⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 10.06.2026
Offene Immobilienfonds gewinnen zunehmend an Bedeutung für nachhaltige Investitionen. Neue Regelungen und Trends zeigen, wie Anleger von dieser Anlageform profitieren können.
- Offene Immobilienfonds bieten langfristige Anlagemöglichkeiten.
- Neue Liquiditätsregeln schützen Anleger vor Krisen.
- Erneuerbare Energien können nun Teil des Portfolios werden.
Offene Immobilienfonds haben sich in den letzten Jahren als attraktive Anlageform etabliert, insbesondere für Anleger, die nachhaltig investieren möchten. Diese Fonds bieten die Möglichkeit, in reale Immobilien zu investieren, was nicht nur eine Diversifizierung des Portfolios ermöglicht, sondern auch eine langfristige Wertstabilität verspricht. Mit den jüngsten Entwicklungen und Regelungen im Jahr 2026 wird deutlich, dass offene Immobilienfonds eine wichtige Rolle im aktuellen Immobilienmarkt spielen.
Was sind offene Immobilienfonds?

Offene Immobilienfonds sind spezielle Anlageprodukte, die in verschiedene Immobilien investieren, darunter Wohn- und Gewerbeimmobilien. Im Gegensatz zu Aktienfonds sind sie nicht täglich verfügbar, was bedeutet, dass Anleger ihre Anteile nicht jederzeit verkaufen können. Stattdessen gibt es Rückgabefristen von bis zu 12 Monaten und eine Mindesthaltefrist von 24 Monaten. Diese Struktur schützt die Interessen der Anleger, indem sie sicherstellt, dass Immobilien nicht unter Zeitdruck verkauft werden müssen.
Die Investition in offene Immobilienfonds erfolgt mittelbar über Anteile, die Anleger erwerben. Diese Anteile repräsentieren einen Teil des Fondsvermögens, das aus Grundstücken, Gebäuden, Mietverträgen und laufenden Cashflows besteht. Die Qualität der Immobilien im Portfolio ist entscheidend für die Stabilität und die Rendite des Fonds.
Aktuelle Trends und Herausforderungen
Der Immobilienmarkt steht derzeit unter dem Einfluss steigender Zinsen und veränderter Marktbedingungen. Diese Faktoren haben dazu geführt, dass die Bewertungen von Immobilien kritischer hinterfragt werden. Anleger sind gefordert, ihre Investments genau zu prüfen und sicherzustellen, dass diese zu ihren Liquiditätserwartungen passen. In diesem Kontext gewinnen offene Immobilienfonds an Bedeutung, da sie eine langfristige Anlagemöglichkeit bieten, die nicht mit der Volatilität von Aktien vergleichbar ist.
Die aktuellen Herausforderungen im Immobilienmarkt haben auch zu einem Rückgang der Liquidität in vielen offenen Immobilienfonds geführt. Anleger ziehen seit Januar 2025 per Saldo rund 10 Milliarden Euro aus diesen Fonds ab, während gleichzeitig neue Gelder in Höhe von 2,7 Milliarden Euro investiert werden. Dies zeigt, dass trotz der Unsicherheiten weiterhin Interesse an dieser Anlageform besteht.
Neue Liquiditätsregeln zum Anlegerschutz
- Rückgabefristen: 12 Monate
- Mindesthaltefrist: 24 Monate
- Liquiditätsquote: unter 8% führt zu Rücknahmegebühren
Um die Stabilität der offenen Immobilienfonds zu gewährleisten, wurden im Frühjahr 2026 neue Liquiditätsregeln eingeführt. Diese Regeln sind Teil des Fondsrisikobegrenzungsgesetzes (FRiG), das die überarbeitete EU-Richtlinie AIFMD II in nationales Recht umsetzt. Fondsgesellschaften sind nun verpflichtet, mindestens zwei Liquiditätsmanagement-Tools zu implementieren, um im Falle von Rückgabewellen reagieren zu können.
Ein Beispiel für diese neuen Regelungen ist die Deka, die eine Rücknahmegebühr von bis zu 2 Prozent erheben kann, wenn die Liquiditätsquote eines ihrer Fonds unter 8 Prozent fällt. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass Anleger auch in Krisenzeiten geschützt sind und die Fonds nicht in eine Liquiditätskrise geraten.
Nachhaltige Investitionen durch das Standortfördergesetz
Ein weiterer wichtiger Aspekt der aktuellen Entwicklungen ist das neue Standortfördergesetz, das es offenen Immobilienfonds ermöglicht, bis zu 15 Prozent ihres Wertes in erneuerbare Energien zu investieren. Diese Regelung eröffnet neue Möglichkeiten für Fondsanbieter, die ihr Portfolio nachhaltig erweitern möchten. So können Fonds beispielsweise in Photovoltaikanlagen investieren, die auf den Dächern von fondseigenen Immobilien installiert werden.
Diese Investitionen in erneuerbare Energien sind nicht nur eine strategische Chance für die Fondsanbieter, sondern auch ein Beitrag zur nachhaltigen Transformation des Immobilienmarktes. Anleger profitieren von stabilen Ertragsquellen, die durch die Nutzung von vor Ort produzierter Energie entstehen können.
Die Rolle offener Immobilienfonds in der aktuellen Wirtschaftslage
In Zeiten von Inflation und steigenden Zinsen suchen viele Anleger nach stabilen und langfristigen Anlagemöglichkeiten. Offene Immobilienfonds bieten hier eine attraktive Lösung, da sie in der Regel eine geringere Volatilität aufweisen und eine planbare Rendite versprechen. Die Investition in Immobilien gilt als inflationsgeschützt, da die Mieteinnahmen in der Regel mit der Inflation steigen.
Darüber hinaus können offene Immobilienfonds eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Anlageformen wie Aktien oder Anleihen darstellen. Sie bieten eine Diversifizierung des Portfolios und können helfen, das Risiko zu streuen. In einer Zeit, in der viele Anleger nach Sicherheit suchen, sind offene Immobilienfonds eine interessante Option.
Fazit

Offene Immobilienfonds sind eine vielversprechende Anlageform für Anleger, die nachhaltig investieren möchten. Mit den neuen Regelungen und der Möglichkeit, in erneuerbare Energien zu investieren, bieten sie nicht nur eine langfristige Wertstabilität, sondern auch die Chance, aktiv zur nachhaltigen Transformation des Immobilienmarktes beizutragen. In der aktuellen Wirtschaftslage, geprägt von Inflation und steigenden Zinsen, sind sie eine attraktive Option für sicherheitsbewusste Anleger.
Häufige Fragen
Was sind offene Immobilienfonds?
Wie funktionieren Rückgabefristen bei Immobilienfonds?
Welche neuen Regeln gelten für offene Immobilienfonds?
Wie können offene Immobilienfonds in erneuerbare Energien investieren?
Was sind die Vorteile von offenen Immobilienfonds?
Quellen: Google News
Symbolbild: Nachhaltige Investitionen in Immobilienfonds · Foto: SHOX ART / Pexels


