⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 29.06.2026
Die zweite Hälfte des Jahres 2026 verspricht eine spannende Entwicklung für den Immobilienmarkt in Deutschland. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und steigender Zinsen bleibt eine gewisse Erholung in Sicht.
- Erholung des Immobilienmarktes wird durch geopolitische Risiken gebremst.
- Zinserhöhungen führen zu vorsichtigerer Investitionshaltung.
- Wohnimmobilienpreise steigen moderat, während der Gewerbemarkt stabilisiert.
Die zweite Jahreshälfte 2026 steht vor der Tür und mit ihr zahlreiche Herausforderungen und Chancen für den Immobilienmarkt in Deutschland. Laut dem aktuellen Marktausblick von Avison Young wird die Erholung des Marktes durch geopolitische Risiken, insbesondere den Iran-Konflikt, gebremst. Dennoch bleibt eine gewisse Dynamik bestehen, die auf eine moderate Erholung hindeutet.
Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung

Trotz der Unsicherheiten, die durch den Iran-Konflikt und andere geopolitische Spannungen entstehen, wird ein BIP-Wachstum für Deutschland erwartet. Dies könnte den Immobilienmarkt unterstützen, auch wenn die Erholung nicht sofort spürbar sein wird. Nicolai Baumann, Country Manager von Avison Young, betont, dass die Gesamtwirtschaft und die Nutzermärkte zu Jahresbeginn leichten Rückenwind für die Investmentmärkte geliefert haben. Allerdings erfordert das gestiegene Zinsniveau eine Neukalkulation bei geplanten Investments, was einige Deals unrentabel machen könnte.
Die Unsicherheiten in der Wirtschaft, kombiniert mit einer erhöhten Inflation, haben bereits zu einer vorsichtigen Haltung bei Investoren geführt. Die Zinsen sind über das gesamte Laufzeitenspektrum gestiegen, was die Rentabilität von Immobilieninvestitionen beeinflusst und die Preise unter Druck setzt. Insbesondere energie- oder flächenineffiziente Immobilien sind betroffen, was die Marktbedingungen weiter erschwert.
Entwicklung der Immobilienpreise
Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland werden voraussichtlich um 3 bis 4 Prozent steigen, was auf einen anhaltenden Wohnraummangel zurückzuführen ist. Der Markt für Gewerbeimmobilien hingegen zeigt eine fragilere Stabilisierung. Während die Mieten und Preise in bestimmten Segmenten und Regionen wieder ansteigen, bleibt die allgemeine Investitionsneigung aufgrund der höheren Zinsen und geopolitischen Unsicherheiten verhalten.
Die LBBW Research hebt hervor, dass der Wohnraummangel weiterhin einen starken Preisdruck aufrechterhält. Der jährliche Neubaubedarf von rund 320.000 Wohneinheiten wird jedoch deutlich verfehlt, was die Situation auf dem Wohnungsmarkt weiter verschärft. Im Jahr 2025 wurden lediglich rund 207.000 Wohnungen fertiggestellt, was den niedrigsten Wert seit 2012 darstellt.
Einfluss der Zinspolitik auf den Immobilienmarkt
- BIP-Wachstum wird trotz Unsicherheiten erwartet.
- Preise für Wohnimmobilien steigen um 3 bis 4 Prozent.
- Investmentmärkte unter Druck durch höhere Zinsen.
Die Zinspolitik spielt eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Immobilienmarktes. Mit einem Bauzins von über 4 Prozent wird dieser wohl mittelfristig der Regelfall bleiben. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Erschwinglichkeit von Immobilien und die Investitionsentscheidungen von Käufern und Investoren. Höhere Zinsen führen dazu, dass viele Kaufinteressenten vorsichtiger agieren, was sich negativ auf die Nachfrage auswirken kann.
Die Kombination aus steigenden Zinsen und geopolitischen Risiken hat bereits zu einer Abkühlung des Preisauftriebs bei Wohnimmobilien geführt. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Preise nur um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, was eine deutliche Abschwächung im Vergleich zu den vorherigen Quartalen darstellt.
Geopolitische Risiken und ihre Auswirkungen
Die geopolitischen Risiken, insbesondere der Iran-Konflikt, haben nicht nur Auswirkungen auf die Energiepreise, sondern auch auf die allgemeine wirtschaftliche Stabilität in Deutschland. Diese Unsicherheiten führen zu einer erhöhten Vorsicht bei Investoren und können die Erholung des Immobilienmarktes weiter bremsen. Die Kombination aus Inflation und stagnierendem Wachstum, auch als Stagflation bezeichnet, beeinflusst die Investitions- und Beschäftigungspläne der Unternehmen.
Die Unsicherheiten wirken sich auch auf die Standort- und Flächenentscheidungen aus. Michael Kubik, Head of Office Leasing bei Avison Young, weist darauf hin, dass die Mietvertragsverlängerungen auf den Büromärkten hoch bleiben, während reduzierte Flächenbedarfe durch hybrides Arbeiten die Neuabschlüsse und Expansionen begrenzen.
Ausblick auf die zweite Jahreshälfte 2026
Für die zweite Jahreshälfte 2026 wird eine schrittweise Erholung der Nutzermärkte erwartet, die durch Nachholeffekte unterstützt wird. Dennoch bleibt die Unsicherheit hoch, und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen sich stabilisieren, um eine nachhaltige Erholung zu ermöglichen. Die Investitionsprogramme und die langsam in Angriff genommenen Verbesserungen der Standortbedingungen könnten der Gesamtwirtschaft und den Immobilienmärkten wieder mehr Rückenwind verschaffen.
Die Prognosen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da sie stark von geopolitischen Entwicklungen abhängen. Die Marktteilnehmer müssen sich auf eine dynamische und unsichere Situation einstellen, die sowohl Risiken als auch Chancen birgt.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Immobilienmarkt in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 vor einer Reihe von Herausforderungen steht. Während die Preise für Wohnimmobilien moderat steigen und eine gewisse Erholung in Sicht ist, bleibt die Investitionsneigung aufgrund höherer Zinsen und geopolitischer Unsicherheiten verhalten. Die Marktteilnehmer müssen sich auf eine dynamische Entwicklung einstellen, die sowohl Risiken als auch Chancen bietet.
Häufige Fragen
Wie entwickeln sich die Immobilienpreise in 2026?
Welche Rolle spielen Zinsen für den Immobilienmarkt?
Wie beeinflussen geopolitische Risiken den Immobilienmarkt?
Was sind die Hauptfaktoren für die Entwicklung des Immobilienmarktes?
Wie sieht die Prognose für den Gewerbeimmobilienmarkt aus?
Quellen: Google News
Symbolbild: Entwicklung des Immobilienmarktes 2026 · Foto: Markus Winkler / Pexels


