⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 02.07.2026
Die Kaufnebenkosten beim Hauskauf können erheblich sein. Mit gezielten Strategien lassen sich diese Kosten jedoch deutlich senken.
- Kaufnebenkosten sind ein wesentlicher Teil des Immobilienkaufs.
- Grunderwerbsteuer ist der größte Kostenfaktor.
- Notarkosten sind gesetzlich geregelt und nicht verhandelbar.
Die Kaufnebenkosten beim Hauskauf sind ein entscheidender Faktor, der oft unterschätzt wird. Diese Kosten, die zusätzlich zum Kaufpreis einer Immobilie anfallen, können schnell zwischen 8 und 15 Prozent des Kaufpreises betragen. In einem wirtschaftlichen Umfeld, das von Inflation und steigenden Zinsen geprägt ist, ist es für Käufer umso wichtiger, diese Kosten im Blick zu behalten und gezielte Strategien zur Senkung zu nutzen.
Was sind Kaufnebenkosten?

Kaufnebenkosten umfassen alle zusätzlichen Ausgaben, die beim Erwerb einer Immobilie anfallen. Dazu gehören die Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Grundbuchgebühren und gegebenenfalls die Maklerprovision. Die Grunderwerbsteuer stellt dabei den größten Kostenfaktor dar und variiert je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises. Notarkosten betragen in der Regel etwa 1,5 Prozent des Kaufpreises, während Grundbuchgebühren etwa 0,5 Prozent ausmachen.
Bei einem Kaufpreis von 350.000 Euro können die Kaufnebenkosten somit zwischen 19.250 und 42.245 Euro liegen. Diese erheblichen Beträge sollten Käufer bei ihrer Finanzplanung unbedingt berücksichtigen, insbesondere in Zeiten steigender Zinsen und Inflation, die die finanzielle Belastung erhöhen können.
Grunderwerbsteuer: Ein großer Kostenfaktor
Die Grunderwerbsteuer ist der größte und am stärksten variierende Posten unter den Kaufnebenkosten. In Bayern beträgt der Steuersatz nur 3,5 Prozent, während er in Bundesländern wie Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein bei 6,5 Prozent liegt. Dies kann bei einem Kaufpreis von 350.000 Euro einen Unterschied von bis zu 10.500 Euro ausmachen. Daher ist es ratsam, sich vor dem Kauf über die genauen Steuersätze im jeweiligen Bundesland zu informieren.
Ein Tipp zur Senkung der Grunderwerbsteuer ist die gesonderte Ausweisung von beweglichem Inventar im Kaufvertrag. Wenn beispielsweise eine Einbauküche oder andere Möbel im Kaufpreis enthalten sind, können diese separat ausgewiesen werden, sodass sie nicht der Grunderwerbsteuer unterliegen. Dies kann zu erheblichen Einsparungen führen, insbesondere in Bundesländern mit höheren Steuersätzen.
Notarkosten: Gesetzlich geregelt und nicht verhandelbar
- Kaufnebenkosten betragen 8-15% des Kaufpreises.
- Grunderwerbsteuer variiert zwischen 3,5% und 6,5% je nach Bundesland.
- Notarkosten liegen bei etwa 1,5% des Kaufpreises.
Die Notarkosten sind ein weiterer fester Bestandteil der Kaufnebenkosten. In Deutschland müssen alle Immobilienkäufe notariell beurkundet werden, und die Gebühren dafür sind im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) festgelegt. Diese Gebühren sind nicht verhandelbar, was bedeutet, dass Käufer und Verkäufer keinen Einfluss auf die Höhe der Notarkosten haben. Sie liegen in der Regel bei etwa 1,5 Prozent des Kaufpreises.
Um unnötige Kosten zu vermeiden, sollten Käufer darauf achten, dass alle erforderlichen Personen zum Notartermin erscheinen, um zusätzliche Vollmachtsgebühren zu vermeiden. Zudem kann es sinnvoll sein, den Auftrag zur Erstellung des Kaufvertrags erst nach Sicherstellung der Finanzierung zu erteilen, um unnötige Entwurfsgebühren zu vermeiden.
Maklerprovision: Verhandeln und Einsparen
Die Maklerprovision ist ein weiterer wichtiger Kostenfaktor beim Hauskauf. In der Regel liegt die Provision zwischen 3,57 und 7,14 Prozent des Kaufpreises. Seit der Reform im Jahr 2020 müssen Käufer und Verkäufer die Maklerprovision mindestens 50:50 teilen, unabhängig davon, wer den Makler beauftragt hat. Dies kann für Käufer von Vorteil sein, da sie nicht die gesamte Provision allein tragen müssen.
Ein wichtiger Hinweis ist, dass die Maklerprovision bei einem Privatverkauf ohne Makler komplett entfällt. Käufer sollten daher in Erwägung ziehen, Immobilien direkt vom Eigentümer zu erwerben, um diese Kosten zu sparen. Zudem kann die Provision in vielen Fällen verhandelt werden, insbesondere wenn der Makler wenig Eigenleistung erbracht hat.
Strategien zur Senkung der Kaufnebenkosten
Um die Kaufnebenkosten zu senken, können Käufer einige gezielte Strategien anwenden. Neben der gesonderten Ausweisung von beweglichem Inventar im Kaufvertrag sollten Käufer auch darauf achten, dass sie beim Notartermin gut vorbereitet sind. Alle erforderlichen Personen sollten anwesend sein, um zusätzliche Vollmachtsgebühren zu vermeiden. Außerdem kann es sinnvoll sein, den Kaufpreis zu verhandeln, da jede Reduzierung des Kaufpreises auch die Notar- und Grundbuchgebühren sowie die Grunderwerbsteuer senkt.
Ein weiterer Tipp ist, die Grundschuldbestellung im selben Beurkundungstermin wie der Kaufvertrag vorzunehmen. Dies kann die Beurkundungsgebühr für die Grundschuld halbieren und somit zusätzliche Einsparungen ermöglichen. Käufer sollten sich auch über die Möglichkeit informieren, einen gemeinsamen Notar für Käufer und Verkäufer zu wählen, um Doppelgebühren zu vermeiden.
Fazit

Die Kaufnebenkosten beim Hauskauf können schnell einen erheblichen Betrag ausmachen. Mit gezielten Strategien lassen sich diese Kosten jedoch erheblich senken. Käufer sollten sich der verschiedenen Kosten bewusst sein und alle Möglichkeiten zur Kostenreduktion in Betracht ziehen, insbesondere in einem wirtschaftlichen Umfeld, das von Inflation und steigenden Zinsen geprägt ist. Ein gezielter Blick auf die Kaufnebenkosten kann nicht nur helfen, Geld zu sparen, sondern auch die finanzielle Belastung beim Hauskauf zu reduzieren.
Häufige Fragen
Was sind Kaufnebenkosten?
Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Deutschland?
Wie kann ich die Grunderwerbsteuer senken?
Sind Notarkosten verhandelbar?
Wie kann ich die Maklerprovision reduzieren?
Quellen: Google News
Symbolbild: Tipps zum Senken der Kaufnebenkosten · Foto: Pavel Danilyuk / Pexels


