⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 11.09.2026
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Konjunkturprognose für die kommenden Jahre aktualisiert und sieht positive Signale für die österreichische Wirtschaft.
- OeNB hebt Wachstumsprognose für 2027 auf 1,3 % an.
- Inflation wird 2026 auf 3,0 % geschätzt, sinkt 2027 auf 2,3 %.
- Arbeitslosenquote soll bis 2028 auf 7,1 % sinken.
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat am 11. September 2026 ihre aktuelle Interimsprognose für die österreichische Wirtschaft veröffentlicht. Trotz der anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen und Mittleren Osten sowie der Dürre in diesem Sommer zeigen sich positive Konjunktursignale für die kommenden Jahre. Die OeNB hebt die Wachstumsprognose für 2027 auf 1,3 % an, während für 2026 ein BIP-Wachstum von 0,5 % erwartet wird.
Was sind die aktuellen Wachstumsprognosen der OeNB?

Die OeNB hat ihre Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aktualisiert. Für das Jahr 2026 wird ein Wachstum von 0,5 % erwartet, was eine leichte Abwärtsrevision von 0,1 Prozentpunkten im Vergleich zur Juni-Prognose darstellt. Diese Revision ist auf die schwächere Wirtschaftsentwicklung in der ersten Jahreshälfte zurückzuführen. Im Gegensatz dazu zeigen die Prognosen für 2027 und 2028 eine positive Entwicklung, mit einem Wachstum von 1,3 % für 2027 und 1,2 % für 2028.
Die OeNB begründet die optimistischen Aussichten für 2027 mit einer verbesserten Auftragslage und Stimmung in der heimischen Industrie. Der OeNB-Konjunkturindikator signalisiert eine Belebung der Wirtschaft im dritten und vierten Quartal 2026, was auf eine positive Entwicklung im Welthandel hinweist. Diese Faktoren könnten dazu beitragen, dass die österreichische Exportwirtschaft von einem stärkeren Welthandel profitiert.
Wie entwickelt sich die Inflation in Österreich?
Die Inflationsprognose der OeNB für 2026 liegt bei 3,0 %, was eine Senkung im Vergleich zur vorherigen Schätzung von 3,2 % darstellt. Für 2027 wird ein Rückgang der Inflation auf 2,3 % und für 2028 auf 2,2 % erwartet. Diese Entwicklung ist vor allem auf die Abschwächung der Energieinflation zurückzuführen, die von 6,5 % im Jahr 2026 auf 1,0 % im Jahr 2027 sinken dürfte.
Die OeNB hebt hervor, dass die Teuerungsrate in Österreich im Vergleich zum Euroraum deutlich gesenkt werden kann. Während die österreichische Inflation 2025 noch um 1,4 Prozentpunkte über dem Euroraum-Durchschnitt lag, beträgt der Abstand in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 nur noch 0,3 Prozentpunkte. Dies deutet darauf hin, dass sich die heimische Inflation weitgehend im Gleichklang mit der des Euroraums entwickeln wird.
Was sagt die OeNB zur Arbeitslosenquote?
- BIP-Wachstum 2026: 0,5 %
- BIP-Wachstum 2027: 1,3 %
- Inflation 2026: 3,0 %
- Arbeitslosenquote 2026: 7,5 %
Die OeNB erwartet eine langsame Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote soll im Jahr 2026 bei 7,5 % liegen und in den beiden Folgejahren auf 7,3 % im Jahr 2027 und 7,1 % im Jahr 2028 sinken. Diese Prognosen sind ein positives Signal für die wirtschaftliche Stabilität und die Beschäftigungslage in Österreich.
Die OeNB-Gouverneur Martin Kocher betont, dass trotz der Herausforderungen durch den Krieg im Nahen und Mittleren Osten die Stimmung in der österreichischen Industrie sich verbessert hat. Dies könnte auf eine Stabilisierung des Arbeitsmarktes hindeuten, was für die Konsum- und Investitionsbereitschaft der Bevölkerung von Bedeutung ist.
Welche Faktoren beeinflussen die Konjunkturprognose?
Die Konjunkturprognose der OeNB wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören die Entwicklungen im Welthandel, die Auftragslage in der Industrie sowie geopolitische Risiken. Die OeNB hebt hervor, dass die positive Entwicklung im Welthandel und die verbesserte Auftragslage in der heimischen Industrie entscheidend für die Prognosen sind.
Die geopolitischen Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, stellen jedoch weiterhin ein Risiko dar. Diese Unsicherheiten könnten sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken, weshalb die OeNB eine vorsichtige Haltung einnimmt und die Entwicklungen genau beobachtet.
Wie wirkt sich die Dürre auf die Wirtschaft aus?
Die Dürre in diesem Sommer hat erhebliche Schäden verursacht, die das gesamtwirtschaftliche Wachstum im Jahr 2026 um 0,1 Prozentpunkte dämpfen dürften. Die OeNB weist darauf hin, dass die Auswirkungen der Dürre auf die Nahrungsmittelpreise und die Landwirtschaft spürbar sind, was zusätzliche Herausforderungen für die Wirtschaft mit sich bringt.
Dennoch wird die Dürre nicht als alleiniger Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung betrachtet. Die positiven Signale aus der Industrie und dem Welthandel könnten dazu beitragen, die negativen Effekte der Dürre abzumildern und die wirtschaftliche Stabilität zu fördern.
Fazit

Die OeNB sieht trotz der Herausforderungen durch geopolitische Risiken und klimatische Ereignisse positive Konjunktursignale für die österreichische Wirtschaft. Mit einer angehobenen Wachstumsprognose für 2027 und einer sinkenden Inflationsrate zeigt sich eine optimistische Perspektive für die kommenden Jahre. Die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und die Stabilität der Industrie sind entscheidend für die wirtschaftliche Erholung und das Vertrauen der Verbraucher.
Häufige Fragen
Was sind die aktuellen Wachstumsprognosen der OeNB?
Wie entwickelt sich die Inflation in Österreich?
Was sagt die OeNB zur Arbeitslosenquote?
Welche Faktoren beeinflussen die Konjunkturprognose?
Wie wirkt sich die Dürre auf die Wirtschaft aus?
Quellen: Google News
Symbolbild: Positive Konjunktursignale für Österreich · Foto: Rafael Minguet Delgado / Pexels


