⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 04.09.2026
Die Photovoltaik hat im Jahr 2025 die Großhandelsstrompreise in Deutschland um 20,8 Prozent gesenkt, was einen wirtschaftlichen Gesamtnutzen von 15,7 Milliarden Euro mit sich brachte.
- Photovoltaik senkt Strompreise signifikant.
- Wirtschaftlicher Nutzen übersteigt Förderkosten.
- Privathaushalte profitieren von niedrigeren Stromkosten.
Die Photovoltaik hat im Jahr 2025 die Großhandelsstrompreise in Deutschland um 20,8 Prozent gesenkt. Diese signifikante Reduzierung der Strompreise ist das Ergebnis einer Studie der Beratungsgesellschaft Enervis, die im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) durchgeführt wurde. Der wirtschaftliche Gesamtnutzen der Photovoltaik wird auf 15,7 Milliarden Euro beziffert, was erstmals die EEG-Förderkosten für Solarstrom übersteigt.
Was geschah im Jahr 2025?

Im Jahr 2025 betrug die installierte Solarleistung in Deutschland rund 118 Gigawatt. Ohne diese Photovoltaik-Anlagen hätte der durchschnittliche Börsenstrompreis bei 112,8 Euro pro Megawattstunde gelegen, anstatt der tatsächlich erreichten 89,3 Euro. Dies zeigt, wie entscheidend der Beitrag der Solarenergie zur Stabilisierung der Strompreise ist.
Die Studie von Enervis hat zwei Szenarien untersucht: eines mit der real installierten Solarleistung und eines ohne jede Photovoltaik. Das Ergebnis war eindeutig: Ohne Solarstrom wären rund 50 Terawattstunden mehr Strom aus fossilen Kraftwerken benötigt worden, was den Grünstromanteil im deutschen Strommix von 63 auf 45 Prozent gesenkt hätte.
Wirtschaftlicher Gesamtnutzen der Photovoltaik
Der wirtschaftliche Gesamtnutzen der Photovoltaik setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Von den 15,7 Milliarden Euro entfallen 13,1 Milliarden Euro auf vermiedene Strombeschaffungskosten und 2,6 Milliarden Euro auf zusätzliche Erlöse aus Solarstrom-Exporten. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Vorteile der Photovoltaik nicht nur den Betreibern von Solaranlagen zugutekommen, sondern auch der gesamten Gesellschaft.
Die EEG-Förderkosten für Photovoltaik lagen 2025 bei 10,9 Milliarden Euro, was bedeutet, dass der volkswirtschaftliche Nutzen die Förderkosten um 44 Prozent übersteigt. Dies ist ein wichtiger Punkt, der die Effizienz und den Wert der Investitionen in erneuerbare Energien unterstreicht.
Einfluss auf Privathaushalte und Unternehmen
- Strompreissenkung: 20,8 Prozent im Jahr 2025
- Wirtschaftlicher Gesamtnutzen: 15,7 Milliarden Euro
- EEG-Förderkosten: 10,9 Milliarden Euro
Die Senkung der Strompreise hat direkte Auswirkungen auf Privathaushalte und Unternehmen. Ein typischer Haushalt mit einem Jahresverbrauch von vier Megawattstunden konnte 2025 mit einer Entlastung von etwa 94 Euro rechnen. Für Industriebetriebe mit einem Verbrauch von zehn Gigawattstunden wären die Kosten ohne Photovoltaik um rund 234.567 Euro höher gewesen. Diese Einsparungen sind besonders relevant in einem wirtschaftlichen Umfeld, das von steigenden Preisen und Unsicherheiten geprägt ist.
Die Photovoltaik hat sich somit als stabilisierender Faktor für die Wirtschaft erwiesen, insbesondere in Zeiten von Inflation und steigenden Energiekosten. Verbraucher und Unternehmen profitieren gleichermaßen von den gesenkten Stromkosten, was die Kaufkraft stärkt und die Wettbewerbsfähigkeit erhöht.
Das Merit-Order-Prinzip und seine Auswirkungen
Ein zentraler Aspekt, der erklärt, warum Solarstrom die Preise drückt, ist das Merit-Order-Prinzip. Dieses Prinzip besagt, dass Kraftwerke an der Strombörse nach ihren Grenzkosten sortiert werden. Das teuerste noch benötigte Kraftwerk setzt den Preis für die gesamte Stunde. Solarstrom hat praktisch keine Grenzkosten und verdrängt daher teure Gas- oder Kohlekraftwerke aus dem preisbestimmenden Bereich, insbesondere in den Mittagsstunden und während der Sommermonate.
Die Autoren der Studie weisen jedoch darauf hin, dass ihr Modell keine Netzengpässe und keine Marktreaktionen wie zusätzlichen Kraftwerksbau berücksichtigt. Dies könnte in Zukunft eine Herausforderung darstellen, da die zunehmende Einspeisung von Solarstrom zu negativen Preisen führen kann, insbesondere in Zeiten hoher Einspeisung.
Politische Implikationen und zukünftige Entwicklungen
Die Ergebnisse der Studie haben auch politische Implikationen. Der BSW-Solar appelliert an die Bundesregierung, bei der anstehenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und dem geplanten „Netzpaket“ auf Einschnitte zu verzichten, die den weiteren Ausbau der Solarenergie ab 2027 bremsen könnten. Ein beschleunigter Ausbau von Batteriespeichern und weiteren Flexibilitätsoptionen könnte die Kosten des Stromsystems zusätzlich senken und die Vorteile für Verbraucher maximieren.
Die Politik steht vor der Herausforderung, die Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig die wirtschaftlichen Vorteile der Photovoltaik zu nutzen. Ein kraftvoller Ausbau der Solarenergie ist entscheidend, um die Strompreise stabil zu halten und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Photovoltaik im Jahr 2025 einen entscheidenden Beitrag zur Senkung der Strompreise in Deutschland geleistet hat. Mit einer Reduzierung von 20,8 Prozent und einem wirtschaftlichen Gesamtnutzen von 15,7 Milliarden Euro übersteigen die Vorteile die Förderkosten deutlich. Dies zeigt, dass der Ausbau erneuerbarer Energien nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll ist. Die Politik muss den weiteren Ausbau der Solarenergie unterstützen, um die Vorteile für die Gesellschaft zu maximieren und die wirtschaftliche Stabilität zu fördern.
Häufige Fragen
Wie viel haben die Strompreise durch Photovoltaik gesenkt?
Was ist der wirtschaftliche Nutzen der Photovoltaik?
Wie profitieren Privathaushalte von der Photovoltaik?
Wie beeinflusst Photovoltaik die Strompreise für Unternehmen?
Was sind die EEG-Förderkosten für Photovoltaik?
Quellen: Google News
Symbolbild: Photovoltaik senkt Strompreise erheblich · Foto: Ana Morales / Pexels


