⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 08.06.2026
Griechenland bereitet die Einführung einer 15%igen Kapitalertragssteuer auf Kryptowährungen vor, die erstmals einen klaren rechtlichen Rahmen für Krypto-Investoren schaffen soll.
- Erste 500 Euro Gewinn steuerfrei
- Steuer gilt nicht für Einzelminer
- Gesetzesentwurf wird bald im Parlament vorgestellt
Griechenland steht kurz davor, ein neues Steuerregime für Kryptowährungen einzuführen, das eine Kapitalertragssteuer von 15% auf Gewinne aus digitalen Vermögenswerten vorsieht. Diese Maßnahme wird von zwei hochrangigen Regierungsbeamten bestätigt und soll in den kommenden Monaten dem Parlament vorgelegt werden. Ziel ist es, einen klaren rechtlichen Rahmen für Krypto-Investoren zu schaffen, der bisher in Griechenland fehlte.
Was ist die geplante Kryptosteuer?

Die geplante Steuer sieht vor, dass Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen mit 15% besteuert werden. Ein wichtiger Aspekt dieser Regelung ist der Freibetrag von 500 Euro, der es den Anlegern ermöglicht, die ersten Gewinne bis zu diesem Betrag steuerfrei zu behalten. Diese Regelung soll insbesondere kleinen Investoren zugutekommen und die administrative Belastung für Gelegenheitsinvestoren verringern.
Die Einführung dieser Steuer markiert einen bedeutenden Schritt für Griechenland, da es das erste Mal ist, dass ein spezifischer rechtlicher Rahmen für die Besteuerung von Kryptowährungen geschaffen wird. Bislang wurden Gewinne aus Krypto-Transaktionen nach allgemeinen Einkommenssteuervorschriften behandelt, was zu Unsicherheiten für die Anleger führte.
Wer ist von der Steuer betroffen?
Die neue Steuerregelung wird vor allem Unternehmen betreffen, die Kryptowährungen minen. Einzelne Miner, die nicht als juristische Personen registriert sind, werden von dieser Steuer jedoch ausgenommen. Dies bedeutet, dass private Miner, die Kryptowährungen im kleinen Rahmen generieren, nicht zur Kasse gebeten werden, während Unternehmen, die im großen Stil Mining betreiben, die 15%ige Steuer zahlen müssen.
Diese Unterscheidung könnte dazu führen, dass sich die Unternehmenslandschaft im Bereich des Krypto-Minings in Griechenland verändert, da Unternehmen möglicherweise ihre Strategien anpassen müssen, um die steuerlichen Auswirkungen zu minimieren.
Hintergrund zur Krypto-Besteuerung in Europa
- Steuersatz: 15%
- Freibetrag: 500 Euro
- Einführung: Gesetzesentwurf in den kommenden Monaten
Die Besteuerung von Kryptowährungen variiert stark innerhalb der Europäischen Union. Während Zypern eine der niedrigsten Steuersätze mit 8% auf Kapitalgewinne erhebt, können die Steuersätze in Ländern wie Frankreich bis zu 30% betragen. Griechenlands vorgeschlagene 15%%ige Steuer positioniert sich somit im moderaten Mittelfeld und könnte dazu beitragen, Kapitalflucht in Länder mit niedrigeren Steuersätzen zu verhindern.
Die Einführung dieser Steuer erfolgt auch im Kontext der EU-weiten Regulierung von Krypto-Assets, insbesondere im Rahmen der Markets in Crypto-Assets (MiCA)-Verordnung, die darauf abzielt, einen einheitlichen Rechtsrahmen für digitale Vermögenswerte zu schaffen. Griechenland hat bereits Schritte unternommen, um seine Krypto-Regulierungen an diese EU-Standards anzupassen.
Auswirkungen auf den griechischen Krypto-Markt
Die griechische Regierung hat eingeräumt, dass es schwierig ist, die genaue Größe des Krypto-Marktes im Land zu schätzen, da viele Investoren Plattformen nutzen, die außerhalb Griechenlands registriert sind. Diese Unsichtbarkeit könnte die Schätzung der potenziellen Steuereinnahmen aus der neuen Regelung erschweren. Dennoch wird erwartet, dass die Einführung eines klaren steuerlichen Rahmens das Vertrauen in den Markt stärken und mehr Investoren anziehen könnte.
Die geplante Steuer könnte auch dazu führen, dass mehr Unternehmen in Griechenland ansässig werden, da die klare Regelung und der moderate Steuersatz ein attraktives Umfeld für Krypto-Geschäfte schaffen könnten. Dies könnte langfristig zu einer Stärkung der griechischen Wirtschaft beitragen.
Was sind die nächsten Schritte?
Der Gesetzesentwurf zur Einführung der 15%igen Kapitalertragssteuer auf Kryptowährungen wird derzeit vom griechischen Finanzministerium ausgearbeitet und soll in den kommenden Monaten dem Parlament vorgelegt werden. Es bleibt abzuwarten, ob und in welcher Form der Entwurf im Parlament verabschiedet wird. Anleger sollten die Entwicklungen genau verfolgen, da Änderungen am Steuersatz oder an den Freibeträgen während der parlamentarischen Debatte möglich sind.
Die Einführung dieser Steuer könnte auch Auswirkungen auf die Art und Weise haben, wie Krypto-Investoren ihre Geschäfte abwickeln. Es ist zu erwarten, dass viele Anleger ihre Strategien anpassen werden, um die steuerlichen Auswirkungen zu minimieren und gleichzeitig die Vorteile des neuen rechtlichen Rahmens zu nutzen.
Fazit

Die geplante Einführung einer 15%igen Kapitalertragssteuer auf Kryptowährungen in Griechenland stellt einen bedeutenden Schritt in der Regulierung des Krypto-Marktes dar. Mit einem Freibetrag von 500 Euro wird die Steuer vor allem kleinen Investoren zugutekommen und könnte dazu beitragen, das Vertrauen in den Markt zu stärken. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, wie sich die Gesetzgebung entwickelt und welche Auswirkungen sie auf den griechischen Krypto-Markt haben wird.
Häufige Fragen
Was ist die geplante Steuer auf Kryptowährungen in Griechenland?
Gibt es einen Freibetrag bei der Kryptosteuer?
Wer ist von der Steuer betroffen?
Wann wird die neue Steuer in Kraft treten?
Wie verhält sich die griechische Kryptosteuer im Vergleich zu anderen EU-Ländern?
Quellen: Google News
Symbolbild: Griechisches Parlament und Kryptosteuer · Foto: Efrem Efre / Pexels


