⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 06.06.2026
Die landeseigenen Wohnungsgesellschaften in Berlin haben einen neuen Plan zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum vorgestellt, der bis 2035 eine signifikante Erhöhung des Wohnungsbestands vorsieht.
- Neuer Wohnungs-Plan für landeseigene Gesellschaften
- Ziel: 440.000 Wohnungen bis 2030
- Erhöhung des Bestands um 56.000 Wohnungen bis 2035
Die landeseigenen Wohnungsgesellschaften in Berlin haben einen ehrgeizigen neuen Wohnungs-Plan vorgestellt, der darauf abzielt, den dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum in der Hauptstadt zu erhöhen. Dieser Plan sieht vor, dass der Bestand an Wohnungen bis Ende 2030 auf 440.000 erhöht wird, was einem Zuwachs von 56.000 Wohnungen entspricht. Bis 2035 soll die Zahl sogar auf knapp 465.000 steigen. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie, um den Wohnungsmarkt in Berlin zu entlasten und den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.
Hintergrund des neuen Wohnungs-Plans

Der Wohnungsmarkt in Berlin ist seit Jahren angespannt, was zu steigenden Mietpreisen und einem Mangel an bezahlbarem Wohnraum führt. Die landeseigenen Wohnungsgesellschaften spielen eine zentrale Rolle bei der Schaffung von neuem Wohnraum. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) betonte die Notwendigkeit, die Potenziale der Stadt zu nutzen, um den Wohnungsbau voranzutreiben. Der neue Plan ist eine Reaktion auf die Herausforderungen, die der Wohnungsmarkt in den letzten Jahren mit sich gebracht hat.
Die sieben landeseigenen Gesellschaften, darunter Berlinovo, degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, STADT UND LAND und WBM, haben sich gemeinsam mit dem Senat auf diese Ziele verständigt. Die Roadmap, die nun unterzeichnet wurde, soll als Leitfaden für die nächsten Jahre dienen und die notwendigen Schritte zur Erreichung dieser Ziele festlegen.
Strategien zur Erhöhung des Wohnungsbestands
Um die angestrebte Erhöhung des Wohnungsbestands zu erreichen, setzen die landeseigenen Gesellschaften auf verschiedene Strategien. Der Schwerpunkt liegt auf dem Neubau von Wohnungen, wobei auch der Zukauf bestehender Bestände in Betracht gezogen wird, wenn dies wirtschaftlich sinnvoll ist. Dies bedeutet, dass die Gesellschaften nicht nur neue Bauprojekte initiieren, sondern auch bestehende Immobilien erwerben, um den Wohnraum zu erweitern.
Die Bauprojekte werden in verschiedenen Stadtteilen Berlins realisiert, um eine gleichmäßige Verteilung des Wohnraums zu gewährleisten. Dies soll sicherstellen, dass auch in weniger zentralen Lagen bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird, was zur Entlastung der stark nachgefragten Innenstadtbereiche beitragen kann.
Einfluss auf die Mietpreise
- Ziel: 440.000 Wohnungen bis Ende 2030
- Aktueller Bestand: 408.000 Wohnungen
- Erhöhung um 56.000 Wohnungen bis 2035
Ein zentrales Ziel des neuen Wohnungs-Plans ist es, die Mietpreise in Berlin stabil zu halten und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die durchschnittliche Bestandsmiete der landeseigenen Wohnungen lag Ende 2025 bei 7,09 Euro pro Quadratmeter, was unter dem Berliner Mietspiegel von 7,21 Euro liegt. Diese Preispolitik soll auch in Zukunft fortgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Mieten für die Berliner Bevölkerung erschwinglich bleiben.
Die Schaffung von 56.000 neuen Wohnungen bis 2035 könnte schätzungsweise 120.000 Menschen ein neues Zuhause bieten. Dies ist besonders wichtig in einer Stadt, in der viele Menschen auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum sind. Der Regierende Bürgermeister hat betont, dass die Schaffung von Wohnraum eine der wichtigsten Aufgaben der Stadt ist, um den sozialen Zusammenhalt zu fördern.
Öffentliche Unterstützung und Finanzierung
Die Finanzierung des neuen Wohnungsbaus wird durch öffentliche Mittel unterstützt, die gezielt eingesetzt werden, um die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zu fördern. Der Senat von Berlin hat bereits angekündigt, dass er auch in Zukunft an der sozialen Wohnraumförderung festhalten wird, um die notwendigen finanziellen Mittel bereitzustellen.
Die neuen Wohnungsbauförderungsbestimmungen 2026, die in Kraft treten, sollen die Förderung weiter vereinfachen und verlässlicher gestalten. Dies wird es Bauherren erleichtern, geförderte Neubauwohnungen zu planen und zu realisieren, was einen positiven Einfluss auf die Schaffung von Wohnraum haben sollte.
Ausblick und zukünftige Herausforderungen
Der neue Wohnungs-Plan ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um den Wohnungsmarkt in Berlin zu entlasten. Dennoch stehen die landeseigenen Gesellschaften vor großen Herausforderungen. Die steigenden Baukosten, die durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg beeinflusst wurden, haben die Situation auf dem Wohnungsmarkt zusätzlich erschwert. Die Baukosten sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen, was die Realisierung neuer Projekte komplizierter macht.
Die landeseigenen Gesellschaften müssen daher weiterhin flexibel auf die sich verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagieren und innovative Lösungen finden, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um zu zeigen, ob der neue Wohnungs-Plan tatsächlich die gewünschten Ergebnisse liefern kann.
Fazit

Der neue Wohnungs-Plan für die landeseigenen Wohnungsgesellschaften in Berlin stellt einen bedeutenden Schritt zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum dar. Mit dem Ziel, bis 2030 440.000 Wohnungen zu erreichen und bis 2035 auf 465.000 zu erhöhen, wird ein klarer Fokus auf die Bedürfnisse der Bevölkerung gelegt. Die Herausforderungen sind groß, doch die Maßnahmen und Strategien, die im Rahmen dieses Plans umgesetzt werden, könnten entscheidend dazu beitragen, den Wohnungsmarkt in Berlin nachhaltig zu verbessern.
Häufige Fragen
Was ist der neue Wohnungs-Plan für Berlin?
Wie viele Wohnungen gibt es derzeit in Berlin?
Wie wird der neue Wohnungs-Plan finanziert?
Was sind die Ziele des neuen Plans bis 2035?
Wie wird der neue Wohnungs-Plan die Mietpreise beeinflussen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Neuer Wohnungsbau in Berlin · Foto: János Csatlós / Pexels


