⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 27.08.2026
Die Sparkasse führt ab November 2026 neue Kontomodelle ein, die für viele Kunden deutlich höhere Gebühren bedeuten können. Betroffene berichten von jährlichen Mehrkosten zwischen 300 und 400 Euro.
- Neue Gebührenstruktur ab 1. November 2026
- Kunden müssen mit bis zu 400 Euro Mehrkosten rechnen
- Besonders betroffen sind Menschen mit geringem Einkommen
Die Sparkasse hat angekündigt, ab dem 1. November 2026 neue Kontomodelle einzuführen, die für viele Kunden eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen könnten. Insbesondere langjährige Kunden, die bisher von einem Pauschalmodell profitiert haben, müssen sich auf deutlich höhere Gebühren einstellen. Berichten zufolge könnten die jährlichen Mehrkosten für einige Kunden zwischen 300 und 400 Euro liegen, was für viele Haushalte, insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen, eine erhebliche Herausforderung darstellt.
Was sind die neuen Kontomodelle der Sparkasse?

Die Sparkasse Dachau wird vier neue Kontomodelle einführen, die sich in den monatlichen Grundpreisen und den enthaltenen Buchungsposten unterscheiden. Die Modelle sind wie folgt strukturiert:
| Kontomodell | Grundpreis pro Monat | Enthaltene Buchungsposten | Preis für weitere Buchungsposten |
|---|---|---|---|
| Giro Privat | 3,00 Euro | 0 | 0,50 Euro |
| Giro Privat Klassik | 7,50 Euro | 20 | 0,40 Euro |
| Giro Privat Komfort | 9,50 Euro | 30 | 0,30 Euro |
| Giro Privat Premium | 14,50 Euro | 50 | 0,20 Euro |
Die neuen Modelle sind so gestaltet, dass die Gebühren stärker von der Anzahl der Buchungsvorgänge abhängen. Dies bedeutet, dass Kunden, die häufig Transaktionen durchführen, mit höheren Kosten rechnen müssen. Ein Beispiel zeigt, dass ein Kunde, der im Modell „Giro Privat“ 54 kostenpflichtige Buchungsposten verursacht, bereits auf 30 Euro monatlich kommen kann, was die Kosten erheblich in die Höhe treibt.
Warum führt die Sparkasse diese Änderungen ein?
Die Sparkasse begründet die Einführung der neuen Kontomodelle mit den Veränderungen im Zahlungsverkehr und der zunehmenden Digitalisierung. Kunden nutzen ihre Konten heutzutage sehr unterschiedlich, was eine Anpassung der Kontomodelle erforderlich macht. Die Bank möchte mit den neuen Modellen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Kunden eingehen und gleichzeitig die Kostenstruktur transparenter gestalten.
Allerdings wird kritisiert, dass die Werbung mit niedrigen Grundpreisen einen falschen Eindruck vermitteln kann. Ein Konto mit einem Grundpreis von 3 Euro ist nicht automatisch ein Konto, das am Monatsende nur 3 Euro kostet. Die tatsächlichen Kosten können durch zahlreiche kleine Buchungsvorgänge schnell ansteigen, was insbesondere für Haushalte mit niedrigem Einkommen problematisch ist.
Wer ist von den neuen Gebühren besonders betroffen?
- Neue Kontomodelle ab 1. November 2026
- Monatliche Gebühren zwischen 3 und 14,50 Euro
- Kunden berichten von Mehrkosten zwischen 300 und 400 Euro jährlich
Die neuen Gebühren treffen vor allem Menschen mit geringem Einkommen, wie Rentner oder Empfänger von Grundsicherung. Diese Personengruppen haben oft nicht die Möglichkeit, zusätzliche Bankkosten an anderer Stelle auszugleichen. Ein Anstieg der monatlichen Kontoführungsgebühren von 7,50 Euro auf 30 Euro kann für diese Haushalte eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen.
Ein Beispiel aus Bayern zeigt, dass ein langjähriger Kunde der Sparkasse Dachau seine jährlichen Kosten von 90 Euro auf 360 Euro steigern könnte, was eine Mehrbelastung von 270 Euro bedeutet. Solche Erhöhungen sind für viele Menschen, die von einer kleinen Rente oder Sozialhilfe leben, kaum tragbar.
Wie können Kunden ihre Kontokosten berechnen?
Kunden sollten ihre Kontoauszüge der letzten Monate sorgfältig analysieren, um die Anzahl der Buchungsvorgänge zu ermitteln. Diese Informationen sind entscheidend, um die tatsächlichen Kosten unter dem neuen Gebührenmodell abzuschätzen. Es empfiehlt sich, die vergangenen drei bis sechs Monate zu betrachten und die Anzahl der Lastschriften, Daueraufträge und Kartenzahlungen zu zählen.
Diese Zahlen können dann auf die neue Preisstruktur übertragen werden, um eine realistische Vorstellung von den zukünftigen Kosten zu erhalten. Ein vermeintlich günstiges Konto mit niedrigem Grundpreis kann sich schnell als teuer herausstellen, wenn viele kostenpflichtige Buchungsvorgänge anfallen.
Was können Kunden tun, wenn sie mit den neuen Gebühren nicht einverstanden sind?
Kunden müssen aktiv der neuen Gebührenstruktur zustimmen. Eine verweigerte Zustimmung kann zur Kündigung des Kontos führen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Banken in solchen Fällen eine Kündigungsfrist von mindestens zwei Monaten einhalten müssen, sodass betroffene Kunden Zeit haben, sich nach einer anderen Bank umzusehen.
Es ist wichtig, dass Kunden sich nicht nur auf den genannten Grundpreis verlassen, sondern auch die zusätzlichen Kosten für Buchungsposten und andere Bankdienstleistungen berücksichtigen. Ein Vergleich der Angebote anderer Banken kann ebenfalls sinnvoll sein, um die besten Konditionen zu finden.
Fazit

Die Einführung neuer Kontomodelle bei der Sparkasse könnte für viele Kunden, insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen, erhebliche finanzielle Auswirkungen haben. Die Möglichkeit, dass die jährlichen Kosten um 300 bis 400 Euro steigen, sollte ernst genommen werden. Kunden sind gut beraten, ihre Kontobewegungen genau zu analysieren und sich über die neuen Gebühren zu informieren, bevor sie einer Änderung zustimmen. Ein bewusster Umgang mit den eigenen Finanzen ist in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten und Inflation wichtiger denn je.
Häufige Fragen
Was sind die neuen Kontomodelle der Sparkasse?
Wie viel mehr müssen Kunden zahlen?
Wer ist von den neuen Gebühren besonders betroffen?
Wie kann ich meine Kontokosten berechnen?
Kann ich die neuen Gebühren ablehnen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Kundenberatung zur neuen Kontostruktur · Foto: Jakub Zerdzicki / Pexels


