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Hohe Zinsen und teurer Grund: Häuslbauer weichen auf Eigentumswohnungen aus

⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 08.06.2026

Die Kombination aus hohen Zinsen und steigenden Grundstückspreisen zwingt viele potenzielle Häuslbauer in Österreich dazu, auf Eigentumswohnungen auszuweichen. Diese Entwicklung hat weitreichende Auswirkungen auf den Immobilienmarkt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Steigende Immobilienpreise und hohe Zinsen belasten Käufer.
  • Eigentumswohnungen werden zunehmend zur bevorzugten Wahl.
  • Regionale Unterschiede in der Leistbarkeit sind signifikant.

Die Kombination aus hohen Zinsen und steigenden Grundstückspreisen hat in Österreich zu einem signifikanten Wandel auf dem Immobilienmarkt geführt. Immer mehr potenzielle Häuslbauer sehen sich gezwungen, auf Eigentumswohnungen auszuweichen, da die finanziellen Hürden für den Kauf eines Einfamilienhauses in vielen Regionen unüberwindbar erscheinen. Diese Entwicklung hat nicht nur Auswirkungen auf die Käufer, sondern auch auf den gesamten Immobilienmarkt.

Moderne Eigentumswohnungen in Österreich
Symbolbild: Moderne Eigentumswohnungen in Österreich · Foto: Max Vakhtbovych / Pexels

Im Jahr 2025 stiegen die Preise für Eigentumswohnungen in Österreich auf durchschnittlich 4.162 Euro pro Quadratmeter, während der Medianpreis für Häuser bei 2.836 Euro pro Quadratmeter lag. Diese Preissteigerungen sind das Ergebnis eines anhaltenden Trends, der sich seit 2015 abzeichnet. In diesem Zeitraum sind die Immobilienpreise um 68 Prozent gestiegen, während die Medianeinkommen nur um 51 Prozent zulegten. Diese Schere zwischen Einkommen und Immobilienpreisen hat die Leistbarkeit für viele Haushalte erheblich verschärft.

Die Situation wird durch die hohen Zinsen weiter verschärft. Viele Käufer sind mit den aktuellen Zinsbedingungen konfrontiert, die die monatlichen Belastungen für Kredite erheblich erhöhen. Dies führt dazu, dass viele potenzielle Käufer ihre Pläne überdenken und sich stattdessen für Eigentumswohnungen entscheiden, die oft eine günstigere Alternative darstellen.

Regionale Unterschiede in der Leistbarkeit

Die Leistbarkeit von Wohneigentum variiert stark zwischen den verschiedenen Regionen Österreichs. Laut einer Analyse gelten 41 von 105 Bezirken als unleistbar für Durchschnittsverdiener. Besonders betroffen sind die westlichen Bundesländer, wo die Preise für Immobilien in den letzten Jahren stark gestiegen sind. In Salzburg beispielsweise müssten zwei Durchschnittsverdienende 66,5 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Kreditrückzahlung aufwenden, was die Situation für viele Haushalte untragbar macht.

Im Gegensatz dazu bleibt die Situation in einigen östlichen und südlichen Regionen, wie dem Burgenland und Teilen der Steiermark, relativ günstig. Hier liegt die Belastung für Durchschnittshaushalte bei 23,8 Prozent bzw. 29,3 Prozent, was den Erwerb von Wohneigentum für viele Menschen weiterhin erreichbar macht.

Die Rolle der Eigentumswohnungen

Fakten auf einen Blick

  • Durchschnittspreis für Eigentumswohnungen 2025: 4.162 Euro pro Quadratmeter
  • Medianpreis für Häuser 2025: 2.836 Euro pro Quadratmeter
  • 41 von 105 Bezirken in Österreich gelten als unleistbar für Durchschnittsverdiener

Angesichts der steigenden Preise für Einfamilienhäuser und der hohen Zinsen entscheiden sich immer mehr Käufer für Eigentumswohnungen. Diese bieten nicht nur eine kostengünstigere Alternative, sondern auch oft eine bessere Lage in städtischen Gebieten, wo die Nachfrage nach Wohnraum hoch ist. Die steigende Nachfrage nach Eigentumswohnungen hat auch zu einem Anstieg der Preise in diesem Segment geführt, was die Situation für Käufer weiter kompliziert.

Die Eigentumswohnungen sind besonders in städtischen Gebieten gefragt, wo die Preise aufgrund der hohen Nachfrage und des begrenzten Angebots weiter steigen. In Wien beispielsweise liegt der Preis für Eigentumswohnungen bei durchschnittlich 5.212 Euro pro Quadratmeter, was die Stadt zur teuersten in Österreich macht.

Finanzierung und Zinsen

Die Finanzierung von Immobilien ist ein weiterer entscheidender Faktor, der die Entscheidung für Eigentumswohnungen beeinflusst. Die Zinsen sind seit 2022 gestiegen und haben die monatlichen Belastungen für Kredite erheblich erhöht. Viele Käufer sind sich der Risiken bewusst, die mit variablen Zinsen verbunden sind, und ziehen daher festverzinsliche Kredite in Betracht, um Planungssicherheit zu gewährleisten.

Die aktuelle Zinslage hat auch dazu geführt, dass Käufer verstärkt auf die Vergleichbarkeit von Angeboten achten. Ein Vergleich der Zinskonditionen kann erhebliche Einsparungen bei den monatlichen Raten bedeuten. Daher ist es für potenzielle Käufer ratsam, verschiedene Angebote einzuholen und die besten Konditionen zu wählen.

Ausblick auf den Immobilienmarkt

Die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach Eigentumswohnungen weiterhin steigen wird, während die Preise für Einfamilienhäuser möglicherweise stagnieren oder sogar weiter steigen könnten. Die Kombination aus hohen Zinsen und steigenden Preisen wird die Situation für viele Käufer weiterhin herausfordernd gestalten.

Die regionalen Unterschiede werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Während in einigen Regionen der Kauf von Eigentum weiterhin möglich ist, wird es in anderen Gebieten zunehmend schwieriger, ein Eigenheim zu erwerben. Die Politik ist gefordert, Lösungen zu finden, um die Leistbarkeit von Wohnraum zu verbessern und den Zugang zu Eigentum für breitere Bevölkerungsschichten zu ermöglichen.

Fazit

Moderne Eigentumswohnungen in Österreich
Symbolbild: Moderne Eigentumswohnungen in Österreich · Foto: Ivan S / Pexels

Die aktuellen Trends auf dem Immobilienmarkt zeigen deutlich, dass hohe Zinsen und steigende Grundstückspreise viele potenzielle Häuslbauer dazu zwingen, auf Eigentumswohnungen auszuweichen. Diese Entwicklung hat weitreichende Auswirkungen auf die Käufer und den gesamten Immobilienmarkt. Die regionalen Unterschiede in der Leistbarkeit sind signifikant und erfordern gezielte Maßnahmen, um den Zugang zu Wohnraum für alle zu gewährleisten.

Häufige Fragen

Warum weichen Häuslbauer auf Eigentumswohnungen aus?
Hohe Zinsen und steigende Grundstückspreise machen den Kauf von Einfamilienhäusern unerschwinglich für viele Käufer. Eigentumswohnungen bieten eine kostengünstigere Alternative.
Wie hoch sind die aktuellen Preise für Eigentumswohnungen in Österreich?
Der durchschnittliche Preis für Eigentumswohnungen lag 2025 bei 4.162 Euro pro Quadratmeter, was einen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren darstellt.
In welchen Regionen sind Eigentumswohnungen am teuersten?
Wien bleibt mit einem Preis von durchschnittlich 5.212 Euro pro Quadratmeter die teuerste Stadt für Eigentumswohnungen, gefolgt von Vorarlberg und Salzburg.
Wie viele Bezirke in Österreich gelten als unleistbar für Durchschnittsverdiener?
Aktuell gelten 41 von 105 Bezirken in Österreich als unleistbar für Durchschnittsverdiener, was die Herausforderungen beim Erwerb von Wohneigentum verdeutlicht.
Was sind die Hauptfaktoren für die steigenden Immobilienpreise?
Die Hauptfaktoren sind die steigenden Zinsen, die seit 2015 um 68 Prozent gestiegenen Immobilienpreise und die langsame Anpassung der Medianeinkommen, die nur um 51 Prozent zulegten.

Quellen: Google News

Symbolbild: Moderne Eigentumswohnungen in Österreich · Foto: Diana ✨ / Pexels

Stefan Wagner
Stefan Wagner
Stefan Wagner widmet sich den Themen Altersvorsorge und Versicherungen. Er erklärt verständlich, welche Vorsorgemodelle es gibt und worauf man bei langfristigen Entscheidungen achten sollte. Bei Finanz-Echo möchte er dazu beitragen, dass auch trockene Themen wie Renten- und Absicherungsfragen greifbar werden.
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