⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 12.08.2026
Der Hauskauf bleibt 2026 im Bundesdurchschnitt erschwinglich, doch regionale Unterschiede prägen den Markt. Wo die besten Chancen für Käufer liegen, erfahren Sie hier.
- Erschwinglichkeit im Bundesdurchschnitt: 103 Punkte
- Schleswig-Holstein und Saarland mit den höchsten Werten
- Kaufpreise steigen moderat, Mietpreise jedoch stark
Im Jahr 2026 bleibt der Hauskauf in Deutschland im Durchschnitt erschwinglich, was durch den aktuellen Interhyp-IW-Erschwinglichkeitsindex belegt wird. Dieser Index erreicht im Juni 2026 einen Wert von 103 Punkten, was bedeutet, dass der Erwerb eines Einfamilienhauses im Bundesdurchschnitt als knapp erschwinglich gilt. Trotz steigender Kaufpreise und leicht höherer Finanzierungskosten stützen Einkommenszuwächse die Erschwinglichkeit. Dies ist besonders relevant für Käufer, die in einem von Inflation und Zinsänderungen geprägten Markt agieren.
Was ist der Interhyp-IW-Erschwinglichkeitsindex?

Der Interhyp-IW-Erschwinglichkeitsindex misst die finanzielle Belastung beim Erwerb eines Einfamilienhauses auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte. Ein Wert von 100 markiert die Schwelle, ab der die monatliche Kreditrate höchstens 35 Prozent des verfügbaren Nettoeinkommens eines Modellhaushalts beansprucht. Liegt der Index darunter, müssen Käufer mehr als 35 Prozent ihres Einkommens aufwenden, was die Erschwinglichkeit erheblich einschränkt.
Im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich, dass die Erschwinglichkeit in 251 von 400 untersuchten Kreisen gesunken ist. Dies verdeutlicht die regionalen Unterschiede auf dem Immobilienmarkt, die durch unterschiedliche Kaufpreise und Einkommensniveaus geprägt sind. Besonders hohe Erschwinglichkeitswerte weisen Schleswig-Holstein und das Saarland mit jeweils 141 Punkten auf, während in den großen Metropolen wie Berlin (85 Punkte) und München (63 Punkte) die Erschwinglichkeit deutlich geringer ist.
Regionale Unterschiede im Immobilienmarkt
Die regionalen Unterschiede im Immobilienmarkt sind signifikant. Während der Bundesdurchschnitt bei 103 Punkten liegt, erreichen die Top-7-Städte nur einen Indexwert von 80 Punkten. Im Umland dieser Städte liegt der Wert bei 89 Punkten, was zeigt, dass Käufer in ländlicheren Regionen tendenziell bessere Chancen haben, ein Eigenheim zu erwerben. In Großstädten ab 100.000 Einwohnern liegt der Index bei 105 Punkten, was die Herausforderungen für Käufer in diesen Gebieten verdeutlicht.
Die Preisentwicklung zeigt, dass die Kaufpreise für Einfamilienhäuser im Jahresvergleich um 0,8 Prozent gestiegen sind. Dies geschieht in einem Markt, der von einer hohen Nachfrage und einem begrenzten Angebot geprägt ist. Die steigenden Preise sind jedoch nicht gleichbedeutend mit einer Überhitzung des Marktes, da die Nachfrage durch die Finanzierungskosten begrenzt wird. Käufer sollten daher die regionalen Unterschiede genau beobachten, um die besten Chancen für einen Hauskauf zu identifizieren.
Einfluss von Zinsen und Inflation auf den Immobilienmarkt
- Interhyp-IW-Erschwinglichkeitsindex: 103 Punkte
- Einfamilienhäuser in Schleswig-Holstein: 141 Punkte
- Kaufpreise steigen um 0,8 Prozent im Jahresvergleich
Der Immobilienmarkt bleibt stark zinssensitiv. Nationale und geopolitische Unsicherheiten können über Inflation, Kapitalmarktzinsen und Energiepreise kurzfristig auf die Finanzierungsbedingungen durchschlagen. Dies bedeutet, dass Käufer, die auf eine Senkung der Zinsen hoffen, möglicherweise von steigenden Kaufpreisen überrascht werden. Ein strategisches Abwarten führt daher nicht zwangsläufig zu besseren Bedingungen, da sinkende Zinsen durch steigende Kaufpreise teilweise kompensiert werden können.
Die Finanzierungsbedingungen sind entscheidend für die Erschwinglichkeit von Immobilien. Die Banken sind gut kapitalisiert, und die Kreditstandards sind hoch. Dennoch ist es wichtig, dass die Finanzierung von Wohneigentum nicht unnötig erschwert wird. Eine angemessene Regulierung ist notwendig, um sicherzustellen, dass Käufer Zugang zu fairen Finanzierungsmöglichkeiten haben, ohne dass die Stabilität des Bankensektors gefährdet wird.
Die Rolle der Energieeffizienz beim Hauskauf
Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Hauskauf 2026 ist die Energieeffizienz von Immobilien. Häuser der Energieeffizienzklasse D erfahren Preisabschläge von sieben bis elf Prozent im Vergleich zu hoch effizienten Gebäuden der Klassen A+, A und B. Diese Preisabschläge spiegeln unter anderem höhere erwartete Energiekosten und einen höheren Modernisierungsbedarf wider. Käufer sollten daher die Energieeffizienz von Immobilien in ihre Kaufentscheidungen einbeziehen, da dies langfristig erhebliche Kosten sparen kann.
Die Berücksichtigung der Energieeffizienz wird zunehmend wichtiger, da die Energiekosten weiter steigen. Käufer, die in energieeffiziente Immobilien investieren, können nicht nur von niedrigeren Betriebskosten profitieren, sondern auch von möglichen staatlichen Förderungen für energetische Sanierungen. Dies kann die langfristige Wirtschaftlichkeit eines Immobilienkaufs erheblich verbessern.
Fazit: Chancen beim Hauskauf 2026

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Hauskauf 2026 im Bundesdurchschnitt weiterhin erschwinglich bleibt, jedoch regionale Unterschiede und steigende Kaufpreise die Situation für Käufer komplizieren. Besonders in ländlichen Regionen wie Schleswig-Holstein und dem Saarland sind die Chancen für Käufer am besten. Käufer sollten die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt genau beobachten und die Finanzierungsmöglichkeiten sowie die Energieeffizienz von Immobilien in ihre Entscheidungen einbeziehen. In einem von Zinsen und Inflation geprägten Markt ist es entscheidend, informierte Entscheidungen zu treffen, um die besten Chancen für den Hauskauf zu nutzen.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Interhyp-IW-Erschwinglichkeitsindex 2026?
Welche Regionen sind 2026 am erschwinglichsten für den Hauskauf?
Wie entwickeln sich die Kaufpreise im Jahr 2026?
Wie beeinflussen Zinsen und Inflation den Immobilienmarkt?
Was ist die Bedeutung der Energieeffizienz beim Hauskauf?
Quellen: Google News
Symbolbild: Chancen beim Hauskauf 2026 · Foto: Pavel Danilyuk / Pexels


