⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 17.08.2026
Die Lufthansa Group hat ihre EBIT-Prognose für das Jahr 2026 auf 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro angepasst, was die Anleger verunsichert und zu einem Rückgang des Aktienkurses geführt hat.
- Lufthansa erwartet EBIT zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro.
- Hohe Kerosinkosten und Streiks belasten die Finanzen.
- Aktienkurs fiel um 10,8% nach der Prognoseanpassung.
Die Lufthansa Group hat kürzlich ihre EBIT-Prognose für das Jahr 2026 angepasst und erwartet nun ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in einer Bandbreite von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro. Diese Anpassung ist eine Reaktion auf die steigenden Kerosinkosten und die Unsicherheiten im Passagiergeschäft, die durch geopolitische Spannungen und kurzfristige Buchungen geprägt sind.
Was ist die aktuelle EBIT-Prognose der Lufthansa?

Die Lufthansa Group hat ihre ursprüngliche Prognose, die ein EBIT deutlich über dem Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro vorsah, nach unten korrigiert. Die neue Schätzung reflektiert die Herausforderungen, mit denen das Unternehmen konfrontiert ist, insbesondere die hohen Kerosinkosten, die im ersten Halbjahr 2026 um 750 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Diese Kostensteigerung ist zum Teil auf den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten zurückzuführen, der die globalen Ölpreise in die Höhe treibt.
Im zweiten Quartal 2026 erzielte die Lufthansa ein EBIT von 383 Millionen Euro, was einen Rückgang von 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellt. Analysten hatten mit einem EBIT von etwa 401 Millionen Euro gerechnet, was die Enttäuschung der Anleger weiter verstärkte.
Einfluss der Kerosinkosten auf die Prognose
Die Kerosinkosten sind ein entscheidender Faktor für die Rentabilität von Fluggesellschaften. Die Lufthansa hat 86 Prozent ihres Treibstoffbedarfs für das Jahr 2026 bereits abgesichert, dennoch belasten die gestiegenen Preise die Bilanz erheblich. Die durchschnittlichen Kerosinpreise haben sich im ersten Halbjahr 2026 um 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöht, was die finanziellen Spielräume der Airline weiter einschränkt.
Zusätzlich zu den hohen Kerosinkosten sieht sich die Lufthansa auch finanziellen Belastungen durch Streiks gegenüber, die im April 2026 stattfanden und das Unternehmen mit mindestens 150 Millionen Euro belasteten. Diese Faktoren zusammen haben zu einer erhöhten Unsicherheit in der Prognose geführt, was die Anleger verunsichert hat.
Reaktion des Marktes auf die Prognoseanpassung
- Prognose EBIT: 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro
- EBIT im Q2 2026: 383 Millionen Euro
- Kerosinkosten stiegen um 750 Millionen Euro
- Aktienkurs fiel um 10,8% nach Prognoseanpassung
Die Anpassung der EBIT-Prognose hat unmittelbare Auswirkungen auf den Aktienkurs der Lufthansa gehabt. Nach der Bekanntgabe fiel der Kurs um 10,8 Prozent, was den größten Tagesverlust seit 2021 darstellt. Diese Reaktion zeigt, wie sensibel der Markt auf negative Nachrichten reagiert, insbesondere in einem Umfeld, in dem die Unsicherheiten hoch sind.
Die Lufthansa-Aktie war zuvor auf einem Hoch im Juni 2026, hat jedoch seitdem an Wert verloren und liegt nun im laufenden Jahr rund 2 Prozent im Minus. Diese Entwicklung ist ein weiteres Zeichen für die Herausforderungen, mit denen die Airline-Branche konfrontiert ist, insbesondere in Zeiten steigender Inflation und unsicherer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
Makroökonomische Einflüsse auf die Luftfahrtbranche
Die Luftfahrtbranche ist stark von makroökonomischen Faktoren abhängig. Die Inflation in der Eurozone lag im Juni 2026 bei 2,8 Prozent, während die Inflation in Deutschland bei 2,3 Prozent lag. Diese wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflussen nicht nur die Betriebskosten der Airlines, sondern auch das Buchungsverhalten der Kunden. In einem inflationären Umfeld neigen Verbraucher dazu, ihre Ausgaben zu überdenken, was sich negativ auf die Nachfrage nach Flugreisen auswirken kann.
Zusätzlich hat die Europäische Zentralbank im Juni 2026 den Leitzins auf 2,4 Prozent angehoben, um den steigenden Inflationsrisiken entgegenzuwirken. Höhere Zinsen können die Kreditkosten für Unternehmen erhöhen und somit die Investitionsbereitschaft der Airlines beeinträchtigen. Diese Faktoren tragen zur Unsicherheit bei und machen es für die Lufthansa schwierig, klare Prognosen zu erstellen.
Ausblick und strategische Maßnahmen der Lufthansa
Die Lufthansa Group hat angekündigt, dass sie weiterhin an ihrer Strategie festhalten wird, um die Herausforderungen zu bewältigen. Dazu gehören Maßnahmen zur Kostenkontrolle und Effizienzsteigerung, um die Auswirkungen der hohen Kerosinkosten abzumildern. Das Unternehmen plant, die Kapazitäten der Passagierairlines im Gesamtjahr 2026 auf dem Niveau des Vorjahres zu halten, um die Nachfrage zu stabilisieren.
Die Unsicherheiten im Markt erfordern jedoch eine flexible Strategie. Die Lufthansa muss sich auf kurzfristige Buchungen einstellen und gleichzeitig die Auswirkungen von Streiks und anderen unvorhergesehenen Ereignissen berücksichtigen. Die Airline hat betont, dass sie die Entwicklungen genau beobachten wird, um schnell auf Veränderungen reagieren zu können.
Fazit

Die Anpassung der EBIT-Prognose der Lufthansa Group auf 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro verdeutlicht die Herausforderungen, mit denen die Airline-Branche konfrontiert ist. Hohe Kerosinkosten, Streiks und ein unsicheres wirtschaftliches Umfeld belasten die Finanzen des Unternehmens und führen zu einem Rückgang des Aktienkurses. Anleger sollten die Entwicklungen genau verfolgen, da die Unsicherheiten weiterhin hoch sind und die Luftfahrtbranche vor einer ungewissen Zukunft steht.
Häufige Fragen
Was ist die aktuelle EBIT-Prognose der Lufthansa?
Warum wurde die EBIT-Prognose angepasst?
Wie hat der Aktienkurs auf die Prognoseanpassung reagiert?
Welche Faktoren beeinflussen die Kerosinkosten?
Wie sieht die allgemeine Marktlage für Airlines aus?
Quellen: Google News
Symbolbild: Lufthansa Aktie und Marktprognosen · Foto: Wayne Jackson / Pexels


