⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 17.06.2026
Die Immobilienpreise steigen rasant und übersteigen die Einkommen vieler Haushalte. Experten fordern eine Reform der Grundstücksbewertungsmechanismen, um den Markt zu stabilisieren.
- Steigende Immobilienpreise belasten Käufer massiv.
- HoREA warnt vor weiteren Preissteigerungen durch neue Regelungen.
- Zinssteigerungen erhöhen die monatlichen Belastungen für Immobilienkäufer.
Die Immobilienpreise in vielen Regionen übersteigen mittlerweile die Einkommen der Haushalte bei weitem. Dies führt zu einer alarmierenden Situation, in der immer mehr Menschen Schwierigkeiten haben, sich ein Eigenheim zu leisten. Laut aktuellen Umfragen halten 46% der Befragten Immobilien für unleistbar, was einen Anstieg um 7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Diese Entwicklung wird durch steigende Zinsen und Baukosten verstärkt, die die monatlichen Belastungen für Käufer erheblich erhöhen.
Was geschah im Immobilienmarkt?

Die Immobilienpreise haben in den letzten Jahren einen dramatischen Anstieg erfahren. In Ho-Chi-Minh-Stadt beispielsweise wurden Preisanpassungen von bis zu 39-fach gegenüber der alten Preisliste verzeichnet. Diese drastischen Erhöhungen haben nicht nur Auswirkungen auf Käufer, sondern auch auf Unternehmen, die mit erheblichen Mehrkosten bei der Umsetzung von Projekten konfrontiert sind. HoREA, der Immobilienverband von Ho-Chi-Minh-Stadt, warnt davor, dass die neuen Regelungen zur Grundstücksbewertung die Situation weiter verschärfen könnten.
Die Zinsen für Immobilienkredite sind ebenfalls gestiegen und liegen derzeit zwischen 3,8 und 4 Prozent für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung. Dies bedeutet, dass Käufer bei einem Darlehen über 300.000 Euro und einer zweiprozentigen Tilgung mit einer monatlichen Rate von etwa 1.500 Euro rechnen müssen, was eine Mehrbelastung von rund 15.000 Euro über die gesamte Zinsbindung bedeutet. Diese finanziellen Belastungen führen dazu, dass viele potenzielle Käufer zögern, in den Markt einzutreten.
Die Rolle der Grundstücksbewertung
Ein zentraler Aspekt der aktuellen Diskussion ist die Reform der Grundstücksbewertungsmechanismen. HoREA hat in seinen Stellungnahmen zur Zusammenfassung der Resolution 18-NQ/TW und zur Ausarbeitung des überarbeiteten Landgesetzes auf die Mängel im Grundstücksbewertungsmechanismus hingewiesen. Insbesondere wird kritisiert, dass die Berechnungsformel für die Anpassung der Grundstückspreise auf mehreren Koeffizienten basiert, die alle größer als 1 sind. Dies führt dazu, dass der Grundstückswert erheblich steigt, was die Gebühren für die Landnutzung und die Landpacht erhöht.
Die Experten argumentieren, dass diese Berechnungsmethode die Investitionskosten steigert und letztendlich auf den Verkaufspreis der Wohnungen aufschlägt. Daher ist es entscheidend, dass die zuständigen Behörden den Mechanismus zur Ermittlung der Grundstückspreisanpassungskoeffizienten verbessern, um sicherzustellen, dass dieser den Marktwert präzise widerspiegelt und keine Kostenschocks für Unternehmen und Wohnungskäufer verursacht.
Die Auswirkungen der Inflation
- 46% der Befragten halten Immobilien für unleistbar.
- Zinsen für Immobilienkredite liegen bei 3,8 bis 4 Prozent.
- Preisanpassungen in Ho-Chi-Minh-Stadt um bis zu 39-fach gegenüber der alten Preisliste.
Die Inflation hat in den letzten Monaten ebenfalls zugenommen, was die Situation auf dem Immobilienmarkt weiter kompliziert. Die Teuerungsrate stieg von 1,7 Prozent im Januar auf 3,2 Prozent im Mai, was Experten auf höhere Energiepreise zurückführt. Diese Inflation wirkt sich direkt auf die Baukosten aus, die wiederum die Immobilienpreise in die Höhe treiben. Käufer sehen sich somit nicht nur mit hohen Preisen, sondern auch mit steigenden Zinsen konfrontiert, was die Erschwinglichkeit von Immobilien weiter einschränkt.
Die Kombination aus hohen Preisen und steigenden Zinsen hat dazu geführt, dass viele Käufer ihre Kaufentscheidungen überdenken. Historisch gesehen benötigte man in den 1980er-Jahren noch drei Jahresgehälter, um eine Immobilie zu erwerben. Heute ist diese Relation jedoch stark verschoben, was die Herausforderungen für Käufer verdeutlicht.
Empfehlungen für Käufer und Investoren
In Anbetracht der aktuellen Marktlage ist es für Käufer und Investoren wichtig, ihre Eigenkapitalbasis zu stärken. Üblich sind derzeit Einlagen zwischen 15 und 25 Prozent des Kaufpreises. Zudem sollten Käufer einen intensiven Lagevergleich durchführen und eine höhere Tilgung von 1,5 bis 2 Prozent in Betracht ziehen, um finanzielle Puffer für unvorhergesehene Kosten zu schaffen. Auch kleinere Immobilien oder steuerliche Vorteile wie die Absetzung für Abnutzung (AfA) gewinnen bei der Kalkulation an Bedeutung.
Für Investoren ist es entscheidend, die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt genau zu beobachten und gegebenenfalls auf alternative Anlageformen wie Gold oder Kryptowährungen auszuweichen, die in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit als sicherer Hafen gelten. Die Unsicherheit auf dem Immobilienmarkt könnte dazu führen, dass Anleger ihre Strategien überdenken und diversifizieren.
Fazit

Die steigenden Immobilienpreise, die die Einkommen vieler Haushalte übersteigen, stellen eine ernsthafte Herausforderung dar. Experten fordern eine Reform der Grundstücksbewertungsmechanismen, um den Markt zu stabilisieren und Kostenschocks zu vermeiden. Käufer sollten sich der aktuellen Marktentwicklungen bewusst sein und ihre Strategien entsprechend anpassen, während Investoren alternative Anlageformen in Betracht ziehen sollten, um sich gegen die Unsicherheiten abzusichern.
Häufige Fragen
Warum steigen die Immobilienpreise?
Was sind die aktuellen Zinsen für Immobilienkredite?
Was empfiehlt HoREA zur Stabilisierung des Marktes?
Wie beeinflussen steigende Grundstückskosten die Immobilienpreise?
Welche Rolle spielt die Inflation bei der Immobilienpreisentwicklung?
Quellen: Google News
Symbolbild: Steigende Immobilienpreise und ihre Auswirkungen · Foto: Wallace Chuck / Pexels


