⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 10.09.2026
Der Sozialausschuss des Nationalrats hat die neue Aktivpension beschlossen, die einen Steuerfreibetrag von bis zu 1.250 Euro pro Monat für Senioren bietet, die über das gesetzliche Pensionsalter hinaus arbeiten.
- Aktivpension fördert das Arbeiten im Alter
- Steuerfreibetrag gilt ab 2027
- Änderungen in der betrieblichen Altersvorsorge
Der Sozialausschuss des Nationalrats hat am 9. September 2026 ein umfassendes Gesetzespaket zur Pensionsreform verabschiedet, das die neue Aktivpension einführt. Diese Regelung sieht einen Steuerfreibetrag von bis zu 1.250 Euro pro Monat vor, der ab dem 1. Januar 2027 für Personen gilt, die das gesetzliche Pensionsalter erreicht haben und dennoch weiterhin erwerbstätig sind. Die Maßnahme zielt darauf ab, das Arbeiten im Alter attraktiver zu gestalten und gleichzeitig die finanzielle Belastung für Senioren zu reduzieren.
Was ist die Aktivpension?

Die Aktivpension ist eine neue Initiative der österreichischen Regierung, die es älteren Arbeitnehmern ermöglicht, steuerlich begünstigt zu arbeiten, während sie ihre Pension beziehen oder diese aufschieben. Der Steuerfreibetrag von 1.250 Euro pro Monat bzw. 15.000 Euro pro Jahr soll dazu beitragen, dass mehr Senioren aktiv am Arbeitsleben teilnehmen. Diese Regelung gilt sowohl für unselbstständig Beschäftigte als auch für Selbstständige, was eine breite Zielgruppe anspricht.
Um von der Aktivpension profitieren zu können, müssen die Betroffenen mindestens 40 Versicherungsjahre nachweisen. Für Frauen gibt es eine spezielle Übergangsregelung, die bis 2033 gilt und mit 34 Jahren beginnt. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass die Gleichstellung der Geschlechter im Rentensystem gefördert wird.
Wirtschaftliche Auswirkungen der Aktivpension
Die Einführung der Aktivpension könnte erhebliche Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft haben. Durch die Anreize, die diese Regelung bietet, wird erwartet, dass viele Senioren länger im Berufsleben bleiben. Dies könnte nicht nur die Rentenkassen entlasten, sondern auch die Produktivität in verschiedenen Branchen steigern. Die Regierung rechnet mit etwa 68.000 bisherigen Zuverdienern, die von dieser Regelung profitieren werden, darunter 40.000 Selbstständige und 22.000 Personen, die ihre Pension aufschieben.
Zusätzlich wird ein Beschäftigungspaket für ältere Arbeitnehmer im Volumen von 100 Millionen Euro bereitgestellt, um die Schaffung und Förderung von Arbeitsplätzen für diese Altersgruppe zu unterstützen. Diese Maßnahmen könnten dazu beitragen, die Herausforderungen des demografischen Wandels zu bewältigen und die wirtschaftliche Stabilität zu fördern.
Änderungen in der betrieblichen Altersvorsorge
- Steuerfreibetrag: 1.250 Euro pro Monat
- Gültig ab: 1. Januar 2027
- Voraussetzung: Mindestens 40 Versicherungsjahre
Neben der Aktivpension umfasst das Gesetzespaket auch wichtige Änderungen in der betrieblichen Altersvorsorge. Ab 2028 sollen Beschäftigte die Möglichkeit erhalten, ihre Abfertigungsansprüche in einer Vorsorgeveranlagungsgemeinschaft bei einer betrieblichen Vorsorgekasse zu veranlagen. Dies ermöglicht eine risikoreichere und potenziell profitablere Veranlagung, die jedoch auch mit höheren Risiken verbunden ist.
Darüber hinaus sollen die Kosten der Vermögensverwaltung in den Vorsorgekassen von maximal 0,8 Prozent auf 0,6 Prozent gesenkt werden. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Renditen für Arbeitnehmer zu erhöhen und die Attraktivität der betrieblichen Altersvorsorge zu steigern.
Finanzielle Entlastung für Senioren
Die finanzielle Entlastung, die durch die Aktivpension ermöglicht wird, ist ein zentraler Aspekt dieser Reform. Beispielsweise wird eine Person mit einer Bruttopension von 1.700 Euro, die zusätzlich 500 Euro verdient, um 1.630 Euro pro Jahr entlastet. Bei einer Kombination aus Pension und Zuverdienst von je 3.000 Euro steigt die Entlastung auf 8.296 Euro. Diese Ersparnisse können Senioren helfen, ihre Lebensqualität im Alter zu verbessern und finanzielle Sorgen zu reduzieren.
Die Regierung erwartet, dass die Steuerbegünstigung einen Anreiz für viele Senioren darstellt, weiterhin aktiv zu arbeiten, was nicht nur den Einzelnen, sondern auch der Gesellschaft insgesamt zugutekommt. Die Maßnahme soll zudem dazu beitragen, die Altersarmut zu bekämpfen und die finanzielle Sicherheit im Alter zu erhöhen.
Fazit

Die Einführung der Aktivpension mit einem Steuerfreibetrag von bis zu 1.250 Euro pro Monat stellt einen bedeutenden Schritt in der Pensionsreform dar. Sie fördert das Arbeiten im Alter und bietet finanzielle Anreize für Senioren, aktiv zu bleiben. Mit den geplanten Änderungen in der betrieblichen Altersvorsorge und den zusätzlichen Maßnahmen zur Unterstützung älterer Arbeitnehmer könnte diese Reform weitreichende positive Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft und die Lebensqualität der Senioren haben.
Häufige Fragen
Was ist die Aktivpension?
Wer kann die Aktivpension in Anspruch nehmen?
Wann tritt die Aktivpension in Kraft?
Wie wirkt sich die Aktivpension auf die Wirtschaft aus?
Was ändert sich bei der betrieblichen Altersvorsorge?
Quellen: Google News
Symbolbild: Aktivpension: Steuerfreibetrag für Senioren · Foto: RDNE Stock project / Pexels


