⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 22.08.2026
Mit dem bevorstehenden Ende der Riester-Rente im Jahr 2027 beginnt ein Wettlauf um die Riester-Milliarden. Anleger müssen entscheiden, ob sie ihre bestehenden Verträge behalten oder in das neue Altersvorsorgedepot wechseln.
- Altersvorsorgedepot ersetzt Riester-Rente ab 2027
- Erhöhte Flexibilität und neue Fördermöglichkeiten
- Bestandsschutz für bestehende Verträge bis Ende 2026
Mit dem bevorstehenden Ende der Riester-Rente im Jahr 2027 beginnt ein Wettlauf um die Riester-Milliarden. Anleger stehen vor der Entscheidung, ob sie ihre bestehenden Verträge behalten oder in das neue Altersvorsorgedepot wechseln. Der Bundestag hat bereits im März 2026 das Altersvorsorgereformgesetz verabschiedet, das am 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Ab diesem Datum wird die klassische Riester-Rente für Neuabschlüsse nicht mehr verfügbar sein.
Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente wurde im Jahr 2002 eingeführt, um die private Altersvorsorge in Deutschland zu fördern. Sie bietet staatliche Zulagen und steuerliche Vorteile für Sparer, die in die Altersvorsorge investieren. Trotz dieser Vorteile hat die Riester-Rente in den letzten Jahren an Beliebtheit verloren. Viele Sparer sind mit den Renditen unzufrieden, was zu einem Rückgang der abgeschlossenen Verträge geführt hat. Ende 2025 zählte das Bundesarbeitsministerium noch 14,66 Millionen Riester-Verträge, ein Rückgang von 318.000 im Vergleich zum Vorjahr.
Der Übergang zum Altersvorsorgedepot
Die Reform zielt darauf ab, die private Altersvorsorge zu modernisieren und attraktiver zu gestalten. Ab 2027 wird die Riester-Rente durch das Altersvorsorgedepot ersetzt, das flexiblere Optionen und eine verbesserte staatliche Förderung bietet. Für alle bis Ende 2026 abgeschlossenen Riester-Verträge gilt ein gesetzlich verankerter Bestandsschutz. Dies bedeutet, dass es weder eine automatische Kündigung noch eine Zwangsumwandlung gibt. Das bisher angesparte Kapital bleibt erhalten, und Sparer müssen nicht sofort handeln.
Neue Möglichkeiten im Altersvorsorgedepot
Das Altersvorsorgedepot wird ab 2027 eine Vielzahl von neuen Möglichkeiten bieten. Sparer können zwischen verschiedenen Produkten wählen, darunter solche mit 80 Prozent oder 100 Prozent Beitragsgarantie. Diese Flexibilität ermöglicht es den Anlegern, ihre Risikobereitschaft besser zu berücksichtigen und ihre Altersvorsorge individuell zu gestalten. Ein weiterer Vorteil des Altersvorsorgedepots ist die Wahlfreiheit bei der Auszahlung. Statt der bisherigen verpflichtenden lebenslangen Rentenzahlung können Sparer künftig einen Entnahmeplan über 20 Jahre ab dem 65. Lebensjahr wählen.
Staatliche Förderung und Anreize
- Ende der Riester-Rente: 2027
- Bestandsschutz für bestehende Verträge bis Ende 2026
- 14,66 Millionen Riester-Verträge Ende 2025
Die staatliche Förderung wird ebenfalls reformiert. Ab 2029 wird es eine Grundzulage von 30 Cent pro eingezahltem Euro geben, die auf 35 Cent steigt, bis zu einem förderfähigen Sparbetrag von 1.200 Euro im Jahr. Zusätzlich bleiben die Kinderzulagen und ein einmaliger Berufseinsteigerbonus von 200 Euro für Sparer unter 25 Jahren bestehen. Diese Änderungen sollen die Attraktivität des neuen Produkts erhöhen und mehr Menschen zur Altersvorsorge motivieren.
Marktreaktionen und Herausforderungen
Die Einführung des Altersvorsorgedepots stößt auf großes Interesse. Laut einer Umfrage des digitalen Vermögensverwalters Quirion können sich bereits 52 Prozent der Befragten vorstellen, ein Altersvorsorgedepot zu eröffnen. Besonders unter den bestehenden Riester-Kunden zeigt sich eine hohe Wechselbereitschaft. 22 Prozent planen, ihren aktiven Riester-Vertrag direkt in ein Altersvorsorgedepot zu übertragen, während weitere 26 Prozent den Riester-Vertrag ruhen lassen und parallel ein Altersvorsorgedepot eröffnen möchten.
Auswirkungen auf die Anbieter
Die bevorstehenden Veränderungen stellen eine Herausforderung für die Anbieter von Riester-Verträgen dar. Laut einer Marktuntersuchung sind derzeit 44 Prozent der Riester-Kunden mit ihrem Vertrag unzufrieden. Dies könnte zu einem massiven Rückgang der Beitragseinnahmen führen. Schätzungen zufolge könnten bis zu 38 Prozent der bereits entschiedenen Riester-Kunden ihren Vertrag kündigen und den angesparten Kapitalstock in ein Altersvorsorgedepot überführen. Für Lebensversicherer und andere Anbieter von Riester-Produkten könnte dies einen Rückgang der Beitragseinnahmen um jährlich 3,4 Milliarden Euro bedeuten.
Fazit

Der Kampf um die Riester-Milliarden hat begonnen. Mit dem bevorstehenden Ende der Riester-Rente und der Einführung des Altersvorsorgedepots stehen Anleger vor wichtigen Entscheidungen. Die neuen Produkte bieten mehr Flexibilität und bessere Fördermöglichkeiten, während bestehende Verträge unter Bestandsschutz stehen. Anleger sollten sich frühzeitig informieren und ihre Optionen abwägen, um die besten Entscheidungen für ihre Altersvorsorge zu treffen.
Häufige Fragen
Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Wie hoch sind die neuen staatlichen Zulagen?
Wie viele Riester-Verträge gibt es aktuell?
Wie können Anleger von der Reform profitieren?
Quellen: Google News
Symbolbild: Kampf um die Riester-Milliarden · Foto: Picas Joe / Pexels


