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Lehre begonnen, Lohn erhalten – was passiert mit dem Geld?

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⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 16.08.2026

Mit dem Beginn einer Ausbildung erhalten viele junge Menschen zum ersten Mal ein regelmäßiges Einkommen. Doch was passiert mit dem Geld, das sie verdienen? Dieser Artikel beleuchtet die steuerlichen und sozialen Aspekte, die Azubis beachten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Azubis zahlen oft keine Lohnsteuer bis zum Grundfreibetrag.
  • Sozialversicherungsbeiträge sind von Anfang an fällig.
  • Die Ausbildungsvergütung beeinflusst die spätere Rente.

Mit dem Beginn einer Ausbildung erhalten viele junge Menschen zum ersten Mal ein regelmäßiges Einkommen. Doch was passiert mit dem Geld, das sie verdienen? In diesem Artikel beleuchten wir die steuerlichen und sozialen Aspekte, die Azubis beachten sollten, und zeigen auf, wie sich diese Faktoren auf ihre finanzielle Zukunft auswirken.

Was passiert mit dem Lohn der Azubis?

Finanzielle Planung für Azubis
Symbolbild: Finanzielle Planung für Azubis · Foto: https://kaboompics.com/ / Pexels

Die Vergütung, die Auszubildende in einer betrieblichen Ausbildung erhalten, wird steuerrechtlich als normaler Arbeitslohn betrachtet. Dies bedeutet, dass sie grundsätzlich der Lohnsteuer, dem Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls der Kirchensteuer unterliegt. Allerdings ist der Grundfreibetrag entscheidend, der im Jahr 2026 bei 12.348 Euro pro Person liegt. Einkommen bis zu dieser Höhe bleibt steuerfrei, was für viele Azubis von Vorteil ist, da ihre Ausbildungsvergütungen oft unter diesem Betrag liegen.

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Beispielsweise verdient ein Azubi im ersten Lehrjahr häufig 1.000 Euro brutto im Monat, was einem Jahreseinkommen von 12.000 Euro entspricht. Damit bleibt er unter dem Grundfreibetrag und muss keine Lohnsteuer zahlen. Dies ist ein wichtiger Aspekt, den viele junge Menschen bei ihrem ersten Gehalt berücksichtigen sollten.

Steuerliche Aspekte der Ausbildung

In der Regel sind Auszubildende in Steuerklasse I eingestuft, was bedeutet, dass sie nicht verpflichtet sind, eine Steuererklärung abzugeben, solange sie nur Arbeitslohn aus einem einzigen Ausbildungsverhältnis beziehen. Dennoch kann es sich lohnen, eine Steuererklärung freiwillig abzugeben, da sie möglicherweise zu viel Lohnsteuer gezahlt haben und diese zurückfordern können. Die Abgabe einer Steuererklärung ist bis zu vier Jahre nach dem betreffenden Jahr möglich, was den Azubis Flexibilität bietet.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass auch wenn keine Lohnsteuer anfällt, die Sozialversicherungsbeiträge trotzdem fällig werden. Diese Beiträge sind unabhängig von der Lohnsteuer und müssen von den Azubis ab dem ersten Euro ihres Einkommens gezahlt werden. Der Arbeitnehmeranteil an den Sozialabgaben liegt insgesamt bei etwa 20 Prozent des Bruttolohns, was bedeutet, dass von einem Bruttoeinkommen von 1.000 Euro etwa 200 bis 250 Euro für Sozialabgaben abgezogen werden.

Sozialversicherungsbeiträge und ihre Bedeutung

Fakten auf einen Blick

  • Grundfreibetrag 2026: 12.348 Euro
  • Sozialversicherungsbeiträge: ca. 20% des Bruttolohns
  • Lohnsteuer entfällt bis zum Grundfreibetrag

Die Sozialversicherungsbeiträge setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, darunter die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Diese Versicherungen sind für Azubis von großer Bedeutung, da sie nicht nur während der Ausbildung, sondern auch für ihre zukünftige finanzielle Sicherheit sorgen. Die Ausbildungsjahre zählen als Pflichtbeitragszeiten, was bedeutet, dass sie später bei der Berechnung der Rente berücksichtigt werden.

Ein wichtiger Aspekt ist, dass die Beiträge zur Rentenversicherung aus der Ausbildungsvergütung gut angelegt sind. Auch wenn die Rente in jungen Jahren oft weit entfernt erscheint, tragen die während der Ausbildung gezahlten Beiträge dazu bei, die spätere Rente zu erhöhen. Dies ist besonders relevant, wenn man bedenkt, dass die Lebenshaltungskosten und die Inflation in Zukunft steigen könnten.

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) und finanzielle Unterstützung

Für viele Azubis reicht die Ausbildungsvergütung nicht aus, um den Lebensunterhalt zu decken. In solchen Fällen können sie Unterstützung durch die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) erhalten. Diese Leistung ist steuerfrei und wird nicht als Arbeitslohn betrachtet, was bedeutet, dass sie die Steuerlast nicht erhöht. Die BAB kann eine wichtige finanzielle Entlastung für Azubis darstellen, die in der Ausbildung auf zusätzliche Unterstützung angewiesen sind.

Die Höhe der BAB hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Einkommen der Eltern und ob der Azubi während der Ausbildung nicht mehr bei den Eltern wohnen kann. Diese Unterstützung kann entscheidend sein, um die finanzielle Belastung während der Ausbildungszeit zu verringern.

Die Bedeutung der Steuererklärung für Azubis

Die Abgabe einer Steuererklärung kann für Azubis von großer Bedeutung sein, insbesondere wenn sie während ihrer Ausbildung zu viel Lohnsteuer gezahlt haben. In vielen Fällen kann eine Steuererklärung dazu führen, dass Azubis eine Erstattung erhalten, die sie für andere Ausgaben nutzen können. Es ist ratsam, alle Belege und Nachweise aus den Ausbildungsjahren aufzubewahren, um die Steuererklärung später einfacher und effizienter gestalten zu können.

Ein weiterer Vorteil der Steuererklärung ist, dass Azubis, die in einer Zweitausbildung sind, ihre Ausbildungskosten als Werbungskosten absetzen können. Dies kann zu einem steuerlichen Verlust führen, den sie in zukünftige Jahre vortragen können, was ihre Steuerlast mindert, wenn sie später ein höheres Einkommen erzielen.

Fazit

Finanzielle Planung für Azubis
Symbolbild: Finanzielle Planung für Azubis · Foto: Leeloo The First / Pexels

Der Beginn einer Ausbildung ist für viele junge Menschen ein wichtiger Schritt in die finanzielle Unabhängigkeit. Es ist entscheidend, die verschiedenen Aspekte von Lohn, Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen zu verstehen, um die eigene finanzielle Situation optimal zu gestalten. Azubis sollten sich über ihre Rechte und Pflichten im Klaren sein und gegebenenfalls Unterstützung in Anspruch nehmen, um ihre finanzielle Zukunft zu sichern. Die richtige Planung und das Verständnis der finanziellen Rahmenbedingungen können dazu beitragen, dass die Ausbildung nicht nur eine berufliche, sondern auch eine finanzielle Erfolgsgeschichte wird.

Häufige Fragen

Wie viel Lohnsteuer zahlen Azubis?
Azubis zahlen in der Regel keine Lohnsteuer, solange ihr Einkommen unter dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro pro Jahr liegt.
Was passiert mit den Sozialversicherungsbeiträgen?
Sozialversicherungsbeiträge sind von Beginn der Ausbildung an fällig und betragen etwa 20% des Bruttolohns.
Wie wirkt sich die Ausbildungsvergütung auf die Rente aus?
Die Beiträge aus der Ausbildung zählen als Pflichtbeitragszeiten und erhöhen später die Rente.
Wann lohnt sich eine Steuererklärung für Azubis?
Eine Steuererklärung kann sich lohnen, wenn Azubis zu viel Lohnsteuer gezahlt haben, die sie zurückfordern können.
Was ist die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)?
Die BAB ist eine steuerfreie Unterstützung für Azubis, deren Vergütung nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu decken.

Quellen: Google News

Symbolbild: Finanzielle Planung für Azubis · Foto: Andrea Piacquadio / Pexels

Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt schreibt über Geldanlage, ETFs und Steuern. Er legt Wert auf einen langfristigen, kostenbewussten Blick auf das Investieren und erklärt Strategien so, dass sie auch für Einsteiger nachvollziehbar bleiben. In seinen Beiträgen geht es ihm weniger um schnelle Gewinne als um fundierte, langfristige Entscheidungen.
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