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Inflation: Creditreform warnt vor Überschuldungswelle in

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⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 26.08.2026

Die Creditreform warnt vor einer drohenden Überschuldungswelle in Deutschland, die durch anhaltende Inflation und steigende Lebenshaltungskosten ausgelöst wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Creditreform meldet 5,67 Millionen überschuldete Verbraucher.
  • Überschuldungsquote steigt auf 8,16 Prozent.
  • Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 steigen um 7,8 Prozent.

Die Creditreform hat in einer aktuellen Analyse vor einer drohenden Überschuldungswelle in Deutschland gewarnt. Diese Entwicklung wird maßgeblich durch die anhaltende Inflation und die damit verbundenen steigenden Lebenshaltungskosten beeinflusst. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 5,67 Millionen überschuldete Verbraucher gezählt, was einen Anstieg um 111.000 neue Fälle im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die Überschuldungsquote liegt nun bei 8,16 Prozent, was einen leichten Anstieg von 0,07 Prozentpunkten bedeutet.

Was ist die Überschuldungswelle?

Grafik zur Überschuldung in Deutschland
Symbolbild: Grafik zur Überschuldung in Deutschland · Foto: Leeloo The First / Pexels

Die Überschuldungswelle bezeichnet einen signifikanten Anstieg der finanziellen Schwierigkeiten, die Verbraucher und Unternehmen in einem Land betreffen. Diese Situation entsteht, wenn die Schuldenlast die finanziellen Möglichkeiten übersteigt, was zu Zahlungsunfähigkeit und letztlich zu Insolvenzen führen kann. Die Creditreform stellt fest, dass die Zahl der „harten“ Überschuldungsfälle, die juristische Folgen nach sich ziehen, sowie die „weichen“ Fälle, die weniger gravierend sind, erstmals seit 2017 gleichzeitig ansteigen. Dies deutet darauf hin, dass viele Verbraucher schleichend in die Überschuldung geraten, anstatt plötzlich in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

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Ein alarmierendes Zeichen ist, dass die Zahl der „weichen“ Überschuldungsfälle um 72.000 neue Fälle gestiegen ist, was einem Anstieg von 3,0 Prozent entspricht. Im Vergleich dazu sind die „harten“ Fälle um 39.000 gestiegen, was einem Anstieg von 1,2 Prozent entspricht. Diese Entwicklung zeigt, dass immer mehr Menschen in Deutschland ihre finanzielle Belastbarkeit überschätzen und in eine prekäre Lage geraten.

Die Rolle der Inflation in der Überschuldungswelle

Die Inflation hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen und stellt eine der Hauptursachen für die steigende Überschuldung dar. Die Verbraucher sehen sich mit steigenden Preisen für grundlegende Güter und Dienstleistungen konfrontiert, was ihre Kaufkraft erheblich einschränkt. Diese Situation wird durch die geopolitischen Krisen, wie den Iran-Konflikt, und die damit verbundenen steigenden Energie- und Rohstoffpreise weiter verschärft. Die Creditreform berichtet, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 um 7,8 Prozent auf 12.900 Fälle gestiegen ist, was den höchsten Stand seit 2013 darstellt.

Die anhaltend hohe Inflation führt dazu, dass viele Unternehmen ihre Kosten nicht mehr decken können, was zu einer erhöhten Insolvenzgefahr führt. Die Schadenssumme infolge dieser Insolvenzen belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf rund 28,5 Milliarden Euro, was die Schwere der Situation verdeutlicht. Die Creditreform warnt, dass die Pleitewelle noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat und sich die Lage erst stabilisieren wird, wenn die Wirtschaft wieder wächst.

Demografische Aspekte der Überschuldung

Fakten auf einen Blick

  • Überschuldete Personen in Deutschland 2025: 5,67 Millionen
  • Anstieg der Überschuldungsquote auf 8,16 Prozent
  • Zahl der Unternehmensinsolvenzen im 1. Halbjahr 2026: 12.900 Fälle

Die Überschuldung betrifft nicht nur eine bestimmte Altersgruppe, sondern zeigt sich in allen Altersklassen. Besonders betroffen sind jedoch die jüngeren und älteren Verbraucher. Bei den unter 30-Jährigen stieg die Zahl der überschuldeten Personen um 19.000 Fälle, was einem Anstieg von 2,6 Prozent entspricht. Auch bei den über 60-Jährigen gab es einen Anstieg um 24.000 Fälle, was 3,4 Prozent ausmacht. Diese Entwicklungen sind besorgniserregend, da sie darauf hindeuten, dass immer mehr Menschen in finanziellen Schwierigkeiten stecken, unabhängig von ihrem Alter.

Die Creditreform hebt hervor, dass die Ursachen für Überschuldung vielfältig sind. Erkrankungen, Sucht und Unfälle sind die häufigsten Auslöser, gefolgt von langfristigem Niedrigeinkommen und unwirtschaftlicher Haushaltsführung. Diese Faktoren tragen dazu bei, dass immer mehr Menschen in die Schuldenfalle geraten und ihre finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen können.

Die Auswirkungen auf die Wirtschaft

Die steigende Überschuldung hat nicht nur Auswirkungen auf die betroffenen Verbraucher, sondern auch auf die gesamte Wirtschaft. Unternehmen sehen sich mit einer schwachen Nachfrage konfrontiert, was zu rückläufigen Umsätzen und Erträgen führt. Die Creditreform berichtet, dass fast 165.000 Arbeitsplätze im ersten Halbjahr 2026 von Unternehmensinsolvenzen betroffen waren. Diese Entwicklung hat weitreichende Folgen für den Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Stabilität des Landes.

Die sinkende Schuldentragfähigkeit der Unternehmen ist ein weiteres besorgniserregendes Zeichen. Immer mehr Unternehmen können ihre Zinszahlungen nicht mehr aus dem operativen Ergebnis decken. Im Jahr 2024 lag der Anteil der Unternehmen, die ihre Zinszahlungen nicht mehr ausreichend bedienen konnten, bei 7,5 Prozent. Dies ist ein Anstieg im Vergleich zu 6,5 Prozent im Jahr 2015. Besonders betroffen ist der Dienstleistungssektor, wo fast jedes zehnte Unternehmen keine ausreichende Zinsdeckung aufweist.

Prävention und Lösungsansätze

Um der drohenden Überschuldungswelle entgegenzuwirken, ist es wichtig, dass sowohl Verbraucher als auch Unternehmen proaktive Maßnahmen ergreifen. Verbraucher sollten ihre Ausgaben im Blick behalten und ein realistisches Budget erstellen, um finanzielle Engpässe zu vermeiden. Zudem ist es ratsam, sich frühzeitig professionelle Hilfe zu suchen, wenn man in finanzielle Schwierigkeiten gerät.

Unternehmen hingegen sollten ihre Finanzierungsstrategien überdenken und sicherstellen, dass sie über ausreichende Rücklagen verfügen, um unvorhergesehene Kosten abdecken zu können. Eine transparente Kommunikation mit Gläubigern kann ebenfalls dazu beitragen, Zahlungsprobleme frühzeitig zu erkennen und Lösungen zu finden, bevor es zu Insolvenzen kommt.

Fazit

Grafik zur Überschuldung in Deutschland
Symbolbild: Grafik zur Überschuldung in Deutschland · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Die aktuelle Situation in Deutschland ist alarmierend. Die Creditreform warnt vor einer Überschuldungswelle, die durch anhaltende Inflation und steigende Lebenshaltungskosten verstärkt wird. Mit 5,67 Millionen überschuldeten Verbrauchern und einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen ist es entscheidend, dass sowohl Verbraucher als auch Unternehmen Maßnahmen ergreifen, um ihre finanzielle Stabilität zu sichern. Nur durch proaktive Ansätze kann die drohende Krise abgewendet werden.

Häufige Fragen

Was sind die Hauptursachen für die Überschuldung?
Die häufigsten Ursachen für Überschuldung sind Erkrankungen, Sucht und Unfälle, gefolgt von langfristigem Niedrigeinkommen und unwirtschaftlicher Haushaltsführung.
Wie viele Menschen sind aktuell überschuldet in Deutschland?
Im Jahr 2025 waren in Deutschland rund 5,67 Millionen Menschen überschuldet, was einen Anstieg um 111.000 Fälle im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Was bedeutet die steigende Überschuldungsquote?
Die Überschuldungsquote ist auf 8,16 Prozent gestiegen, was bedeutet, dass ein wachsender Anteil der Bevölkerung in finanziellen Schwierigkeiten steckt.
Wie wirkt sich die Inflation auf die Wirtschaft aus?
Die Inflation führt zu steigenden Lebenshaltungskosten, was die finanzielle Belastung der Verbraucher erhöht und somit die Wahrscheinlichkeit von Überschuldung und Insolvenzen steigert.
Was können Verbraucher tun, um Überschuldung zu vermeiden?
Verbraucher sollten ihre Ausgaben im Blick behalten, ein Budget erstellen und gegebenenfalls professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, um ihre finanzielle Situation zu stabilisieren.

Quellen: Google News

Symbolbild: Grafik zur Überschuldung in Deutschland · Foto: Jakub Zerdzicki / Pexels

Julia Hoffmann
Julia Hoffmann
Julia Hoffmann ist bei Finanz-Echo für die Themen Immobilien und Baufinanzierung zuständig. Sie erklärt, worauf es bei Kauf, Finanzierung und Vermietung ankommt, und behält dabei aktuelle Entwicklungen am Markt im Blick. Ihre Artikel richten sich sowohl an angehende Eigentümer als auch an alle, die ihre Immobilie als Geldanlage betrachten.
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