⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 20.06.2026
Trotz des eskalierenden Irankriegs ist der Goldpreis stark gefallen. Dies stellt die gängige Annahme in Frage, dass Gold als sicherer Hafen in Krisenzeiten fungiert.
- Goldpreis fiel um über 21 Prozent seit Kriegsbeginn
- Geopolitical Risk Index (GPR) erreichte Rekordwerte
- Historische Korrelation zwischen Gold und geopolitischen Risiken instabil
Der Goldpreis hat seit dem Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 einen dramatischen Rückgang erlebt. Von über 5.200 US-Dollar je Feinunze fiel der Preis auf etwa 4.156 US-Dollar, was einem Rückgang von mehr als 21 Prozent entspricht. Diese Entwicklung stellt die weit verbreitete Annahme in Frage, dass Gold in Krisenzeiten als sicherer Hafen fungiert. Stattdessen zeigt die aktuelle Marktsituation, dass der Goldpreis nicht wie erwartet auf geopolitische Spannungen reagiert.
Was geschah im Irankrieg?

Der Konflikt im Iran eskalierte, als die USA und ihre Verbündeten Ende Februar 2026 militärische Aktionen gegen das Land einleiteten. Diese militärischen Aktivitäten führten zu einem signifikanten Anstieg des Geopolitical Risk Index (GPR), der im März 2026 den höchsten Wert der 2020er-Jahre erreichte. Der GPR stieg um 144 Prozent im Vergleich zum Vormonat und erreichte einen Wert von 297. In der Regel erwarten Anleger in solchen Situationen, dass der Goldpreis steigt, da Gold traditionell als Absicherung gegen Unsicherheiten gilt.
Der Mythos vom sicheren Hafen
Die Realität sieht jedoch anders aus. Mark Hulbert, ein Finanzanalyst, hat die Korrelation zwischen dem Goldpreis und dem GPR über rollierende Fünfjahreszeiträume seit 1968 untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Korrelation zwischen Gold und geopolitischen Risiken historisch instabil ist. Der Korrelationskoeffizient schwankte zwischen -0,28 und +0,33, was bedeutet, dass es keine verlässliche Beziehung gibt, die als Handlungsregel für Anleger dienen könnte. Dies stellt die gängige Anlegerlogik in Frage, die besagt, dass Gold in Krisenzeiten immer an Wert gewinnt.
Inflation und Zinsen als Einflussfaktoren
- Goldpreis gefallen: von über 5.200 USD auf ca. 4.156 USD je Feinunze
- GPR erreichte im März 2026 den höchsten Wert der 2020er-Jahre: 297
- Goldpreis fiel seit Kriegsbeginn um mehr als 21 Prozent
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der den Goldpreis beeinflusst, sind die Zinsen und die Inflation. In einem Umfeld steigender Zinsen wird Gold als unverzinsliches Asset weniger attraktiv. Die Anleger tendieren dazu, in zinstragende Anlagen zu investieren, was den Druck auf den Goldpreis erhöht. Die aktuelle Zinspolitik der US-Notenbank, die die Zinsen stabil hält, trägt ebenfalls zur Unsicherheit bei. Solange die Zinsen hoch bleiben, wird Gold weiterhin unter Druck stehen.
Die Rolle des US-Dollars
Zusätzlich profitiert der US-Dollar in Zeiten geopolitischer Spannungen als sicherer Hafen. Ein starker Dollar verteuert Gold für internationale Käufer, was den Preis weiter belastet. Die Kombination aus einem starken Dollar und hohen Zinsen schafft ein ungünstiges Umfeld für Gold, das traditionell als Absicherung gegen Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit gilt.
Was bedeutet das für Anleger?
Für Anleger, die Gold als Schutz in der aktuellen Krise gekauft haben, ist die aktuelle Marktentwicklung ein relevanter Befund. Die historische Performance zeigt, dass Gold nicht immer als Absicherung gegen Krisen funktioniert. Anleger sollten sich bewusst sein, dass die Korrelation zwischen Gold und geopolitischen Risiken nicht stabil ist und dass sie möglicherweise auf der falschen Seite stehen, wenn sie auf einen Anstieg des Goldpreises hoffen.
Fazit

Der dramatische Rückgang des Goldpreises im Kontext des Irankriegs stellt die gängige Annahme in Frage, dass Gold als sicherer Hafen fungiert. Die instabile Korrelation zwischen Gold und geopolitischen Risiken sowie die Einflüsse von Zinsen und dem US-Dollar zeigen, dass Anleger vorsichtig sein sollten, wenn sie Gold als Absicherung betrachten. Die aktuelle Marktsituation erfordert eine Neubewertung der Rolle von Gold in der Anlagestrategie.
Häufige Fragen
Warum fällt der Goldpreis trotz geopolitischer Spannungen?
Was ist der Geopolitical Risk Index (GPR)?
Wie korreliert der Goldpreis mit dem GPR?
Was bedeutet der Rückgang des Goldpreises für Anleger?
Wie beeinflussen Inflation und Zinsen den Goldpreis?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Goldpreis und geopolitische Spannungen · Foto: Pixabay / Pexels


