⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 29.07.2026
Das neue Heizungsgesetz, das seit dem 29. Juli 2026 in Kraft ist, bringt bedeutende Änderungen für Mieter und Vermieter mit sich. Insbesondere die Förderbedingungen für den Heizungstausch wurden angepasst.
- Neues Heizungsgesetz seit 29. Juli 2026 in Kraft.
- Maximaler Förderbetrag für Heizungsmodernisierung: 28.000 Euro.
- Einkommensabhängige Förderung bis zu 80% für einkommensschwache Haushalte.
Das neue Heizungsgesetz, das am 29. Juli 2026 in Kraft trat, bringt bedeutende Änderungen für Mieter und Vermieter in Deutschland mit sich. Diese Reform zielt darauf ab, die Energieeffizienz in Wohngebäuden zu steigern und den Übergang zu umweltfreundlicheren Heizsystemen zu fördern. Insbesondere die Förderbedingungen für den Austausch alter Heizungen wurden überarbeitet, um den Anforderungen des Klimaschutzes gerecht zu werden.
Was ist das neue Heizungsgesetz?

Das Heizungsgesetz, auch bekannt als Gebäudemodernisierungsgesetz, regelt die Rahmenbedingungen für die Heizungsmodernisierung in Deutschland. Es legt fest, welche Heizsysteme gefördert werden und welche finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten es für Eigentümer und Mieter gibt. Ziel ist es, den CO2-Ausstoß zu reduzieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
Ein zentrales Element des Gesetzes ist die Förderung von erneuerbaren Energien. Ab sofort können Eigentümer, die ihre alten Öl- oder Gasheizungen gegen klimafreundliche Alternativen wie Wärmepumpen oder Biomasseheizungen austauschen, von einer Grundförderung von bis zu 30% der Kosten profitieren. Diese Förderung ist ein Anreiz, um den Umstieg auf nachhaltige Heizsysteme zu beschleunigen.
Änderungen bei der Förderhöhe
Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Höhe der Fördermittel. Der maximale Betrag der Investitionskosten, der bei der Förderung berücksichtigt wird, liegt nun bei 28.000 Euro. Dieser Betrag wird schrittweise ab dem 1. Februar 2027 um jeweils 750 Euro halbjährlich gesenkt. Dies bedeutet, dass Eigentümer, die eine Heizungsmodernisierung planen, nicht nur die aktuellen Fördermöglichkeiten nutzen sollten, sondern auch die zeitliche Dringlichkeit beachten müssen.
Zusätzlich wird die Förderung sozial gestaffelt. Haushalte mit geringem Einkommen, die ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von bis zu 30.000 Euro haben, können einen Einkommensbonus von bis zu 40% beantragen. Für Einkommen bis 40.000 Euro sind es 30%, und bis 50.000 Euro noch 10%. Diese Regelung soll sicherstellen, dass einkommensschwache Haushalte einen größeren Anteil an der Förderung erhalten und somit die finanzielle Belastung durch die Heizungsmodernisierung verringert wird.
Förderung für Mieter und Vermieter
- Datum: 29.07.2026
- Maximaler Förderbetrag: 28.000 Euro
- Förderung für einkommensschwache Haushalte: bis zu 80%
Das neue Gesetz hat auch Auswirkungen auf die Beziehung zwischen Mietern und Vermietern. Ab dem 1. Januar 2028 müssen Mieter und Vermieter die anfallenden Kohlendioxidkosten und Gasnetzentgelte jeweils zur Hälfte tragen. Diese Regelung soll die Verantwortung für die Energiekosten gerechter verteilen und Anreize für Vermieter schaffen, in energieeffiziente Heizsysteme zu investieren.
Darüber hinaus wird ab dem 1. Januar 2029 eine schrittweise Aufteilung der Mehrkosten für biogene Brennstoffanteile zwischen Mietern und Vermietern eingeführt. Diese sogenannten „Biotreppe“ sieht vor, dass die Anteile klimafreundlicher Brennstoffe in neuen Gas- und Ölheizungen schrittweise erhöht werden. Dies bedeutet, dass Vermieter, die fossile Brennstoffe verwenden, künftig auch in die Verantwortung genommen werden, umweltfreundlichere Alternativen zu fördern.
Übergangsfristen und bestehende Förderungen
Für Eigentümer, die bereits vor der Einführung des neuen Heizungsgesetzes eine Förderzusage erhalten haben oder einen Antrag unter den alten Bedingungen gestellt haben, bleibt die Förderung bestehen. Die KfW hat bestätigt, dass bereits eingegangene Anträge, die noch nicht zugesagt wurden, weiterhin geprüft und bei Vorliegen der Förderbedingungen wie gehabt zugesagt werden.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, dass Eigentümer und Mieter die aktuellen Fördermöglichkeiten sorgfältig prüfen und sich nicht von politischen Diskussionen über die Zukunft der Heizungsmodernisierung abhalten lassen. Wer eine Wärmepumpe plant, sollte zudem mehrere Angebote von Fachbetrieben einholen, um die besten Konditionen zu sichern.
Finanzielle Auswirkungen auf die Immobilienwirtschaft
Die Änderungen im Heizungsgesetz haben auch weitreichende finanzielle Auswirkungen auf die Immobilienwirtschaft. Die schrittweise Reduzierung der Fördermittel könnte dazu führen, dass Eigentümer ihre Investitionen in die Heizungsmodernisierung zeitnah umsetzen müssen, um von den aktuellen Förderungen zu profitieren. Dies könnte zu einem Anstieg der Nachfrage nach energieeffizienten Heizsystemen führen, was wiederum die Preise in diesem Sektor beeinflussen könnte.
Darüber hinaus könnte die neue Regelung zur Kostenaufteilung zwischen Mietern und Vermietern die Mietpreise beeinflussen. Vermieter könnten versuchen, die höheren Kosten für die Umstellung auf klimafreundliche Heizsysteme auf die Mieten umzulegen, was zu einer weiteren Diskussion über die Mietpreisentwicklung führen könnte. In Zeiten steigender Inflation und Zinsen ist dies ein weiterer Faktor, den sowohl Mieter als auch Vermieter im Auge behalten sollten.
Fazit

Das neue Heizungsgesetz, das seit dem 29. Juli 2026 in Kraft ist, bringt bedeutende Änderungen für Mieter und Vermieter mit sich. Die Anpassungen bei den Förderbedingungen und die neuen Regelungen zur Kostenaufteilung sind Teil eines umfassenden Plans zur Förderung der Energieeffizienz in Deutschland. Eigentümer sollten die neuen Möglichkeiten zur Förderung nutzen und sich auf die bevorstehenden Veränderungen in der Immobilienwirtschaft einstellen.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Änderungen im Heizungsgesetz?
Wie hoch sind die Förderungen für den Heizungstausch?
Was passiert mit bestehenden Förderzusagen?
Wie wird die Förderung für einkommensschwache Haushalte gestaffelt?
Wann gelten die neuen Regelungen für die Heizungsmodernisierung?
Quellen: Google News
Symbolbild: Neues Heizungsgesetz und seine Auswirkungen · Foto: Skylar Kang / Pexels


