⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 26.06.2026
Hausbesitzer und Mieter können 20 Prozent der Kosten für Handwerker, Putzkräfte und Gartenhelfer vom Finanzamt zurückholen. Dies bietet eine attraktive Möglichkeit, die Steuerlast erheblich zu senken.
- Steuerersparnis von bis zu 5.710 € jährlich möglich.
- Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen kombinierbar.
- Wichtige Voraussetzungen: Überweisung und getrennte Ausweisung der Kosten.
Hausbesitzer und Mieter in Deutschland haben die Möglichkeit, durch die Inanspruchnahme von Handwerkern, Putzkräften und Gartenhelfern bis zu 20 Prozent der Kosten vom Finanzamt zurückzuholen. Diese Steuerersparnis ist nicht nur eine attraktive Möglichkeit, die Steuerlast zu senken, sondern auch ein Anreiz, legale und dokumentierte Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Im Jahr 2026 können Steuerpflichtige bis zu 5.710 € jährlich sparen, wenn sie die entsprechenden Regelungen beachten.
Was sind haushaltsnahe Dienstleistungen?

Haushaltsnahe Dienstleistungen umfassen eine Vielzahl von Tätigkeiten, die im eigenen Haushalt anfallen. Dazu zählen unter anderem die Reinigung der Wohnung, Gartenpflege oder auch Pflegeleistungen. Diese Dienstleistungen können bis zu einem Betrag von 20.000 € pro Jahr abgesetzt werden, was eine maximale Steuerersparnis von 4.000 € ermöglicht. Voraussetzung ist, dass die Rechnungen ordnungsgemäß ausgestellt und die Zahlungen per Überweisung geleistet werden.
Ein Beispiel für haushaltsnahe Dienstleistungen ist die Beschäftigung einer Reinigungskraft auf Minijob-Basis. Hier können bis zu 2.550 € an Kosten abgesetzt werden, was eine Steuerersparnis von bis zu 510 € bedeutet. Diese Regelung fördert nicht nur die legale Beschäftigung, sondern entlastet auch die Steuerzahler.
Handwerkerleistungen und deren steuerliche Vorteile
Handwerkerleistungen sind ein weiterer wichtiger Aspekt, wenn es um die Steuerersparnis geht. Steuerpflichtige können 20 Prozent der Arbeitskosten für Handwerkerleistungen direkt von ihrer Einkommensteuer abziehen. Die Obergrenze für absetzbare Arbeitskosten liegt bei 6.000 € pro Jahr, was eine maximale Steuerersparnis von 1.200 € ermöglicht. Diese Regelung gilt für Renovierungs-, Reparatur- und Wartungsarbeiten an selbstgenutzten Immobilien.
Es ist wichtig zu beachten, dass nur die Arbeitskosten absetzbar sind. Materialkosten zählen nicht dazu, weshalb die Rechnungen klar zwischen Arbeits- und Materialkosten unterscheiden müssen. Wer beispielsweise eine Malerarbeit in Auftrag gibt, sollte darauf achten, dass die Rechnung die Lohnkosten separat ausweist, um die Steuerermäßigung in Anspruch nehmen zu können.
Wie funktioniert die Steuererklärung?
- Maximale Steuerersparnis: 5.710 € pro Jahr
- Haushaltsnahe Dienstleistungen: bis zu 4.000 € absetzbar
- Handwerkerleistungen: bis zu 1.200 € absetzbar
Die Beantragung der Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen erfolgt direkt in der Einkommensteuererklärung. Es ist kein separater Antrag notwendig, das Finanzamt berücksichtigt die Abzüge automatisch, sofern die Anlage korrekt ausgefüllt ist. Die Frist für die Einkommensteuererklärung 2025 endet am 31. Juli 2026. Wer die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch nimmt, hat sogar bis zum 1. März 2027 Zeit.
Um die Steuererstattung nicht zu gefährden, sollten Steuerpflichtige darauf achten, dass alle Rechnungen ordnungsgemäß ausgestellt sind und die Zahlungen per Überweisung erfolgen. Barzahlungen werden vom Finanzamt nicht anerkannt, was zu einem Verlust der Steuerermäßigung führen kann.
Wirtschaftliche Bedeutung der Steuererleichterungen
Die steuerlichen Erleichterungen für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen haben nicht nur Auswirkungen auf die individuellen Steuerzahler, sondern auch auf die Wirtschaft insgesamt. Durch die Förderung legaler Dienstleistungen wird die Schwarzarbeit eingedämmt und die Nachfrage nach Handwerkern und Dienstleistern gesteigert. Dies kann zu einer Stabilisierung des Arbeitsmarktes im Handwerkssektor führen.
Im Jahr 2024 haben Bürgerinnen und Bürger in Deutschland durch diese Steuererleichterungen rund 2,4 Milliarden Euro vom Finanzamt zurückgeholt. Diese Summe zeigt, wie wichtig die steuerlichen Anreize für die Inanspruchnahme von Handwerks- und Dienstleistungen sind und wie sie zur Stärkung der heimischen Wirtschaft beitragen können.
Tipps zur optimalen Nutzung der Steuererleichterungen
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Dokumentation. Alle Rechnungen sollten sorgfältig aufbewahrt werden, da das Finanzamt diese im Falle einer Prüfung einsehen möchte. Zudem ist es ratsam, die Zahlungen immer per Überweisung zu leisten, um die Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten.
Fazit

Die Möglichkeit, 20 Prozent der Kosten für Handwerker, Putzkräfte und Gartenhelfer vom Finanzamt zurückzuholen, stellt eine attraktive Option für Hausbesitzer und Mieter dar. Mit einer maximalen Steuerersparnis von bis zu 5.710 € pro Jahr können Steuerpflichtige nicht nur ihre Steuerlast senken, sondern auch zur Stärkung der heimischen Wirtschaft beitragen. Durch die Beachtung der Voraussetzungen und eine sorgfältige Dokumentation können die Vorteile dieser Regelungen optimal genutzt werden.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die maximale Steuerersparnis?
Welche Dienstleistungen sind absetzbar?
Wie muss ich die Zahlungen leisten?
Wann muss ich die Steuererklärung einreichen?
Was passiert, wenn ich die Voraussetzungen nicht erfülle?
Quellen: Google News
Symbolbild: Steuerrückerstattung für Handwerkerleistungen · Foto: Tima Miroshnichenko / Pexels


