⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 02.09.2026
Japanische ETFs erleben derzeit einen Aufschwung, da Anleger auf ein Comeback des Yen und steigende Aktienkurse setzen. Die Bank of Japan hat ihren Leitzins angehoben, was die Marktstimmung positiv beeinflusst.
- Bank of Japan hebt Leitzins auf 1,0 Prozent an.
- Yen fiel auf 163,99 je Dollar, könnte sich jedoch erholen.
- iShares MSCI Japan ETF war im Juli 2026 einer der meistgekauften ETFs in Europa.
Japanische ETFs erleben derzeit einen bemerkenswerten Aufschwung, da Anleger auf ein Comeback des Yen und steigende Aktienkurse setzen. Die Bank of Japan (BoJ) hat ihren Leitzins im Juni 2026 auf 1,0 Prozent angehoben, was den höchsten Stand seit 31 Jahren darstellt. Diese geldpolitische Wende hat die Marktstimmung erheblich verbessert und viele Investoren dazu veranlasst, sich stärker auf den japanischen Aktienmarkt zu konzentrieren.
Was sind Japan-ETFs?

Japan-ETFs sind börsengehandelte Fonds, die in eine Vielzahl von japanischen Aktien investieren. Sie bieten Anlegern die Möglichkeit, von der Entwicklung des japanischen Aktienmarktes zu profitieren, ohne direkt einzelne Aktien kaufen zu müssen. Diese Fonds bilden in der Regel Indizes ab, die eine breite Palette von Unternehmen aus verschiedenen Sektoren umfassen, darunter Technologie, Automobilindustrie und Konsumgüter. Ein Beispiel für einen solchen ETF ist der iShares MSCI Japan ETF, der im Juli 2026 allein 1,57 Milliarden Euro an neuen Mitteln einsammelte und damit zu den meistgekauften ETFs in Europa gehörte.
Die Rolle des Yen für Anleger
Der Yen spielt eine entscheidende Rolle für die Rendite von in Yen denominierten Anlagen. In den letzten Monaten war der Yen jedoch kein Freund der Anleger, da er im Juli 2026 auf 163,99 je Dollar fiel, den schwächsten Stand seit 1986. Diese Entwicklung hat viele Investoren verunsichert, da ein schwacher Yen die Gewinne aus japanischen Aktien in Euro oder anderen Währungen schmälern kann. Dennoch gibt es Anzeichen dafür, dass sich der Yen erholen könnte, insbesondere nach der Zinserhöhung der BoJ.
Die Zinserhöhung der Bank of Japan
- Leitzins der Bank of Japan: 1,0 Prozent
- Yen fiel auf 163,99 je Dollar
- iShares MSCI Japan ETF sammelte 1,57 Mrd. Euro im Juli 2026
Die Entscheidung der Bank of Japan, den Leitzins auf 1,0 Prozent anzuheben, hat die Marktbedingungen für Anleger erheblich verbessert. Diese Maßnahme wird von vielen als Zeichen für eine Rückkehr zur geldpolitischen Normalität angesehen. Analysten und große Investoren, wie Australiens zweitgrößte Pensionskasse, haben bereits begonnen, ihre Positionen im Yen zu übergewichten, in der Erwartung, dass die Zinswende den Yen stärken wird. Diese Entwicklung könnte für Anleger, die in ungesicherte Japan-ETFs investieren, von großer Bedeutung sein, da sie auf eine doppelte Wette setzen: auf steigende japanische Aktien und einen erstarkenden Yen.
Empfehlenswerte Japan-ETFs
Für Anleger, die in den japanischen Markt investieren möchten, gibt es mehrere empfehlenswerte ETFs. Der UBS Core MSCI Japan UCITS ETF ist ein breiter und günstiger Einstieg mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,12 Prozent. Er bildet den MSCI Japan mit 167 Titeln ab, darunter große Unternehmen wie Mitsubishi UFJ und Toyota. Auf ein Jahr steht ein Plus von 27,3 Prozent zu Buche, über fünf Jahre knapp 42 Prozent. Allerdings trägt dieser ETF die Yen-Schwäche ungefiltert mit.
Eine weitere interessante Option ist der Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETF, der mit einer TER von nur 0,09 Prozent der günstigste Japan-ETF ist. Dieser ETF ist stark auf wenige Schwergewichte fokussiert und hat auf Jahressicht eine Ausnahmeperformance von 45,6 Prozent erzielt. Anleger sollten jedoch beachten, dass diese Konzentration auch eine höhere Volatilität mit sich bringt.
Währungsabsicherung bei Japan-ETFs
Für Anleger, die das Währungsrisiko meiden möchten, gibt es auch währungsabgesicherte ETFs. Der iShares MSCI Japan CHF Hedged UCITS ETF sichert das Yen-Risiko gegenüber dem Franken ab und zeigt, wie viel die Währung kostet. Auf ein Jahr steht dieser ETF bei einem Plus von 34,5 Prozent, was gut sieben Prozentpunkte mehr ist als beim ungesicherten UBS-Pendant. Die Kosten für diese Absicherung sind jedoch höher, mit einer TER von 0,64 Prozent.
Fazit: Japans Rally und die Währungsfrage

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Japans Aktienmarkt auf realen Fundamenten ruht und die jüngsten Entwicklungen bei der Bank of Japan positive Impulse setzen. Für Euro- und Franken-Anleger bleibt die Währungsfrage jedoch entscheidend. Ungesicherte Produkte sind eine Wette darauf, dass der schwache Yen seinen Boden gefunden hat, während gesicherte Produkte eine stabilere Rendite bieten können. Anleger sollten ihre Strategien sorgfältig abwägen und die aktuellen Marktbedingungen im Auge behalten, um von Japans Comeback zu profitieren.
Häufige Fragen
Was sind Japan-ETFs?
Warum ist der Yen wichtig für Anleger?
Wie hat sich der Leitzins in Japan verändert?
Welche ETFs sind empfehlenswert für Investitionen in Japan?
Wie funktioniert Währungsabsicherung bei ETFs?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Japan-ETFs und der Yen im Aufschwung · Foto: Rafael Minguet Delgado / Pexels


