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Mieten oder Kaufen: Berechenbare Immobilienentscheidungen

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⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 31.07.2026

Die Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen wird in Deutschland zunehmend komplexer. Aktuelle Daten zeigen, dass Mieten in vielen Regionen günstiger ist, während der Kauf in ländlichen Gebieten Vorteile bietet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mieten ist in Deutschland im Durchschnitt günstiger als Kaufen.
  • In Großstädten wie Hamburg und München ist der Kauf deutlich teurer.
  • Ostdeutschland bietet häufig günstigere Kaufmöglichkeiten.

Die Frage, ob man mieten oder kaufen sollte, beschäftigt viele Deutsche, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten und steigender Zinsen. Aktuelle Daten zeigen, dass die Immobilienfrage zunehmend berechenbar wird, jedoch stark von der Region abhängt. In diesem Artikel beleuchten wir die aktuellen Trends auf dem Immobilienmarkt und die finanziellen Überlegungen, die bei der Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen eine Rolle spielen.

Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen
Symbolbild: Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen · Foto: Get Lost Mike / Pexels

Der Immobilienmarkt in Deutschland zeigt ein deutliches Stadt-Land-Gefälle. Während in Großstädten wie München, Berlin und Hamburg die Kaufpreise für Eigentumswohnungen erheblich höher sind als die Mietkosten, ist es in ländlichen Regionen oft günstiger, eine Immobilie zu kaufen. Laut dem Postbank Wohnatlas 2026 müssen Käufer in München beispielsweise 41% ihres Einkommens für die Finanzierung einer 70 Quadratmeter großen Wohnung aufbringen, während in Hamburg dieser Wert bei 37,8% liegt. Im Gegensatz dazu beträgt der Anteil für die Nettokaltmiete im Durchschnitt nur 13,5% des Einkommens.

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Diese Diskrepanz zwischen Mieten und Kaufen wird durch die steigenden Zinsen und die Inflation verstärkt. Die Kreditfinanzierung für den Kauf einer Immobilie belastet das Haushaltseinkommen erheblich, was die Entscheidung für viele Menschen erschwert. In 341 Regionen Deutschlands fließt mehr vom Monatseinkommen in den Kauf einer Immobilie als in die Miete, was die Notwendigkeit einer genauen finanziellen Planung unterstreicht.

Wie wird die Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen berechnet?

Die Berechnung der Wohnkosten erfolgt auf Basis der regionalen Angebotsmieten und Kaufpreise für eine 70 Quadratmeter große Wohnung im Bestand sowie des durchschnittlichen regional verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens. Für den Kauf wird ein Darlehen in Höhe von 80% des Kaufpreises angenommen, inklusive Grunderwerbsteuer und Notargebühren. Der Zinssatz liegt bei 3,75% mit einer anfänglichen Tilgung von 2,42%. Diese Faktoren sind entscheidend, um die monatlichen Belastungen realistisch einschätzen zu können.

Die Faustregel besagt, dass private Haushalte nicht mehr als 30% ihres Nettoeinkommens für das Wohnen ausgeben sollten. Da dies auch Nebenkosten einschließt, sollten die Kosten für die Nettokaltmiete oder die Kredittilgung idealerweise bei bis zu 25% liegen. In vielen Großstädten überschreiten die Kosten für den Kauf jedoch diese Grenze erheblich, was die Entscheidung für den Kauf einer Immobilie erschwert.

Wo ist Mieten günstiger als Kaufen?

Fakten auf einen Blick

  • Mieten: 13,5% des Einkommens für Nettokaltmiete 2025
  • Kaufen: 17,2% des Einkommens für Kreditfinanzierung 2025
  • Hamburg: 16,9% Mehrbelastung beim Kauf im Vergleich zur Miete

In Deutschland ist Mieten im Durchschnitt günstiger als Kaufen. Im Jahr 2025 gingen 17,2% des Einkommens für die Kreditfinanzierung drauf, während nur 13,5% für die Nettokaltmiete aufgebracht werden mussten. Dies zeigt, dass Mieten in vielen Regionen zunächst die finanziell attraktivere Option darstellt. Besonders in städtischen Gebieten ist der Kauf einer Immobilie oft mit einer hohen finanziellen Belastung verbunden.

In 59 Kreisen, vor allem in Ostdeutschland, ist Kaufen jedoch günstiger als Mieten. Im Saale-Orla-Kreis in Thüringen beispielsweise reichen nur 7,2% des durchschnittlichen Haushaltseinkommens für die Finanzierung einer Eigentumswohnung aus, was 3,3% weniger ist als bei einer vergleichbaren Mietwohnung. Diese regionalen Unterschiede sind entscheidend für die individuelle Entscheidung und sollten bei der Planung berücksichtigt werden.

Die Rolle der Inflation und Zinsen

Die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die Inflation und die Zinsen, haben einen erheblichen Einfluss auf den Immobilienmarkt. Die Angebotsmieten in Deutschland sind im zweiten Quartal 2026 um 4% gestiegen, während die Kaufpreise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser nur um 0,8% zulegten. Diese Entwicklung zeigt, dass die Nachfrage nach Mietwohnungen weiterhin hoch ist, während die Kaufpreise stabil bleiben.

Die steigenden Zinsen machen die Finanzierung von Immobilien teurer, was viele potenzielle Käufer abschreckt. Dies führt dazu, dass die Nachfrage nach Mietwohnungen steigt, während die Kaufbereitschaft sinkt. In diesem Kontext ist es wichtig, die eigene finanzielle Situation genau zu analysieren und abzuwägen, ob Mieten oder Kaufen die bessere Option ist.

Langfristige Überlegungen und Vermögensaufbau

Ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen ist der langfristige Vermögensaufbau. Während Mieter keine Eigentumsrechte erwerben, können Käufer durch den Erwerb einer Immobilie Vermögen aufbauen und sich für die Rente absichern. Experten betonen, dass die laufenden Mehrausgaben für eine Eigentumswohnung oft gerechtfertigt sind, da sie langfristig zu einer finanziellen Absicherung führen können.

Die Entscheidung sollte jedoch nicht nur auf den aktuellen finanziellen Belastungen basieren, sondern auch auf den persönlichen Lebenszielen und der Planung für die Zukunft. Wer plant, langfristig in einer Region zu bleiben, könnte von einem Kauf profitieren, während Mieter mehr Flexibilität genießen.

Fazit

Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen
Symbolbild: Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen · Foto: Jakub Zerdzicki / Pexels

Die Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen ist komplex und hängt von vielen Faktoren ab, darunter regionale Unterschiede, persönliche finanzielle Situation und langfristige Ziele. Aktuelle Daten zeigen, dass Mieten in vielen Regionen günstiger ist, während der Kauf in ländlichen Gebieten Vorteile bietet. In Anbetracht der steigenden Zinsen und der Inflation ist es ratsam, die eigene finanzielle Situation genau zu analysieren und die Vor- und Nachteile beider Optionen abzuwägen. Letztlich sollte die Entscheidung gut durchdacht und auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein.

Häufige Fragen

Was sind die aktuellen Trends im Immobilienmarkt?
Der Immobilienmarkt zeigt ein Stadt-Land-Gefälle, wobei Mieten in vielen Regionen günstiger ist als Kaufen. In Großstädten sind die Kaufpreise jedoch oft höher.
Wie viel Prozent des Einkommens sollte man für Wohnen ausgeben?
Experten empfehlen, nicht mehr als 30% des Nettoeinkommens für Wohnen auszugeben, wobei idealerweise 25% für Nettokaltmiete oder Kredittilgung verwendet werden sollten.
Wo ist Kaufen günstiger als Mieten?
In 59 Kreisen, vor allem in Ostdeutschland, ist Kaufen günstiger als Mieten. Beispiele sind der Saale-Orla-Kreis und der Vogtlandkreis.
Wie hoch sind die aktuellen Mietpreise in Deutschland?
Im Jahr 2025 betrugen die durchschnittlichen Mietkosten 13,5% des Haushaltseinkommens, während die Kreditfinanzierung für Käufe 17,2% ausmachte.
Was sind die Hauptfaktoren für die Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen?
Wichtige Faktoren sind die regionalen Kauf- und Mietpreise, die persönliche finanzielle Situation sowie die langfristigen Pläne für Wohnraum und Vermögensaufbau.

Quellen: Google News

Symbolbild: Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen · Foto: Phát Trương / Pexels

Carolin Berger
Carolin Berger
Carolin Berger schreibt über alles rund um die persönliche Finanzplanung: Sparen, Budgetieren und der Umgang mit dem eigenen Geld im Alltag. Ihr ist wichtig, dass Finanzthemen niemanden überfordern, sondern praktisch und nachvollziehbar bleiben. In ihren Beiträgen verbindet sie konkrete Tipps mit einem realistischen Blick auf das, was im Alltag tatsächlich umsetzbar ist.
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