⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 14.09.2026
Der Markt für Krypto–ETFs in Deutschland bleibt angespannt, da die regulatorischen Rahmenbedingungen und die steuerlichen Aspekte für Anleger von großer Bedeutung sind.
- Krypto-ETFs sind in Deutschland nicht zugelassen.
- Krypto-ETNs bieten eine Alternative, sind jedoch mit Emittentenrisiken verbunden.
- Die steuerliche Behandlung von Krypto-ETNs wird sich 2027 ändern.
Der Markt für Krypto-ETFs in Deutschland bleibt ein heiß diskutiertes Thema, insbesondere nach der Veröffentlichung des aktuellen Risikoberichts der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA am 10. September 2026. In diesem Bericht wurde das Markt-, Ansteckungs- und operationelle Risiko auf der höchsten Stufe belassen, was die Bedenken hinsichtlich der Verbindungen zwischen Kryptomärkten und dem klassischen Finanzsystem unterstreicht. Diese Entwicklungen werfen Fragen auf, wie Anleger in Deutschland am besten in Krypto-Assets investieren können.
Was sind Krypto-ETFs und Krypto-ETNs?

Krypto-ETFs (Exchange Traded Funds) sind in Deutschland nicht zugelassen, was bedeutet, dass Anleger auf alternative Produkte zurückgreifen müssen. Eine der gängigsten Alternativen sind Krypto-ETNs (Exchange Traded Notes), die als Schuldverschreibungen fungieren und die Kursentwicklung von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum abbilden. Im Gegensatz zu ETFs stellen ETNs kein Sondervermögen dar, was bedeutet, dass Anleger ein Emittentenrisiko tragen. Sollte der Anbieter des ETNs zahlungsunfähig werden, könnte das investierte Kapital verloren gehen.
Am 12. September 2026 wurden 146 Handelslinien für Krypto-ETNs auf Xetra gezählt, die 122 eigenständige Produkte von 16 verschiedenen Anbietern repräsentieren. Diese Produkte stammen aus sechs unterschiedlichen Herkunftsländern und bieten Anlegern eine Vielzahl von Möglichkeiten, in den Kryptomarkt zu investieren, ohne die Kryptowährungen direkt zu besitzen.
Regulatorische Rahmenbedingungen und Risiken
Die regulatorischen Rahmenbedingungen für Krypto-ETNs sind entscheidend für die Sicherheit der Anleger. Die ESMA hat in ihrem aktuellen Bericht die Risiken im Zusammenhang mit Krypto-Assets hervorgehoben und betont, dass die Verbindungen zwischen Kryptomärkten und dem traditionellen Finanzsystem weiter wachsen. Dies bedeutet, dass Anleger sich der potenziellen Risiken bewusst sein müssen, die mit der Investition in Krypto-ETNs verbunden sind.
Ein zentrales Risiko ist das Emittentenrisiko. Da ETNs Schuldverschreibungen sind, hängt die Rückzahlung vom Emittenten ab. Anleger sollten daher die Bonität und Stabilität des Emittenten sorgfältig prüfen, bevor sie in Krypto-ETNs investieren. Zudem ist es wichtig zu beachten, dass die Produktliste der Krypto-ETNs den Stand vom 31. März 2026 widerspiegelt, was bedeutet, dass nicht garantiert werden kann, dass jedes Papier auch tatsächlich fortlaufend gehandelt wird.
Steuerliche Aspekte von Krypto-ETNs
- 146 Handelslinien für Krypto-ETNs auf Xetra
- 122 eigenständige Produkte von 16 Anbietern
- ESMA belässt Risiko auf höchster Stufe
Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Anleger berücksichtigen müssen, sind die steuerlichen Regelungen für Krypto-ETNs. Gewinne aus Krypto-ETNs unterliegen der Abgeltungsteuer in Deutschland, die pauschal 25 % beträgt, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Im Gegensatz zu direkten Investitionen in Kryptowährungen, bei denen Gewinne nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei sind, gilt diese Regelung für ETNs nicht. Das bedeutet, dass jede Kurssteigerung unabhängig von der Haltedauer besteuert wird.
Zusätzlich können Anleger den Sparerpauschbetrag von 801 Euro (bzw. 1.602 Euro für Ehepaare) nutzen, um Gewinne unterhalb dieses Betrags steuerfrei zu halten. Verluste aus Krypto-ETNs können zudem mit Gewinnen aus anderen Kapitalanlagen verrechnet werden, was bei direkten Kryptowährungen oft komplizierter ist.
Die Zukunft der Krypto-Besteuerung in Deutschland
Die steuerliche Behandlung von Krypto-Assets in Deutschland wird sich voraussichtlich ab dem 1. Januar 2027 ändern. Das Bundesfinanzministerium plant eine grundlegende Reform, die eine Abgeltungsteuer von 25 % auf alle neu gekauften Kryptowerte unabhängig von der Haltedauer vorsieht. Diese Regelung soll für alle Kryptowerte gelten, die nach dem 31. Dezember 2026 angeschafft werden. Eine rückwirkende Besteuerung bestehender Bestände ist derzeit nicht vorgesehen.
Diese geplante Reform könnte erhebliche Auswirkungen auf die Krypto-Investitionen in Deutschland haben, da die bisherige Sonderstellung von Kryptowerten weitgehend verschwinden würde. Kritiker aus der Krypto-Branche argumentieren, dass eine solche Regelung ungerecht wäre, da sie Kryptowerte steuerlich anders behandelt als andere private Vermögenszuwächse wie Gold oder Immobilien.
Fazit: Krypto-ETFs und ihre Herausforderungen

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Krypto-ETFs in Deutschland nicht zugelassen sind, was Anleger dazu zwingt, auf Krypto-ETNs zurückzugreifen. Diese bieten zwar eine Möglichkeit, in den Kryptomarkt zu investieren, sind jedoch mit spezifischen Risiken verbunden, insbesondere dem Emittentenrisiko. Zudem müssen Anleger die steuerlichen Implikationen berücksichtigen, die sich durch die geplanten Änderungen ab 2027 weiter verschärfen könnten. Es ist daher ratsam, sich umfassend zu informieren und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, bevor man in Krypto-ETNs investiert.
Häufige Fragen
Was sind Krypto-ETFs?
Was sind Krypto-ETNs?
Welche Risiken bestehen bei Krypto-ETNs?
Wie werden Gewinne aus Krypto-ETNs besteuert?
Wann treten die neuen Steuerregelungen für Krypto in Kraft?
Quellen: Google News
Symbolbild: Krypto-ETFs und ihre Herausforderungen · Foto: Rafael Minguet Delgado / Pexels


