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Hitzefrei & Co.: Rechte berufstätiger Eltern bei Schulschließungen

⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 19.06.2026

Wenn Schulen aufgrund von Hitzewelle oder Streik schließen, stehen berufstätige Eltern vor großen Herausforderungen. Welche Rechte haben sie in solchen Situationen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Hitzefrei wird von Schulen kurzfristig entschieden.
  • Eltern haben unter bestimmten Bedingungen Anspruch auf bezahlte Freistellung.
  • Die Regelungen variieren je nach Arbeitsvertrag.

Wenn die Temperaturen steigen und die Schulen aufgrund von Hitzewelle oder Streik schließen, stehen viele berufstätige Eltern vor einem organisatorischen Dilemma. Die Frage, welche Rechte sie in solchen Situationen haben, ist von großer Bedeutung. In Deutschland gibt es keine einheitliche Regelung für Hitzefrei, was bedeutet, dass die Entscheidung über einen früheren Unterrichtsschluss im Ermessen der Schulleitung liegt. In der Regel gilt eine Temperaturgrenze von etwa 27 Grad im Klassenraum als Richtwert für die Entscheidung über Hitzefrei.

Was ist Hitzefrei?

Rechte von Eltern bei Hitzefrei
Symbolbild: Rechte von Eltern bei Hitzefrei · Foto: Monstera Production / Pexels

Hitzefrei ist ein Begriff, der verwendet wird, wenn Schüler aufgrund hoher Temperaturen vorzeitig aus der Schule entlassen werden. Diese Entscheidung wird in der Regel von der Schulleitung getroffen, wobei verschiedene Faktoren wie die Raumtemperatur und die allgemeine Situation in der Schule berücksichtigt werden. Grundschulen neigen dazu, ihre Schüler früher zu entlassen, während ältere Schüler in weiterführenden Schulen oft länger bleiben müssen. Dies kann für berufstätige Eltern zu unerwarteten Herausforderungen führen, da sie möglicherweise kurzfristig ihre Pläne ändern müssen.

Rechte der Eltern bei Hitzefrei

Wenn Kinder aufgrund von Hitzefrei früher nach Hause kommen und keine Betreuung vorhanden ist, stellt sich die Frage nach den arbeitsrechtlichen Ansprüchen der Eltern. Laut § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) haben Beschäftigte in Ausnahmefällen das Recht, für eine kurze Zeit der Arbeit fernzubleiben, ohne dass ihr Lohnanspruch verfällt. Dies gilt jedoch nur, wenn die Situation unvorhersehbar ist und keine andere Betreuungsmöglichkeit besteht. Eltern sollten sich bewusst sein, dass diese Regelung nicht immer greift, da viele Arbeitsverträge § 616 BGB vertraglich ausschließen können.

Einfluss des Arbeitsvertrags auf die Ansprüche

Fakten auf einen Blick

  • Temperaturgrenze für Hitzefrei: 27 Grad
  • § 616 BGB: Anspruch auf bezahlte Freistellung
  • Keine einheitliche Regelung für Hitzefrei

Ob Eltern tatsächlich Anspruch auf bezahlte Freistellung haben, hängt stark von den Bedingungen ihres Arbeitsvertrags ab. In vielen Fällen schließen Unternehmen die Regelungen des § 616 BGB aus, was bedeutet, dass Eltern, die wegen fehlender Kinderbetreuung nicht arbeiten können, auf Urlaubstage oder unbezahlte Freistellungen zurückgreifen müssen. Daher ist es ratsam, die eigene Vertragssituation frühzeitig zu prüfen und gegebenenfalls das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen, um mögliche Lösungen zu finden.

Was tun bei längeren Schulschließungen?

Nicht jeder Unterrichtsausfall bleibt auf einen Tag beschränkt. Streiks, Personalengpässe oder andere Gründe können dazu führen, dass die Betreuung über mehrere Tage ausfällt. In solchen Fällen können einige Tarifverträge, insbesondere im öffentlichen Dienst, bis zu drei bezahlte Tage vorsehen, wenn keine andere Betreuung möglich ist. Darüber hinaus haben gesetzlich versicherte Eltern Anspruch auf sogenannte Kinderkrankentage, die jedoch nur bei Krankheit des Kindes gelten und nicht bei Hitzefrei oder Schulschließungen.

Praktische Tipps für Eltern

Tipp: Eltern sollten sich frühzeitig auf mögliche Schulschließungen vorbereiten. Dazu gehört, ein Netzwerk von Freunden oder Verwandten aufzubauen, die im Notfall einspringen können. Zudem ist es wichtig, den Arbeitgeber umgehend zu informieren, wenn eine Betreuung nicht sichergestellt werden kann. Eine offene Kommunikation kann helfen, Missverständnisse zu vermeiden und Lösungen zu finden.

Fazit

Rechte von Eltern bei Hitzefrei
Symbolbild: Rechte von Eltern bei Hitzefrei · Foto: Hai Nam Nguyen / Pexels

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass berufstätige Eltern bei kurzfristigen Schulschließungen aufgrund von Hitzefrei oder anderen Gründen vor Herausforderungen stehen. Ihre Rechte hängen stark von den individuellen Arbeitsverträgen und den spezifischen Umständen ab. Es ist wichtig, sich über die eigenen Ansprüche zu informieren und proaktiv nach Lösungen zu suchen, um die Betreuung der Kinder sicherzustellen.

Häufige Fragen

Was ist Hitzefrei?
Hitzefrei bezeichnet die vorzeitige Entlassung von Schülern aus der Schule aufgrund hoher Temperaturen. Die Entscheidung liegt im Ermessen der Schulleitung.
Welche Rechte haben Eltern bei Hitzefrei?
Eltern können unter bestimmten Bedingungen Anspruch auf bezahlte Freistellung gemäß § 616 BGB haben, wenn sie keine andere Betreuungsmöglichkeit finden.
Gibt es eine einheitliche Regelung für Hitzefrei?
Nein, es gibt keine einheitliche gesetzliche Regelung. Die Entscheidung über Hitzefrei liegt im Ermessen der Schulen.
Was passiert, wenn der Unterricht länger ausfällt?
Bei längeren Ausfällen können Tarifverträge bis zu drei bezahlte Tage vorsehen. Eltern können auch Kinderkrankentage beantragen, wenn das Kind krank ist.
Wie sollten Eltern auf kurzfristige Schulschließungen reagieren?
Eltern sollten ihren Arbeitgeber umgehend informieren und nach alternativen Betreuungsmöglichkeiten suchen.

Quellen: finanzen.net

Symbolbild: Rechte von Eltern bei Hitzefrei · Foto: Pavel Danilyuk / Pexels

Sebastian Stehle
Sebastian Stehlehttps://finanz-echo.de
Sebastian Stehle beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit den Aktien- und Kapitalmärkten. Bei Finanz-Echo schreibt er über Börsentrends, Unternehmenszahlen und wirtschaftliche Entwicklungen und legt dabei Wert darauf, komplexe Zusammenhänge verständlich aufzubereiten. Sein Ziel ist es, Leserinnen und Lesern eine solide Grundlage für eigene Entscheidungen zu geben – ohne reißerische Versprechen.
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