
Trotz der vorsichtigen Kurzfristprognose bleibt Goldman Sachs langfristig optimistisch für Gold. Ein zentraler Faktor ist die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken. Obwohl die Käufe von ihrem Hoch bei 67 Tonnen pro Monat im Jahr 2024 zurückgegangen sind, liegen sie derzeit etwa dreimal höher als die 17 Tonnen, die vor dem Einfrieren russischer Vermögenswerte im Jahr 2022 verzeichnet wurden. Diese anhaltende Nachfrage stützt nach Einschätzung der Analysten weiterhin den Markt.
Die Zentralbanken spielen eine entscheidende Rolle im Goldmarkt, da sie große Mengen an Gold erwerben, um ihre Währungsreserven zu diversifizieren und abzusichern. Diese Käufe könnten in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und geopolitischer Spannungen zunehmen, was den Goldpreis langfristig unterstützen könnte.
Geopolitische Risiken und ihre Auswirkungen
Geopolitische Spannungen, insbesondere im Iran, könnten dazu führen, dass Anleger den Goldanteil in ihren Portfolios erhöhen. Goldman Sachs weist darauf hin, dass der Anteil von Gold in privaten Anlageportfolios nach wie vor gering ist. Die Analysten betonen, dass die Ereignisse im Iran, zusammen mit weiteren geopolitischen Entwicklungen in Regionen wie Grönland und Venezuela, letztendlich die Diversifizierung in Gold beschleunigen könnten.
In einem unsicheren geopolitischen Umfeld neigen Anleger dazu, in sichere Anlagen wie Gold zu investieren. Diese Tendenz könnte den Goldpreis stützen, selbst wenn die kurzfristigen Aussichten aufgrund der restriktiven Geldpolitik der Fed herausfordernd sind.
Was bedeutet die Prognosesenkung für Anleger?
Für Anleger bedeutet die Senkung der Goldpreisprognose vor allem eines: Wer bereits investiert ist, sollte die weitere Kommunikation der Fed genau beobachten. Neueinstiege in den Goldmarkt könnten besonders dann interessant werden, wenn sich die Zinsperspektive wieder lockert oder geopolitische Risiken weiter zunehmen.
Die Analysten von Goldman Sachs warnen jedoch, dass die Nachfrage nach Gold als Absicherung gegen makroökonomische Risiken vorübergehend nachlassen könnte, sollte die Fed die Zinsen anheben. In diesem Fall könnte der Goldpreis zum Jahresende bei 4.400 Dollar je Unze liegen, was zusätzliche Risiken für Anleger darstellt.
Fazit

Die aktuelle Senkung der Goldpreisprognose durch Goldman Sachs reflektiert die veränderte geldpolitische Lage in den USA und die damit verbundenen Herausforderungen für den Goldmarkt. Während die langfristigen Aussichten für Gold aufgrund der anhaltenden Nachfrage der Zentralbanken und geopolitischer Risiken positiv bleiben, müssen Anleger sich der kurzfristigen Unsicherheiten bewusst sein. Die Entwicklungen in der US-Geldpolitik und die geopolitischen Spannungen werden entscheidend dafür sein, wie sich der Goldpreis in den kommenden Monaten entwickeln wird.
Häufige Fragen
Warum hat Goldman Sachs die Goldpreisprognose gesenkt?
Wie hoch ist die neue Goldpreisprognose?
Welche Rolle spielen geopolitische Risiken für den Goldpreis?
Wie beeinflussen Zinserhöhungen den Goldpreis?
Was bedeutet die Prognosesenkung für Anleger?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Goldpreisprognose und geopolitische Risiken · Foto: Zlaťáky.cz / Pexels


