⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 11.06.2026
Beim Hauskauf sind die Nebenkosten oft höher als der Kaufpreis selbst. Käufer sollten sich über Grunderwerbsteuer, Notarkosten und weitere Ausgaben im Klaren sein.
- Nebenkosten machen 9 bis 15 Prozent des Kaufpreises aus.
- Grunderwerbsteuer variiert zwischen 3,5 und 6,5 Prozent.
- Notarkosten liegen bei 1,0 bis 1,5 Prozent des Kaufpreises.
Der Kauf eines Hauses ist für viele Menschen der größte finanzielle Schritt ihres Lebens. Doch beim Immobilienkauf ist der angegebene Kaufpreis nicht das einzige, was Käufer beachten müssen. Die Nebenkosten, die zusätzlich zum Kaufpreis anfallen, können erheblich sein und sollten daher in die Finanzierungsplanung einbezogen werden. Im Jahr 2026 liegen die Nebenkosten in Deutschland in der Regel zwischen 9 und 15 Prozent des Kaufpreises.
Was sind die Nebenkosten beim Hauskauf?

Die Nebenkosten beim Hauskauf setzen sich aus verschiedenen Posten zusammen, die für Käufer unverzichtbar sind. Zu den wichtigsten gehören die Grunderwerbsteuer, die Notarkosten, die Gebühren für den Grundbucheintrag und gegebenenfalls die Maklerprovision. Diese Kosten sind nicht nur einmalig, sondern können je nach Region und Kaufpreis erheblich variieren.
Die Grunderwerbsteuer ist der größte Posten unter den Nebenkosten und wird einmalig fällig. Sie variiert je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises. In Nordrhein-Westfalen beträgt sie beispielsweise 6,5 Prozent, während sie in Bayern nur 3,5 Prozent ausmacht. Diese Unterschiede können für Käufer mehrere Tausend Euro ausmachen und sollten bei der Standortwahl berücksichtigt werden.
Grunderwerbsteuer: Ein erheblicher Kostenfaktor
Die Grunderwerbsteuer ist ein zentraler Bestandteil der Nebenkosten und wird an das Finanzamt gezahlt. Sie wird fällig, sobald der Kaufvertrag unterzeichnet ist. Bei einem Kaufpreis von 500.000 Euro kann die Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen bis zu 32.500 Euro betragen, während sie in Bayern nur 17.500 Euro ausmacht. Diese Differenz ist nicht zu unterschätzen und kann die Entscheidung für oder gegen einen Standort erheblich beeinflussen.
Zusätzlich zur Grunderwerbsteuer sollten Käufer auch die Notarkosten einplanen. Diese liegen in der Regel zwischen 1,0 und 1,5 Prozent des Kaufpreises. Der Notar ist für die Beurkundung des Kaufvertrags und die Eintragung ins Grundbuch zuständig, was für die rechtliche Absicherung des Eigentums unerlässlich ist. Bei einem Kaufpreis von 500.000 Euro können die Notarkosten also zwischen 5.000 und 7.500 Euro liegen.
Notarkosten und Grundbucheintrag
- Nebenkosten: 9 bis 15 Prozent des Kaufpreises
- Grunderwerbsteuer: 3,5 bis 6,5 Prozent je nach Bundesland
- Notarkosten: 1,0 bis 1,5 Prozent des Kaufpreises
Die Notarkosten sind gesetzlich geregelt und können nicht verhandelt werden. Sie decken die Beurkundung des Kaufvertrags sowie die Bestellung der Grundschuld ab, die zur Absicherung der Bank dient. Die Grundbuchgebühren betragen in der Regel etwa 0,5 Prozent des Kaufpreises und werden häufig zusammen mit den Notarkosten ausgewiesen. Käufer sollten sich also darauf einstellen, dass auch diese Kosten einen erheblichen Teil der Nebenkosten ausmachen.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Maklerprovisionen. Diese sind optional, wenn ein Makler in den Kaufprozess involviert ist. Seit Dezember 2020 gilt das Bestellerprinzip, wonach Käufer und Verkäufer die Provision teilen. Üblicherweise liegt der Käuferanteil bei etwa 3,57 Prozent des Kaufpreises. Bei einem Kaufpreis von 500.000 Euro wären das zusätzliche 17.850 Euro, die ebenfalls aus Eigenkapital finanziert werden müssen.
Finanzierung der Nebenkosten
Ein häufiges Missverständnis ist, dass Banken auch die Nebenkosten in die Finanzierung einbeziehen. In der Regel finanzieren Banken nur den Kaufpreis der Immobilie. Käufer müssen die Nebenkosten aus Eigenkapital bezahlen. Daher ist es ratsam, bereits vor dem Notartermin eine detaillierte Kostenaufstellung zu erstellen und sicherzustellen, dass genügend Eigenkapital vorhanden ist, um die Nebenkosten zu decken.
Die Faustregel besagt, dass Käufer mindestens 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises als Eigenkapital einplanen sollten, um die Nebenkosten und einen Teil des Kaufpreises zu decken. Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro in Nordrhein-Westfalen wären das etwa 88.000 Euro Eigenkapital, um die Nebenkosten von rund 48.000 Euro und 40.000 Euro für die 10 Prozent des Kaufpreises zu decken.
Tipps zur Einsparung bei Nebenkosten
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Vergleich der Notarkosten. Obwohl diese gesetzlich geregelt sind, können Käufer bei kombinierten Kauf- und Finanzierungsbeurkundungen oft von günstigeren Angeboten profitieren. Es lohnt sich, verschiedene Notare zu vergleichen und gegebenenfalls auch nach Rabatten zu fragen.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass beim Hauskauf die Nebenkosten nicht unterschätzt werden dürfen. Sie können einen erheblichen Teil der Gesamtkosten ausmachen und sollten daher in die Finanzierungsplanung einbezogen werden. Käufer sollten sich über die verschiedenen Nebenkosten informieren und gegebenenfalls Einsparpotenziale nutzen, um die finanzielle Belastung zu minimieren. Eine sorgfältige Planung und Vorbereitung sind der Schlüssel zu einem erfolgreichen Immobilienkauf.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Nebenkosten beim Hauskauf?
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Deutschland?
Warum sind Nebenkosten beim Hauskauf wichtig?
Wie kann ich bei den Nebenkosten sparen?
Wie viel Eigenkapital benötige ich für den Hauskauf?
Quellen: Google News
Symbolbild: Nebenkosten beim Hauskauf 2026 · Foto: Pavel Danilyuk / Pexels


