⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 30.07.2026
Die Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen wird in Deutschland zunehmend komplexer. Aktuelle Daten zeigen, dass Mieten im Durchschnitt günstiger ist, jedoch regionale Unterschiede bestehen.
- Mieten ist im Durchschnitt günstiger als Kaufen.
- In 59 Kreisen ist der Kauf einer Immobilie vorteilhafter.
- Die Belastung durch Kreditzahlungen variiert stark zwischen den Regionen.
Die Frage, ob man mieten oder kaufen sollte, beschäftigt viele Menschen in Deutschland, insbesondere in Zeiten steigender Zinsen und Inflation. Aktuelle Daten zeigen, dass im Jahr 2025 im Durchschnitt 17,2% des Einkommens für die Kreditfinanzierung einer Immobilie aufgebracht werden mussten, während die Nettokaltmiete lediglich 13,5% des Einkommens beanspruchte. Dies deutet darauf hin, dass Mieten im Durchschnitt günstiger ist als Kaufen. Doch die Realität ist komplexer, da es erhebliche regionale Unterschiede gibt.
Was sind die aktuellen Trends im Immobilienmarkt?

Der Immobilienmarkt in Deutschland zeigt ein deutliches Stadt-Land-Gefälle. In Großstädten wie München, Berlin und Hamburg sind die Kosten für den Kauf einer Eigentumswohnung erheblich höher als die Mietkosten. Beispielsweise müssen Käufer in München 41% ihres Einkommens für die Finanzierung einer 70 Quadratmeter großen Wohnung aufbringen, während in Berlin dieser Wert bei 39,5% liegt. Im Gegensatz dazu gibt es in vielen ländlichen Regionen, insbesondere in Ostdeutschland, Kreise, in denen der Kauf einer Immobilie günstiger ist als das Mieten.
Insgesamt leben mittlerweile 30% der deutschen Haushalte in Regionen, in denen weniger als 15% des durchschnittlichen regional verfügbaren Haushaltseinkommens für die Finanzierung einer 70 Quadratmeter großen Wohnung benötigt werden. Dies ist ein Anstieg im Vergleich zu 2024, als es nur 130 Regionen waren. Diese Entwicklung zeigt, dass es für Käufer in bestimmten Regionen durchaus vorteilhaft sein kann, eine Immobilie zu erwerben.
Regionale Unterschiede: Wo ist Kaufen günstiger?
Besonders in Ostdeutschland gibt es zahlreiche Kreise, in denen der Kauf einer Immobilie finanziell attraktiver ist. Im Saale-Orla-Kreis in Thüringen beispielsweise reichen nur 7,2% des durchschnittlichen Haushaltseinkommens für die Finanzierung einer Eigentumswohnung. Dies sind 3,3 Prozentpunkte weniger als bei einer vergleichbaren Mietwohnung. Auch im Vogtlandkreis in Sachsen und im Landkreis Greiz in Thüringen profitieren Käufer von einer geringeren finanziellen Belastung.
Insgesamt gibt es 59 Kreise in Deutschland, in denen Käufer weniger ihres Einkommens für die Finanzierung einer Immobilie aufwenden müssen als für die Nettokaltmiete. Diese regionalen Unterschiede sind entscheidend für die Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen und sollten von potenziellen Käufern sorgfältig abgewogen werden.
Finanzielle Belastungen: Mieten vs. Kaufen
- 17,2% des Einkommens für Kreditfinanzierung im Jahr 2025
- 13,5% des Einkommens für Nettokaltmiete im Jahr 2025
- 59 Kreise, in denen Kaufen günstiger ist als Mieten
Die Faustregel besagt, dass private Haushalte nicht mehr als 30% ihres Nettoeinkommens für das Wohnen ausgeben sollten. Da dies auch Nebenkosten einschließt, sollten die Kosten für die Nettokaltmiete oder die Kredittilgung idealerweise bei bis zu 25% liegen. In vielen Großstädten überschreiten die Kosten für den Kauf jedoch diese Grenze erheblich. In Hamburg beispielsweise betrug die Mehrbelastung im Jahr 2025 16,9 Prozentpunkte des verfügbaren Einkommens, was die Entscheidung für den Kauf einer Immobilie erschwert.
Die Belastung durch Kreditzahlungen variiert stark zwischen den Regionen. Während in Großstädten wie München und Berlin die Finanzierungskosten hoch sind, können Käufer in ländlichen Gebieten von deutlich niedrigeren Kosten profitieren. Dies macht die Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen zu einer individuellen Abwägung, die von den persönlichen finanziellen Verhältnissen und den regionalen Gegebenheiten abhängt.
Langfristige Perspektiven: Was bedeutet das für die Zukunft?
Die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt sind nicht nur für Käufer von Bedeutung, sondern auch für Investoren und die Wirtschaft insgesamt. Die steigenden Zinsen und die Inflation haben Auswirkungen auf die Erschwinglichkeit von Immobilien. Dennoch zeigt der Markt Anzeichen einer Stabilisierung, da die Löhne in vielen Regionen steigen und die Kaufkraft der Haushalte verbessert wird.
Langfristig wird erwartet, dass die Nachfrage nach Immobilien in ländlichen Regionen zunehmen wird, da immer mehr Menschen die Vorteile des Wohnens außerhalb der Großstädte erkennen. Dies könnte zu einer weiteren Entlastung der Immobilienpreise in städtischen Gebieten führen und die Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen neu definieren.
Praktische Tipps für potenzielle Käufer
Zusätzlich sollten potenzielle Käufer die aktuellen Zinsen im Auge behalten und gegebenenfalls eine Anschlussfinanzierung in Betracht ziehen. Die Zinsen haben sich in den letzten Jahren verändert, und eine frühzeitige Planung kann helfen, finanzielle Vorteile zu sichern.
Fazit

Die Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen ist komplex und hängt von vielen Faktoren ab. Während Mieten im Durchschnitt günstiger ist, gibt es zahlreiche regionale Unterschiede, die potenzielle Käufer berücksichtigen sollten. Eine fundierte Analyse der eigenen finanziellen Situation sowie der Marktbedingungen ist entscheidend, um die richtige Wahl zu treffen.
Häufige Fragen
Was sind die aktuellen Kosten für Mieten und Kaufen in Deutschland?
In welchen Regionen ist Kaufen günstiger als Mieten?
Wie viel Prozent des Einkommens sollten für Wohnen ausgegeben werden?
Wie hat sich der Immobilienmarkt in den letzten Jahren entwickelt?
Was sind die langfristigen Trends im Immobilienkauf?
Quellen: Google News
Symbolbild: Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen · Foto: Phát Trương / Pexels


