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Immobilienmarkt: 4,8 Millionen Eigenheime der Babyboomer

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⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 15.08.2026

Die Babyboomer-Generation steht vor einem massiven Wandel auf dem Immobilienmarkt. Rund 4,8 Millionen Eigenheime könnten in den kommenden Jahren vererbt oder verkauft werden, was weitreichende Auswirkungen auf die Preisentwicklung haben könnte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Babyboomer besitzen fast jedes dritte Eigenheim in Deutschland.
  • Die Mehrheit der Eigentümer plant, ihre Immobilien zu vererben.
  • Regionale Unterschiede könnten die Preisentwicklung stark beeinflussen.

Die Babyboomer-Generation, die zwischen 1946 und 1964 geboren wurde, steht vor einem entscheidenden Wendepunkt auf dem Immobilienmarkt. Schätzungen zufolge befinden sich in Deutschland rund 4,8 Millionen Eigenheime im Besitz dieser Generation. Dies könnte in den kommenden Jahren zu einem signifikanten Wandel führen, da viele dieser Immobilien entweder vererbt oder verkauft werden. Die Frage, die sich stellt, ist: Wie wird sich dieser demografische Wandel auf die Immobilienpreise auswirken?

Was ist der Silver Tsunami?

Babyboomer und der Immobilienmarkt
Symbolbild: Babyboomer und der Immobilienmarkt · Foto: Artful Homes / Pexels

Der Begriff Silver Tsunami beschreibt die bevorstehende Welle von Immobilienverkäufen und -vererbung, die durch die Babyboomer-Generation ausgelöst wird. Diese Generation hat in den letzten Jahrzehnten massenhaft Immobilien erworben, und nun, da viele von ihnen älter werden, wird erwartet, dass sie ihre Häuser und Wohnungen auf den Markt bringen. Allerdings zeigen Umfragen, dass mehr als 60 Prozent der älteren Immobilieneigentümer nicht verkaufen, sondern ihre Immobilien vererben möchten. Dies könnte die Anzahl der tatsächlich auf den Markt kommenden Immobilien erheblich reduzieren.

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Die demografische Entwicklung und ihre Auswirkungen

Die demografische Entwicklung in Deutschland zeigt, dass die Bevölkerung altert. Prognosen des Statistischen Bundesamtes deuten darauf hin, dass bis 2035 jeder vierte Einwohner 67 Jahre oder älter sein wird. Dies hat direkte Auswirkungen auf den Immobilienmarkt, da viele ältere Menschen ihre großen Häuser verlassen werden. Dennoch wird erwartet, dass die Erbschaften über einen langen Zeitraum verteilt sind, was bedeutet, dass der Markt nicht von einer plötzlichen Flut an Immobilienangeboten überflutet wird.

Regionale Unterschiede im Immobilienmarkt

Fakten auf einen Blick

  • 4,8 Millionen Eigenheime im Besitz von Babyboomern
  • 60% der Eigentümer wollen vererben
  • Prognose: 0,4% jährlicher Anstieg der Kaufpreise bis 2035

Die Auswirkungen des Silver Tsunami werden regional unterschiedlich ausfallen. Während in wirtschaftlich starken Großstädten wie Berlin oder München die Nachfrage nach Immobilien weiterhin hoch bleibt, könnten ländliche Regionen und Teile Ostdeutschlands, die bereits unter einer schrumpfenden Bevölkerung leiden, stärker betroffen sein. Hier könnte ein Überangebot an Immobilien auf eine bereits geringe Nachfrage treffen, was die Preise belasten könnte.

Prognosen zur Preisentwicklung

Experten des RWI – Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung haben festgestellt, dass der gestiegene Anteil älterer Menschen bereits zwischen 2008 und 2020 die durchschnittlichen Kaufpreise für Wohnungen um etwa 12 Prozent gedämpft hat. Dennoch wird ein flächendeckender Preisverfall aufgrund der bevorstehenden Erbschaften nicht erwartet. Stattdessen prognostizieren Fachleute, dass die Kaufpreise für Eigentumswohnungen bis 2035 real um 0,4 Prozent pro Jahr steigen werden. Dies deutet darauf hin, dass der Immobilienmarkt trotz der demografischen Veränderungen stabil bleibt.

Die Rolle der Erbschaften

Die Übertragung von Immobilien innerhalb von Familien spielt eine entscheidende Rolle im deutschen Immobilienmarkt. Laut der Erbschaft- und Schenkungsteuerstatistik des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2024 Erbschaften und Vermächtnisse im Wert von 64,1 Milliarden Euro steuerlich berücksichtigt. Dies zeigt, dass Immobilien zu den bedeutendsten Vermögenswerten gehören, die zwischen Generationen übertragen werden. Die Babyboomer-Generation wird in den kommenden Jahren eine Vielzahl von Immobilien vererben, was die Eigentümerstruktur erheblich verändern könnte.

Fazit

Babyboomer und der Immobilienmarkt
Symbolbild: Babyboomer und der Immobilienmarkt · Foto: Alena Darmel / Pexels

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Babyboomer-Generation eine bedeutende Rolle auf dem Immobilienmarkt spielt. Mit rund 4,8 Millionen Eigenheimen im Besitz dieser Generation stehen wir vor einem demografischen Wandel, der sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringt. Während die Mehrheit der Eigentümer plant, ihre Immobilien zu vererben, wird der Markt nicht von einer plötzlichen Verkaufswelle überflutet. Stattdessen wird sich die Preisentwicklung regional unterschiedlich gestalten, wobei wirtschaftlich starke Regionen weiterhin von einer hohen Nachfrage profitieren werden.

Häufige Fragen

Was ist der Silver Tsunami?
Der Silver Tsunami beschreibt die bevorstehende Welle von Immobilienverkäufen und -vererbungen durch die Babyboomer-Generation, die in den kommenden Jahren auf den Markt drängen könnten.
Wie viele Immobilien sind im Besitz von Babyboomern?
Laut Schätzungen der Immobilienplattform Jacasa befinden sich rund 4,8 Millionen Eigenheime in Deutschland im Besitz von Babyboomern.
Wie wird sich der Immobilienmarkt durch die Babyboomer verändern?
Die Babyboomer könnten in den nächsten Jahren viele Immobilien vererben oder verkaufen, was zu einem Anstieg des Angebots führen könnte, jedoch nicht unbedingt zu einem Preisverfall.
Was sagen Experten zur Preisentwicklung?
Experten prognostizieren, dass die Kaufpreise für Eigentumswohnungen bis 2035 real um 0,4 Prozent pro Jahr steigen werden, trotz der bevorstehenden Erbschaften.
Welche Regionen sind am stärksten betroffen?
Besonders ländliche Regionen und Teile Ostdeutschlands könnten von einem Überangebot an Immobilien betroffen sein, während wirtschaftlich starke Großstädte weiterhin hohe Nachfrage erleben.

Quellen: Google News

Symbolbild: Babyboomer und der Immobilienmarkt · Foto: Kampus Production / Pexels

Sebastian Stehle
Sebastian Stehlehttps://finanz-echo.de
Sebastian Stehle beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit den Aktien- und Kapitalmärkten. Bei Finanz-Echo schreibt er über Börsentrends, Unternehmenszahlen und wirtschaftliche Entwicklungen und legt dabei Wert darauf, komplexe Zusammenhänge verständlich aufzubereiten. Sein Ziel ist es, Leserinnen und Lesern eine solide Grundlage für eigene Entscheidungen zu geben – ohne reißerische Versprechen.
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