⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 16.09.2026
Eine neue Studie zeigt, dass die Mieten in der Schweiz erstmals seit fünf Jahren sinken. Dies betrifft insbesondere Zürich und das Tessin, wo die Mietpreise signifikant zurückgehen.
- Erstmals seit fünf Jahren sinken die Mieten in der Schweiz.
- Zürich verzeichnet einen Rückgang von 3,3%, während das Tessin um 10,9% fällt.
- Die Leerstandsquote in Zürich liegt bei nur 0,48%, was auf eine angespannte Marktsituation hinweist.
Eine neue Studie zeigt, dass die Mieten in der Schweiz erstmals seit fünf Jahren sinken. Laut der Rental Home Market Price Analysis (ReMPA) von Newhome und dem Swiss Real Estate Institute sind die Angebotsmieten zwischen Juli 2025 und Juni 2026 im Durchschnitt um 1,7% gesunken. Dies ist besonders bemerkenswert, da die Mieten im Vorjahr noch um 2,4% gestiegen waren. Die Studie beleuchtet die aktuellen Trends auf dem Schweizer Immobilienmarkt und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft.
Was geschah in der Studie?

Die Studie zeigt, dass die Mieten in der Schweiz nicht nur im Durchschnitt gesunken sind, sondern dass es auch signifikante regionale Unterschiede gibt. Im Kanton Zürich verzeichneten die Mieten einen Rückgang von 3,3%, während im Tessin die Mieten sogar um 10,9% gefallen sind. Diese Entwicklungen sind besonders überraschend, da die Leerstandsquote in Zürich mit 0,48% auf einem historischen Tiefstand liegt. Normalerweise würde man erwarten, dass eine so niedrige Leerstandsquote die Mietpreise nach oben treibt.
Die Studie legt nahe, dass das gestiegene Angebot an Mietwohnungen und eine schwächere Nachfrage die Hauptursachen für den Rückgang der Mieten sind. Peter Ilg, Studienleiter, weist darauf hin, dass die Umzugsquote 2024 einen historischen Tiefstand erreicht hat, was auf eine nachlassende Nachfrage hindeutet. Dies könnte auch erklären, warum die Mieten trotz eines knappen Angebots sinken.
Regionale Unterschiede im Mietmarkt
Die regionalen Unterschiede im Mietmarkt sind signifikant. Während die Mieten in Zürich und im Tessin sinken, steigen sie in der Zentralschweiz um 2,3% und in der Ostschweiz um 1,4%. Diese Divergenz zeigt, dass der Schweizer Immobilienmarkt zunehmend heterogen wird. In der Zentralschweiz sind insbesondere 4-Zimmer-Wohnungen betroffen, die um 4,9% teurer werden.
Die Studie hebt hervor, dass die Mietpreise in der günstigsten Region, dem Espace Mittelland, mit 1452 CHF pro Monat am niedrigsten sind. Im Vergleich dazu bleibt Zürich mit 2340 CHF pro Monat die teuerste Region. Diese Preisunterschiede sind für Investoren und Mieter von großer Bedeutung, da sie die Entscheidung beeinflussen, wo man investieren oder wohnen möchte.
Einfluss auf Investoren und den Immobilienmarkt
- Durchschnittlicher Rückgang der Angebotsmieten: 1,7%
- Zürich: Mieten sinken um 3,3%
- Tessin: Mieten sinken um 10,9%
- Leerstandsquote in Zürich: 0,48%
- Espace Mittelland: günstigste Region mit 1452 CHF
Der Rückgang der Mieten könnte für Investoren sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringen. Während einige Investoren möglicherweise gezwungen sind, ihre Preisstrategien zu überdenken, könnten andere von den niedrigeren Preisen profitieren, um neue Mieter zu gewinnen. Walter Angst vom Mieterverband Zürich merkt an, dass trotz der sinkenden Mieten die Suche nach bezahlbarem Wohnraum nach wie vor schwierig bleibt. Dies zeigt, dass die Angebotsmieten nur einen Teil des Marktes abbilden.
Die Tatsache, dass viele Wohnungen unter der Hand weitergegeben werden und nicht inseriert sind, könnte die Wahrnehmung des Marktes verzerren. Investoren müssen daher die Marktdynamik genau beobachten, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Die Studie legt nahe, dass ein Überangebot im hochpreisigen Segment besteht, was Vermieter dazu zwingt, die Preise zu senken, um ihre Wohnungen zu vermieten.
Auswirkungen auf die Wirtschaft und Inflation
Die sinkenden Mieten könnten auch Auswirkungen auf die allgemeine Wirtschaft und die Inflation haben. Wohnkosten machen einen erheblichen Teil des Verbraucherpreisindex aus, und ein Rückgang der Mieten könnte dazu beitragen, den Inflationsdruck zu verringern. Dies könnte insbesondere für die Zentralbank von Bedeutung sein, die die Geldpolitik anpassen könnte, um auf die veränderten wirtschaftlichen Bedingungen zu reagieren.
Die aktuelle Situation zeigt, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz komplex sind. Während die Mieten sinken, bleibt die Nachfrage nach Wohnraum in bestimmten Regionen hoch. Dies könnte zu einer weiteren Divergenz im Immobilienmarkt führen, die sowohl für Mieter als auch für Investoren von Bedeutung ist.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die sinkenden Mieten in der Schweiz, insbesondere in Zürich und im Tessin, ein bemerkenswerter Trend sind, der sowohl Chancen als auch Herausforderungen für den Immobilienmarkt mit sich bringt. Die Studie zeigt, dass regionale Unterschiede entscheidend sind und dass Investoren sowie Mieter die Entwicklungen genau beobachten sollten. Die wirtschaftlichen Auswirkungen könnten weitreichend sein, insbesondere im Hinblick auf die Inflation und die Geldpolitik. Die wichtigsten Fakten im Überblick.
Häufige Fragen
Warum sinken die Mieten in der Schweiz?
Wie stark sind die Mieten in Zürich gesunken?
Was bedeutet der Rückgang der Mieten für Investoren?
Wie wirkt sich die sinkende Miete auf die Inflation aus?
Welche Regionen sind am stärksten betroffen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Mieten sinken in der Schweiz: Ein Blick auf Zürich · Foto: Natalia Sevruk / Pexels


