⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 17.07.2026
Goldman Sachs hat das HALO-Konzept eingeführt, das kapitalintensive Unternehmen in Europa und Schwellenländern als Gewinner des KI-Booms identifiziert. Diese Strategie könnte Anlegern neue Chancen bieten.
- HALO steht für ‚Heavy Assets, Low Obsolescence‘
- Europäische Unternehmen profitieren von hohem Sachwertanteil
- Analysten sehen BMW, ASML und Equinor als Hauptprofiteure
Goldman Sachs hat kürzlich das HALO-Konzept eingeführt, das für „Heavy Assets, Low Obsolescence“ steht. Dieses Konzept zielt darauf ab, Unternehmen zu identifizieren, die von der aktuellen KI-Revolution profitieren können. Insbesondere kapitalintensive Unternehmen, die über einen hohen Anteil an physischem Kapital verfügen, werden als potenzielle Gewinner angesehen. Diese Strategie könnte Anlegern neue Chancen bieten, insbesondere in einem sich schnell verändernden wirtschaftlichen Umfeld.
Was sind HALO-Aktien?

HALO-Aktien sind Unternehmen, die sich durch einen hohen Sachwertanteil auszeichnen und in Branchen tätig sind, die als wirtschaftlich relevant gelten. Dazu gehören Sektoren wie Energie, Verkehrsinfrastruktur und Maschinenbau. Analysten argumentieren, dass diese Unternehmen in der Lage sind, sich besser an die Herausforderungen der KI-Ära anzupassen, da sie weniger anfällig für Obsoleszenz sind. Dies steht im Gegensatz zu kapitalarmen, margenstarken Geschäftsmodellen, die in der Vergangenheit oft als Stärke des US-Marktes galten, aber im aktuellen Kontext als nachteilig angesehen werden.
Das HALO-Konzept wurde erstmals von Josh Brown, dem CEO von Ritholtz Wealth Management, in seinem Blog im Februar 2026 vorgestellt. Er betont, dass es nicht nur darum geht, was Europa hat, sondern auch darum, was Europa nicht hat. Diese Perspektive eröffnet neue Möglichkeiten für Investoren, die auf der Suche nach stabilen und zukunftssicheren Anlagen sind.
Europäische Unternehmen im Fokus
Ein Großteil der Attraktivität des europäischen HALO-Effekts hängt mit der Index-Gewichtung zusammen. Der europäische Markt besteht zu etwa 38 Prozent aus Unternehmen mit hohem Sachwertanteil, während in den USA dieser Anteil nur bei 18 Prozent liegt. Diese Unterschiede in der Gewichtung sind entscheidend, da sie den europäischen Markt zu einem potenziellen Gewinner im Rahmen des HALO-Trends machen. Goldman Sachs hat bereits eine Outperformance von 35 Prozent für seinen Korb aus mehr als 130 kapitalintensiven europäischen Unternehmen seit Anfang 2025 festgestellt.
Zu den Unternehmen, die von dieser Entwicklung profitieren könnten, zählen unter anderem BMW, ASML und Equinor. Diese Firmen sind nicht nur in kapitalintensiven Branchen tätig, sondern haben auch das Potenzial, von der steigenden Nachfrage nach KI-Technologien zu profitieren. Analysten empfehlen daher, in diese Unternehmen zu investieren, um von den zukünftigen Wachstumschancen zu profitieren.
Der Einfluss von KI auf die Aktienmärkte
- Kursplus von 115% bei kapitalintensiven Unternehmen seit Ende 2025
- Outperformance von 35% kapitalintensiver Branchen in Europa seit Anfang 2025
- Analysten empfehlen Investitionen in Unternehmen wie BMW, ASML und Equinor
Die Entwicklung von KI-Technologien hat weitreichende Auswirkungen auf die Aktienmärkte. Während kapitalintensive Unternehmen von der Nachfrage nach physischen Gütern und Dienstleistungen profitieren, stehen kapitalarme Geschäftsmodelle unter Druck. Dies könnte zu einer Umverteilung von Investitionen führen, wobei Anleger zunehmend in Unternehmen investieren, die über substanzielle physische Vermögenswerte verfügen.
Die Analysten von Goldman Sachs haben festgestellt, dass die Übertragung des HALO-Konzepts auf Schwellenländer ebenfalls zu einem Kursplus von 115 Prozent seit Ende 2025 geführt hat. Dies zeigt, dass das Interesse an kapitalintensiven Unternehmen nicht nur auf Europa beschränkt ist, sondern auch in anderen Regionen der Welt an Bedeutung gewinnt.
Chancen und Risiken für Anleger
Für Anleger bietet der HALO-Trend sowohl Chancen als auch Risiken. Die Möglichkeit, in Unternehmen zu investieren, die von der KI-Revolution profitieren, könnte zu erheblichen Renditen führen. Allerdings sollten Anleger auch die Risiken im Auge behalten, die mit der Investition in kapitalintensive Unternehmen verbunden sind. Diese Unternehmen benötigen oft erhebliche Investitionen in Infrastruktur und Technologie, was zu höheren Betriebskosten führen kann.
Ein weiterer Aspekt, den Anleger berücksichtigen sollten, ist die Volatilität der Märkte. Die Aktienkurse können stark schwanken, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit. Daher ist es wichtig, eine fundierte Anlagestrategie zu entwickeln, die sowohl die Chancen als auch die Risiken berücksichtigt.
Fazit

Goldman Sachs hat mit dem HALO-Konzept einen neuen Ansatz zur Identifizierung von Investitionsmöglichkeiten in einem sich schnell verändernden wirtschaftlichen Umfeld entwickelt. Kapitalintensive Unternehmen in Europa und Schwellenländern könnten von der KI-Revolution profitieren und Anlegern neue Chancen bieten. Während die Outperformance dieser Unternehmen vielversprechend ist, sollten Anleger auch die damit verbundenen Risiken im Auge behalten. Eine sorgfältige Analyse und eine durchdachte Anlagestrategie sind entscheidend, um in diesem dynamischen Markt erfolgreich zu sein.
Häufige Fragen
Was sind HALO-Aktien?
Welche Unternehmen gelten als HALO-Aktien?
Wie hat sich der Markt für HALO-Aktien entwickelt?
Warum sind europäische Unternehmen im HALO-Trend relevant?
Wie beeinflusst die KI-Entwicklung die Aktienmärkte?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Investitionen in HALO-Aktien im Fokus · Foto: veerasak Piyawatanakul / Pexels


