⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 11.09.2026
Die Bundesregierung plant ab 2027 eine grundlegende Reform der Besteuerung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Experten warnen vor Nachteilen für langfristige Sparer.
- Ab 2027 wird eine Abgeltungsteuer von 25% auf neue Krypto-Gewinne erhoben.
- Langfristige Sparer könnten durch die Reform benachteiligt werden.
- Die Regelung gilt nur für nach dem 31. Dezember 2026 erworbene Kryptowährungen.
Die Bundesregierung plant ab 2027 eine grundlegende Reform der Besteuerung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Laut einem Bericht der Tageszeitung WELT sollen Gewinne aus neu erworbenen Kryptowerten künftig als Kapitaleinkünfte behandelt werden. Dies bedeutet, dass die bisherige Steuerfreiheit für langfristige Halter entfällt und stattdessen eine Abgeltungsteuer von 25% auf Gewinne erhoben wird. Diese Reform könnte insbesondere langfristige Sparer benachteiligen, während Vieltrader möglicherweise von der neuen Regelung profitieren.
Was ändert sich mit der neuen Steuer auf Bitcoin?

Aktuell gilt, dass Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin, Ether und anderen Kryptowährungen, die länger als ein Jahr gehalten werden, steuerfrei sind. Bei einem Verkauf innerhalb eines Jahres wird der Gewinn mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert, der bis zu 45% betragen kann. Mit der neuen Regelung ab 2027 entfällt die einjährige Haltefrist. Gewinne aus neu erworbenen Kryptowerten werden dann wie bei Aktien besteuert, was bedeutet, dass die Abgeltungsteuer von 25% greift.
Diese Reform betrifft jedoch nur Käufe, die nach dem 31. Dezember 2026 getätigt werden. Bestände, die vor diesem Datum erworben wurden, bleiben von der neuen Regelung unberührt. Dies könnte dazu führen, dass Anleger, die bereits in Kryptowährungen investiert haben, ihre Bestände länger halten, um von der bisherigen Steuerfreiheit zu profitieren.
Wer ist von der neuen Steuer betroffen?
Die neuen Steuerregelungen betreffen vor allem Anleger, die planen, nach dem Stichtag in Kryptowährungen zu investieren. Steuerberater Matthias Steger weist darauf hin, dass langfristige Sparer durch die Reform benachteiligt werden, da sie künftig auch nach mehreren Jahren eine Steuer auf ihre Gewinne zahlen müssen. Im Gegensatz dazu könnten Vieltrader, die häufig kaufen und verkaufen, von der neuen Regelung profitieren, da ihre Gewinne nun mit einem niedrigeren Steuersatz besteuert werden.
Die geplante Reform könnte auch einen Anreiz für Anleger schaffen, ihre Investitionen vor dem Jahreswechsel zu tätigen. Steger erwartet, dass dies zu einer erhöhten Nachfrage nach Bitcoin und anderen Kryptowährungen führen könnte, was sich positiv auf die Kurse auswirken könnte. Allerdings ist die Prognose über die tatsächlichen Auswirkungen auf den Markt aufgrund der Vielzahl an Einflussfaktoren schwierig.
Wie wirkt sich die Steuer auf den Bitcoin-Kurs aus?
- Neue Steuerregelung ab 2027 für Kryptowährungen
- Abgeltungsteuer von 25% auf Gewinne aus neu erworbenen Kryptowerte
- Langfristige Haltefrist von einem Jahr entfällt
Die Auswirkungen der neuen Steuerregelung auf den Bitcoin-Kurs sind umstritten. Während einige Experten, wie Steger, eine mögliche Kurssteigerung aufgrund einer erhöhten Nachfrage vor der Einführung der neuen Steuer erwarten, sieht Krypto-Profi Dirk Heß vom Finanzdienstleister Nxtassets die Situation anders. Er argumentiert, dass der Kryptomarkt global ist und steuerbedingte Transaktionen deutscher Privatanleger kaum ins Gewicht fallen. Daher erwartet er keine signifikanten Auswirkungen auf die Kurse von Bitcoin oder Ether.
Ulli Spankowski von der Krypto-Börse Bison empfiehlt Anlegern, sich zunächst einen Überblick über ihre Bestände zu verschaffen und zu prüfen, welche Kryptowährungen länger als ein Jahr gehalten werden. Dies könnte entscheidend sein, um die steuerlichen Auswirkungen der neuen Regelung zu verstehen und gegebenenfalls Handlungsbedarf zu erkennen.
Was sollten Anleger jetzt tun?
Darüber hinaus könnte es sinnvoll sein, eine separate Wallet für Neubestände zu nutzen, um eine klare Trennung zwischen alten und neuen Investitionen zu schaffen. Dies erleichtert die spätere Nachvollziehbarkeit und könnte helfen, steuerliche Probleme zu vermeiden.
Fazit

Die geplante Steuerreform für Bitcoin und andere Kryptowährungen ab 2027 könnte erhebliche Auswirkungen auf die Anlagestrategien von Krypto-Investoren haben. Während langfristige Sparer benachteiligt werden, könnten Vieltrader von der neuen Abgeltungsteuer profitieren. Anleger sollten sich frühzeitig mit den neuen Regelungen auseinandersetzen und ihre Strategien entsprechend anpassen, um mögliche steuerliche Nachteile zu vermeiden.
Häufige Fragen
Was ändert sich mit der neuen Steuer auf Bitcoin?
Wer ist von der neuen Steuer betroffen?
Wie wirkt sich die Steuer auf den Bitcoin-Kurs aus?
Was sollten Anleger jetzt tun?
Wie wird die Steuererhebung konkret umgesetzt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Neue Steuer auf Bitcoin und Kryptowährungen · Foto: Rafael Minguet Delgado / Pexels


