⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 04.07.2026
Die Immobilienpreise in Deutschland dürften im Jahr 2026 weiter steigen, was vor allem auf einen anhaltenden Wohnraummangel zurückzuführen ist. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) prognostiziert einen Anstieg von etwa drei Prozent.
- Preisanstieg von 3% im Jahr 2026 erwartet
- Nur 58% des Wohnraumbedarfs werden gedeckt
- Kaufnebenkosten müssen gesenkt werden
Die Immobilienpreise in Deutschland stehen vor einem weiteren Anstieg im Jahr 2026. Laut einer aktuellen Studie des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) wird ein Preisanstieg von etwa drei Prozent prognostiziert. Diese Entwicklung ist vor allem auf einen anhaltenden Wohnraummangel zurückzuführen, der durch eine unzureichende Neubautätigkeit verstärkt wird.
Ursachen für den Preisanstieg

Die Hauptursache für den Anstieg der Immobilienpreise ist das knappe Angebot an Wohnraum. Der BVR berichtet, dass die Zahl der fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2026 voraussichtlich nur 58 Prozent des tatsächlichen Wohnraumbedarfs abdecken wird. Dies führt zu einem anhaltenden Druck auf die Preise, insbesondere in Ballungszentren, wo die Nachfrage nach Wohnraum am höchsten ist.
Zusätzlich entsteht neuer Wohnraum häufig in ländlichen Regionen, wo die Nachfrage nicht so stark ausgeprägt ist. Dies führt zu einer weiteren Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage, die die Preise in den gefragten Gebieten weiter anheizt.
Regionale Unterschiede im Preisanstieg
Die Analyse des BVR zeigt, dass die Immobilienpreise in bestimmten Regionen Deutschlands stärker steigen als in anderen. Besonders betroffen sind Süddeutschland, das Berliner Umland, sowie Teile von Nord- und Westdeutschland. In diesen Gebieten sind die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum in den letzten Jahren deutlich schneller gestiegen als die verfügbaren Einkommen.
Im Gegensatz dazu haben in vielen ländlichen und strukturschwächeren Regionen Ostdeutschlands die verfügbaren Einkommen die Immobilienpreise übertroffen. Dies führt zu einer ungleichen Verteilung des Wohnraums und verstärkt die Herausforderungen für Käufer in den gefragten Regionen.
Finanzielle Belastungen für Käufer
- Prognose: Anstieg um 3% im Jahr 2026
- Wohnraumbedarf: Nur 58% gedeckt
- Kaufnebenkosten: Forderung nach Senkung
Die steigenden Immobilienpreise stellen eine erhebliche finanzielle Belastung für viele Käufer dar. Seit 2018 sind die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum bundesweit um rund sieben Prozent schneller gestiegen als die verfügbaren Einkommen. Dies macht den Erwerb von Wohneigentum für viele junge Haushalte zunehmend schwierig, oft bleibt nur der Weg über Erbschaften oder familiäre Unterstützung.
Der BVR fordert daher eine Senkung der Kaufnebenkosten, insbesondere der Grunderwerbsteuer, um den Zugang zu Wohneigentum zu erleichtern. Vorschläge beinhalten einen Freibetrag beim Immobilienkauf oder einen reduzierten Steuersatz für selbstgenutztes Wohneigentum.
Politische Maßnahmen zur Entlastung
Die Bundesregierung hat bereits erste Maßnahmen ergriffen, um den Wohnungsbau zu beschleunigen. Dazu gehören der Bau-Turbo, die geplante Novellierung des Baugesetzbuchs sowie das geplante Gebäudetyp-E-Gesetz. Diese Reformen sollen dazu beitragen, die Bauaktivitäten zu steigern und den Wohnraummangel zu bekämpfen.
Der BVR betont jedoch, dass es entscheidend ist, diese Maßnahmen zügig umzusetzen, um die dringend benötigten Investitionen in den Wohnungsbau zu fördern. Eine zügige Umsetzung könnte dazu beitragen, den Druck auf die Immobilienpreise zu verringern und die Erschwinglichkeit von Wohneigentum zu verbessern.
Auswirkungen auf den Immobilienmarkt
Die aktuelle Marktlage zeigt, dass trotz der Herausforderungen im Wohnungsbau und der steigenden Finanzierungskosten die Preise für Wohnimmobilien weiterhin steigen. Die Bauzinsen haben sich von ihrem Tiefstand bei rund 3,15 Prozent in Richtung 4 Prozent bewegt, was die Finanzierung von Immobilien zusätzlich erschwert.
Die Kombination aus hohen Preisen, steigenden Zinsen und einer sinkenden Leistbarkeit könnte jedoch dazu führen, dass die Preisdynamik in den kommenden Monaten nachlässt. Der Immobilienmarkt zeigt sich zwar robust, doch die Spielräume für weitere Preissteigerungen dürften geringer werden.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Immobilienpreise in Deutschland im Jahr 2026 voraussichtlich weiter steigen werden, angetrieben durch einen anhaltenden Wohnraummangel und unzureichende Neubautätigkeiten. Die politischen Maßnahmen zur Entlastung der Käufer und zur Förderung des Wohnungsbaus sind entscheidend, um die Erschwinglichkeit von Wohneigentum zu verbessern und den Druck auf die Preise zu verringern. Käufer sollten sich der aktuellen Marktentwicklungen bewusst sein und gegebenenfalls Unterstützung in Anspruch nehmen, um den Erwerb von Wohneigentum zu erleichtern.
Häufige Fragen
Warum steigen die Immobilienpreise 2026?
Welche Regionen sind besonders betroffen?
Was fordert der BVR zur Entlastung der Käufer?
Wie wirkt sich der Preisanstieg auf junge Familien aus?
Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung?
Quellen: Google News
Symbolbild: Steigende Immobilienpreise in Deutschland · Foto: Zülfü Demir📸 / Pexels


