⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 10.09.2026
Philipp Jessen, Kommunikationsexperte und Autor, warnt vor den Folgen des Versagens der etablierten Parteien auf Social Media. In seinem neuen Buch "Shitfluencer" beleuchtet er die Notwendigkeit, soziale Medien für politischen Erfolg zu nutzen.
- Jessen kritisiert das fehlende Gespür der Parteien für Social Media.
- Die AfD nutzt soziale Medien erfolgreich, um Wähler zu erreichen.
- Politiker müssen lernen, wie sie in sozialen Netzwerken auftreten können.
In der heutigen politischen Landschaft ist der Einfluss von Social Media nicht mehr zu ignorieren. Philipp Jessen, ein renommierter Kommunikationsexperte, hat in seinem neuen Buch „Shitfluencer“ die Schwächen der etablierten Parteien in der Nutzung dieser Plattformen analysiert. Laut Jessen fehlt es den Parteien der Mitte an einem Gespür für die sozialen Medien, was sich negativ auf ihre politische Kommunikation auswirkt.
Wer ist Philipp Jessen?

Philipp Jessen ist ein deutscher Kommunikationsexperte und Autor, der sich intensiv mit der politischen Kommunikation in sozialen Medien auseinandersetzt. Er ist Mitgründer der Kommunikationsagentur StoryMachine und hat sich einen Namen gemacht, indem er die Herausforderungen und Chancen der digitalen Kommunikation für die Politik beleuchtet. In seinem Buch „Shitfluencer“ kritisiert er die Unfähigkeit der etablierten Parteien, die Dynamik der sozialen Medien zu verstehen und zu nutzen.
Die Rolle von Social Media in der Politik
Soziale Medien haben die Art und Weise, wie politische Kommunikation stattfindet, revolutioniert. Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram und TikTok ermöglichen es Politikern, direkt mit ihren Wählern zu kommunizieren und ihre Botschaften in Echtzeit zu verbreiten. Jessen argumentiert, dass Politiker, die auf diesen Plattformen nicht erfolgreich sind, in Zukunft keine politische Verantwortung mehr tragen können. Dies liegt daran, dass die Meinungsbildung zunehmend in den sozialen Netzwerken stattfindet.
Die AfD hat dies erkannt und nutzt soziale Medien, um ihre Wähler effektiv anzusprechen. Jessen hebt hervor, dass die AfD es versteht, Themen aus dem Alltag der Menschen aufzugreifen und diese in ihren Kampagnen zu integrieren. Dies hat der Partei einen klaren Vorteil verschafft, während die etablierten Parteien oft hinterherhinken.
Das Versagen der etablierten Parteien
Jessen kritisiert, dass die etablierten Parteien trotz ihrer Ressourcen nicht in der Lage sind, die sozialen Medien richtig zu bespielen. Er bezeichnet das Argument, komplexe politische Lösungen ließen sich nicht in kurzen Beiträgen erklären, als „Schwachsinn“. Die Realität zeigt, dass die Wähler auf einfache und verständliche Botschaften reagieren, die in den sozialen Medien verbreitet werden.
Ein Beispiel für einen Politiker, der es geschafft hat, sich in den sozialen Medien erfolgreich zu positionieren, ist CSU-Chef Markus Söder. Durch Selbstironie und eine ansprechende Kommunikation hat er es geschafft, auch jüngere Wähler zu erreichen. Im Gegensatz dazu haben viele Politiker der Mitte Schwierigkeiten, sich in der digitalen Welt zu behaupten.
Die Auswirkungen auf die Demokratie
Die Unfähigkeit der etablierten Parteien, soziale Medien effektiv zu nutzen, hat weitreichende Konsequenzen für die Demokratie. Jessen warnt, dass der Journalismus und die politische Kommunikation unter Druck stehen, wenn die Parteien nicht lernen, wie sie in den sozialen Netzwerken auftreten können. Die Gefahr besteht, dass radikale Akteure die Lücke füllen und die öffentliche Meinung dominieren.
Die sozialen Medien belohnen starke Emotionen, insbesondere Wut. Dies hat dazu geführt, dass Parteien wie die AfD einen deutlichen Vorsprung erarbeitet haben, indem sie emotionale und provokante Inhalte verbreiten. Die etablierten Parteien müssen sich dieser Realität stellen und ihre Kommunikationsstrategien anpassen, um im digitalen Zeitalter relevant zu bleiben.
Wie können Politiker Social Media nutzen?
Um in den sozialen Medien erfolgreich zu sein, müssen Politiker authentisch und ansprechend kommunizieren. Jessen betont, dass es nicht ausreicht, lediglich Social-Media-Teams zu beschäftigen. Politiker müssen selbst eine Vorstellung davon entwickeln, wie sie in den sozialen Netzwerken auftreten wollen. Dies erfordert ein tiefes Verständnis für die Funktionsweise der Plattformen und die Bedürfnisse der Wähler.
Ein wichtiger Aspekt ist die Interaktion mit den Wählern. Politiker sollten aktiv auf Kommentare und Fragen reagieren, um eine Beziehung zu ihrem Publikum aufzubauen. Dies kann dazu beitragen, das Vertrauen der Wähler zu gewinnen und die eigene Glaubwürdigkeit zu stärken.
Fazit

Philipp Jessen macht deutlich, dass ohne eine effektive Nutzung von Social Media kein politischer Erfolg möglich ist. Die etablierten Parteien müssen lernen, wie sie die sozialen Medien für ihre Zwecke nutzen können, um im digitalen Zeitalter relevant zu bleiben. Andernfalls riskieren sie, von radikalen Akteuren überholt zu werden, die die Plattformen geschickt für ihre eigenen Zwecke einsetzen. Die Zukunft der Demokratie hängt maßgeblich davon ab, wie gut die politischen Akteure in der Lage sind, sich in der digitalen Welt zu behaupten.
Häufige Fragen
Was ist das Hauptthema von Philipp Jessens Buch?
Wie beeinflussen soziale Medien die Politik?
Warum sind soziale Medien für Politiker wichtig?
Was sagt Jessen über die AfD?
Wie sollten Politiker auf Social Media auftreten?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Politik und Social Media im Einklang · Foto: August de Richelieu / Pexels


